Erwachsene sind Höllenhunde …

Wer errät die Albträume der Kinder, die sich an Erwachsenen entzünden? Da wir nur selten zu ihnen sprechen, wenn wir ihnen etwas sagen, schlüpfen sie aus der Rolle des Zuhörers und beginnen uns zu umkreisen. Sie sehen uns reden, sie registrieren unsere überzogene Mimik, sie glauben uns nicht, sie erraten unsere Absichten, noch ehe wir sie verbergen können.

Wie schmutzig seine Schuhe sind und wie gelb seine Finger! Warum glänzt seine Stirn so speckig? Das blöde Haar am Ohrläppchen, wie sieht denn das aus? Er lügt, er ist genau wie alle anderen, er hat keine Ahnung (er merkt nicht einmal, dass ich Idiot denke … Idi, Idi, Idi …!).

Die Stimme des Vaters wabert durch den Raum, sie ist etwas, das sich das Kind von den Ohren reißen möchte. Wie er die Lippen bewegt! Alles, was er sagt, ist wawa …Wawa-Brei …

»HÖRST DU MIR ÜBERHAUPT ZU?!«

Erwachsene sind Höllenhunde …


Redaktioneller Hinweis: Der Beitrag von Dirk C. Fleck ist einer von 258 Gedanken aus seinem Buch „La Triviata – Der Duft der Achtziger“. Er schrieb sie vor 33 Jahren auf und veröffentlichte sie erst 2018 im Verlag p.machinery. Mehr Informationen zum Buch und über den Autor gibt es auf der Webseite von Dirk C. Fleck.


Symbolfoto: Elijah O’Donnell (Unsplash.com)

Dirk C. Fleck (Jahrgang 1943) ist freier Journalist und Autor aus Hamburg. Er machte eine Lehre als Buchhändler, besuchte danach in München die Deutsche Journalistenschule und absolvierte Mitte der 1960er ein Volontariat beim „Spandauer Volksblatt Berlin“. 1976 siedelte er wieder nach Norddeutschland über und arbeitete bei der „Hamburger Morgenpost“, wo er Lokalchef wurde. Später war er Chefredakteur des „Hanse-Journal“, Reporter bei „Tempo“ und Redakteur bei „Merian“. Er arbeitete im Auslandsressort der Wochenzeitung „Die Woche“ und schrieb ab Mitte der 90er Jahre als freier Autor und Kolumnist für Tageszeitungen (u.a. Die Welt) und Magazine wie zum Beispiel Stern, GEO und Spiegel. Seit den 1980ern setzt er sich journalistisch mit den ökologischen Folgen der zügellosen kapitalistischen Wirtschaftsweise auseinander und verarbeitet seine Erfahrungen, Überlegungen und Recherchen in Romanen. Das Buch „Palmers Krieg“ erschien 1992 und beschäftigt sich mit der Geschichte eines Ökoterroristen. „GO! Die Ökodiktatur“ (1993) ist eine Auseinandersetzung mit den Folgen des Ökozid. Außerdem erschienen von Dirk C. Fleck die Bücher „Das Tahiti-Projekt“ (2008), „MAEVA!“ (2011), „Die vierte Macht – Spitzenjournalisten zu ihrer Verantwortung in Krisenzeiten“ (2012) und „Feuer am Fuss“ (2015).

2 Comments

  • Wenn Kinder Erwachsene nicht verstehen müssten und Erwachsene Kinder verstehen würden, dann wäre das Leben eine freudige Spielwiese.

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