Sanierungsfall Megamaschine: Die Ausgangslage

6. Februar 2019 By Franz Jakob

Sanierungsfall Megamaschine: Die Ausgangslage

Ausgangspunkt für das Projekt dieser Trilogie war die Begegnung mit dem Buch „Das Ende der Megamaschine“ von Fabian Scheidler [1], die zunächst im Internet begann. Nach dem Betrachten zahlreicher themenspezifischer Videos folgte später die Lektüre des Buches und am 26. November 2018 konnte ich Fabian Scheidler bei einem Attac Palaver in München live erleben. Mit der Empfindung, dieses Buch müsste Pflichtlektüre für jeden Bürger sein, ging es mir wie vielen anderen Kommentatoren. Leider ließ ein destruktives „aber“ nicht lange auf sich warten.

Zwischen Diagnose und Therapie

Dem ausführlichen und brillanten Analyseteil dieses Buches, der einen Zeitraum von 5000 Jahren (die Herausbildung hierarchischer Strukturen in den ersten Stadtstaaten) mit einem Schwerpunkt bei der Betrachtung der letzten 500 Jahre (Revolution von Wissenschaft und Wirtschaft) umfasst, folgen wenige Seiten mit konkreten Lösungsvorschlägen.

Das Unbehagen angesichts dieses scheinbaren oder echten Ungleichgewichts zwischen Diagnose und Therapie findet sich in vielen Diskussionsrunden wieder. Immer wieder wird die Frage nach konkreten Lösungsansätzen gestellt – Was kann ich ganz konkret tun? – und immer wieder fallen die Antworten etwas unkonkret und unbefriedigend aus. Typisch war ein Kommentar auf dem Attac Palaver in München, dem nicht widersprochen wurde: „Wir wissen nicht einmal im entferntesten was wir tun müssen.“

Die Wahrnehmung dieses Ungleichgewichts hat zunächst einmal nichts mit Kritik am Autor zu tun. Ebenso wenig wie man es dem Ausguck der Titanic vorwerfen kann, nicht rechtzeitig gegengesteuert zu haben, kann man es von einem Autor nicht verlangen, mit der Problemanalyse gleich das Konzept für die Weltrettung mitzuliefern. Etwas anders sieht es aus, wenn der Autor sich neben seiner Rolle als Aufklärer zugleich als Aktivist sieht, der aktiv etwas für die Änderung der kritisierten Zustände tun will. Dies gilt vice versa auch für die alternativen Medien, die Bürgerjournalisten und für den aufgeklärten und souveränen Bürger.

Egal in welcher Rolle, als Souverän können wir nicht nur Rechte einfordern oder konsumieren, wir müssen im Sinne eines Prosumers [2] auch liefern und aktiv etwas für die gewünschte Ordnung beitragen. Diese Einschätzung entspricht auch dem Appell, den Fabian Scheidler am Ende seines Vortrages in München an die Zuhörer richtete: „Wir, das heißt, alle gleich gesinnten Akteure müssen uns vernetzen“ (siehe Teil 3 der Trilogie: Radikal anders – Die Vernetzung der entschlossenen Akteure).

Die bisherigen Erkenntnisse führen zur ersten These:

Aufklärung allein genügt nicht. Ohne entsprechende Ressourcen, ohne entsprechendes Wissen und ohne Vernetzung kommt es nicht zu den gewünschten Änderungen.

Diese These widerspricht zum Beispiel dem viel zitierten Henry Ford, der sinngemäß sagte: „Wenn die Bürger wüssten, wie das Finanzsystem funktioniert, dann hätten wir am nächsten Tag eine Revolution.“ Ich behaupte, auch wenn alle Bürger „Das Ende der Megamaschine“ lesen würden, ist keine Revolution zu erwarten.

Was ist zu tun angesichts einer scheinbar so einfachen Ausgangslage, die vom Mainstream und den alternativen Medien fast deckungsgleich beschrieben wird. Die Einleitung zum Buch „Das Ende der Megamaschine“ beginnt mit den Worten:

“Sie machen alles kaputt, es ist unfasslich. … Wir sind augenblicklich Zeugen, wie ein ganzer Planet, der vier Milliarden Jahre für seine Entwicklung brauchte, in einer globalen Wirtschaftsmaschinerie verheizt wird, …”

Auch der eher dem Mainstream zuzuordnende Wissenschaftsjournalist und Astrophysiker Harald Lesch, fragt in seinem neuesten Buch [3], das eine schonungslose Analyse unserer Lage enthält, „wenn nicht jetzt, wann dann?“

Angesichts dieser ziemlich eindeutigen Lagebeurteilung – sämtliche Warnlampen an Bord der Megamaschine leuchten rot auf – erscheint es nicht notwendig, die aufgeklärte Leserschaft von Neue Debatte mit weiteren Informationen zum Ausmaß der globalen Krise zu überhäufen. Wir haben das Problem erkannt und wir wollen es ändern. Was hält uns dennoch davon ab, dies zu tun? Hilft es uns beispielsweise tiefer in die Entstehungsgeschichte der Probleme einzusteigen?

Fabian Scheidler schreibt: „Nur wer die eigene Geschichte kennt, kann sie ändern. Und für soziale Systeme – die ja aus Menschen bestehen – gilt das Gleiche.“

Das erinnert an das Diktum des Sozialpsychologen Kurt Lewin – Du hast ein System nicht verstanden, solange Du es nicht verändern kannst –, der diesen Sachverhalt in umgekehrter Weise ausdrückte [4].

Die vier Tyrannen

Da wir unser System, wie die Praxis zeigt, zumindest nicht im gewünschten Maß ändern können, haben wir es anscheinend noch nicht hinreichend verstanden. Von daher erscheint es angebracht, sich den 4 maßgeblichen Faktoren zuzuwenden, die der gewünschten Transformation im Wege stehen. Fabian Scheidler nennt sie die 4 Tyrannen. Sie werden in Teil 2 der Trilogie ausführlicher behandelt.

  • Physische Macht
  • Strukturelle Gewalt
  • Ideologische Macht
  • Tyrannei des linearen Denkens

Denken wir an die viel beachtete Rede, die die damals 15-jährige Schülerin Greta Thunberg [5] auf der UN-Klimakonferenz [6] im polnischen Kattowitz im Dezember 2018 gehalten hat, und an ihre Rede beim Stockholmer Ted Talk, dann können wir vielleicht die weitere Analyse abkürzen.

School strike for climate – save the world by changing the rules | Greta Thunberg | TEDxStockholm (Quelle: YouTube/TEDx Talks)

Greta Thunberg sagt, wir kennen alle Fakten und Lösungen, wenn wir wollen, dann können wir sofort handeln. Das erinnert an das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern, in dem ein Kind die unangenehme Wahrheit ausspricht: Der Kaiser ist nackt. Die Frage ist nur, ob sich dies ausschließlich auf das System oder auch auf die alternativen Bewegungen bezieht.

Springen wir von der Gegenwart 2500 Jahre zurück in das alte chinesische Kaiserreich. Die Probleme dieser Zeit klingen ziemlich vertraut und es stellt sich die Frage, ob die angeblich so neuen Kleider nicht schon ziemlich alt sind.

Eine circa 2500 Jahre alte chinesische, konfuzianische Weisheit gibt Aufschluss:

Die Alten, wenn sie in der Welt einen Zustand reiner harmonischer Gesittung herzustellen wünschten, gingen zuerst daran, daß sie ihr völkisches Leben in Ordnung brachten. Wollten sie ihr völkisches Leben ordnen, so fingen sie damit an, daß sie ihr häusliches Leben regelten. Wollten sie ihr häusliches Leben regeln, so begannen sie mit der Pflege ihres persönlichen Lebens. Wer sein persönliches Leben pflegen wollte, der fing damit an, daß er sein Herz festigte. Wer sein Herz festigen wollte, der schuf sich zuerst einen aufrichtigen Willen. Wer sich einen aufrichtigen Willen schaffen wollte, der gelangte zuvörderst zum Verständnis. Verständnis aber kommt vom Forschen nach der Erkenntnis der Dinge. Wenn die Erkenntnis der Dinge gewonnen ist, ist das Verständnis erreicht. Ist das Verständnis erreicht, dann ist der Wille aufrichtig. Ist der Wille aufrichtig, dann steht das Herz fest. Steht das Herz fest, dann ist das persönliche Leben gepflegt. Wird das persönliche Leben gepflegt, so regelt sich das häusliche Leben. Ist das häusliche Leben geregelt, so herrscht auch Ordnung im völkischen Leben … Vom Kaiser bis zum gemeinen Mann ist die Pflege des persönlichen Lebens die Grundlage von allem. Ist die Grundlage unordentlich, dann kann der Oberbau nicht ordentlich sein. Nie hat es einen Baum gegeben, dessen Stamm schlank und dessen oberste Äste mächtig und schwer sind. Es ist eine Ursache und eine Folge in den Dingen, und in den Geschäften des Menschen gibt es Anfang und Ende. Die Ordnung der Reihenfolge kennen heißt den ersten Schritt zu Weisheit tun.Lin Yutang (1895 – 1976); Weisheit des lächelnden Lebens

Eine erste Zwischenbilanz

Selbst 2500 Jahre nach dieser chinesischen Weisheit können wir es kaum besser ausdrücken. Das Wissen, das sich in diesem Zeitraum angesammelt hat, ist enorm, aber anstatt die Probleme zu lösen, hat es diese noch verschärft. Anstelle einer harmonischen Welt haben wir „Feuer am Fuß“ [7], wie es Dirk C. Fleck in seinem gleichnamigen Roman beschreibt. Und wie wir es vom Weltraum aus und auf unseren Fernsehschirmen ganz real sehen können [8].

Die Megamaschine steht in Flammen. Brände am 22. August 2018. Foto WorldviewNasa
Brände am 22. August 2018. (Foto: Worldview Nasa)

Die Menschheitsfamilie

Von der in harmonischer Gesittung zusammenlebenden Menschheitsfamilie im Sinne Daniele Gansers [9] sind wir noch weit entfernt. Was aber trennt uns von diesem Ziel, das – wenn wir Kalendersprüchen, Keynotereden und Impulsreferaten glauben – doch ganz einfach zu erreichen sein sollte, nach dem Motto: „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin!“ Glaubt man einer bekannten Karikatur [10], dann trennt uns ein Wunder vom Erreichen der angestrebten harmonischen Weltordnung.

Trotz allen Wissens, trotz aller Experten (viele dürften ein “Nackter-Kaiser-Erlebnis” haben, wenn man sie nach der Realisierbarkeit ihrer Vorschläge fragt), trotz aller Konzepte und Theorien, die uns die Lösung komplexer Probleme versprechen, scheitert die Menschheit seit Jahrtausenden bei dem Versuch, die Welt zu einem besseren Platz zu machen.

Manche versuchen es mit einer Art Masterplan, was sofort zu heftigen Kontroversen führt: Angeblich kann es keinen Masterplan geben, zumindest wenn man einen derartigen Plan mit linearem Denken gleichsetzt. Andere sagen, fange mit der Änderung bei dir selbst an (was manchmal nach dem alten Totschlagargument “Ja, dann geh doch rüber” klingt) und wiederholen damit – vermutlich unbewusst – den Ratschlag der alten chinesischen Weisheit: „Wollten sie ihr häusliches Leben regeln, so begannen sie mit der Pflege ihres persönlichen Lebens.“

Wieder andere geben so gute Ratschläge wie: Esse weniger Fleisch, verbrauche weniger Plastik, … und bewegen sich damit wider besseres Wissen auf einer linearen Ebene. Vielleicht hat Einstein doch recht mit seiner millionenfach zitierten Aussage, die sinngemäß lautet: “Wir können unsere Problem nicht mit dem Denken lösen, mit dem wir sie verursacht haben.”

Leider hat Einstein nicht verraten, wie das erforderliche Problemlösungsdenken aussieht. Das herauszufinden ist Aufgabe des zweiten Teils der Trilogie. Bevor wir dazu kommen, möchte ich noch das Spielfeld und die Spielregeln für die anstehende Aufgabe skizzieren, damit wir nicht aufgrund einer Art babylonischer Sprachverwirrung von vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Schützenhilfe bekomme ich dabei von dem Kybernetiker Paul Pangaro, der eine neue Sprache fordert, die wiederum Grundlage für seine Ansätze zum Interaction und Conversation Design ist.

Simulation #16: Paul Pangaro – Cybernetics & Systems Thinking (Quelle: YouTube/Simulation)

In eine ähnliche Richtung geht die Arbeit von Michiel Schwarz [11], der die Ära der Nachhaltigkeit neu designen will.

Unser Spielfeld und die Regeln des Spiels

“Think global, act local.” Diese Devise ist uns allen bekannt. Auch hier liegen die tiefe Einsicht und eine gewisse Beliebigkeit dicht beieinander. Es besteht auch die Gefahr, einen Text vorwiegend durch eine Aneinanderreihung von derartigen Textbausteinen zu gestalten. Dieser kann dadurch begegnet werden, indem für jede Behauptung und jede These immer der tatsächlich erzielte oder der prinzipiell erzielbare Impact betrachtet wird. Dazu eignet sich das Instrument des Spieles, das als serious game oder als Simulation eine sehr große Nähe zur Realität erreichen kann.

„Mache die Welt zu einem besseren Ort.“

Die Grundaufgabe unseres Spieles besteht darin, einen unbefriedigenden Ausgangszustand A in einen besseren und harmonischeren Zustand B zu transformieren.

Transformationsmodell Ist-Zustand A über Transformation zum Soll-Zustand B

Bereits beim Kauf einer Packung Kaffee bewegen wir uns auf einer globalen Ebene (Lieferkette), das heißt auf diesem Weltkubus oder Globus. Der Übergang zur regionalen, lokalen oder persönlichen Ebene ist mehr oder weniger eine Frage der Skalierung. Auf lokaler Ebene gibt es bereits das reale Spiel Energiespardorf des Bundes Naturschutz [12], das im Rahmen der Energiewende eingesetzt wird.

Bei diesem Spiel kann man virtuelle Verbraucher wie Waschmaschinen, Kühlschränke et cetera anschließen und unmittelbar den Verbrauch beobachten. Ziel ist es zum einen diesen Verbrauch zu reduzieren, zum anderen möglichst viele regenerative Energiequellen zu installieren. Entscheidend ist, dass die Auswirkungen der getroffenen Maßnahmen (Impact) unmittelbar beobachtet und somit überprüft werden können.

Die abstrakteste Methode, die somit auch dem minimalistischen Prinzip des Ockhamschen Rasiermessers [13] am meisten entspricht, ist die Constructor Theory von David Deutsch, die ich erst vor wenigen Monaten entdeckt habe. Dabei wird die Welt in prinzipiell mögliche und unmögliche (z.B. Perpetuum mobile) Transformationen unterteilt. Alles, was möglich ist, das heißt nicht durch Naturgesetze verboten ist, kann prinzipiell erreicht werden. Entscheidend sind nur das richtige Wissen und die entsprechenden Ressourcen [14].

Ursprünglich wollte ich eher metaphorische Anleihen aus dem Feld der Quantenphysik nehmen, mittlerweile sehe ich da sehr konkrete und hilfreiche Hinweise – wie eben zum Beispiel die Constructor Theory –, wobei die Ausführungen eines Laien natürlich mit entsprechender Vorsicht zu behandeln sind.

In einer Art Gedankenexperiment sah ich die Artikel, Gedanken und Informationen auf Neue Debatte und anderer Medien wie in einem Ringbeschleuniger aufeinanderprallen. Eine spannende Aufgabe besteht nun darin, aus dem, was nach der Kollision entsteht, neue Erkenntnisse zu erlangen.

Der vierte Tyrann der Megamaschine

Einem anderen Prinzip entspricht das Doppelspaltexperiment [15], das grundlegend für die Entdeckung der Komplementarität von Teilchen- und Welleneigenschaften der Materie ist. Gerade in Hinblick auf das von Fabian Scheidler als 4. Tyrann eingestufte lineare Denken (das ich dem Teilchencharakter zuordne) lassen sich wichtige Folgerungen ableiten.

Von besonderer Bedeutung sind die dem Experiment zugrunde liegenden Interferenz Phänomene, die insbesondere Hermann Haken in seiner Theorie der Synergetik [16] herausgearbeitet hat. Als Paradebeispiel gilt die Funktionsweise des Lasers, der durch die Bündelung einzelner schwacher Lichtstrahlen (dies ordne ich dem Wellencharakter zu; Chaos – Ordnung – Wirkung) eine enorme Wirkung erzielt. Eine schöne Parallele lässt sich zu folgenden Aussagen von Fabian Scheidler ziehen:

„In welche Richtungen diese Veränderungen gehen werden, ist prinzipiell nicht vorherzusagen. Sicher ist aber, dass es in dem Chaos, das sich derzeit abzeichnet, auf uns alle ankommt. Was am Ende geschieht, wird, wie es der Weltsystemtheoretiker Immanuel Wallerstein formuliert hat, das Ergebnis von unendlichen vielen einzelnen Entscheidungen sein, getroffen von beinahe unendlich vielen Menschen in einer Unendlichkeit von Momenten.

All diese Bewegungen und Initiativen haben wichtige Schlüsse aus dem Scheitern der staatssozialistischen Projekte im 20. Jahrhundert gezogen. Sie glauben nicht an eine Lösung vom Reißbrett für alle, sondern an eine organisch wachsende Vielfalt von Wegen; sie suchen nach Formen demokratischer Selbstorganisation anstelle von hierarchischen Kaderstrukturen und sie haben sich von der Idee verabschiedet, die Natur beherrschen zu können.

Revolution ohne Masterplan

… Was aber tatsächlich nicht existiert, das ist ein Masterplan für das eine System, das das bisherige ersetzt.“

Hier wird ganz deutlich auf die rettende Wirkung der Selbstorganisation gesetzt, eine Hoffnung, die sich auch in zahlreichen anderen Konzepten findet, etwa der WeQ Bewegung von Peter Spiegel oder der Theorie U von Otto Scharmer. Zugleich aber wird das Konzept eines Masterplans abgelehnt. Möglicherweise wird hier das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, wie es der Song „Catching Light“ der Physikerin Sabine Hossenfelder nahelegt.

Catching Light (Quelle: YouTube/Sabine Hossenfelder)

Im Refrain heißt es:

„I am part of the master plan. Every woman, every man I have seen them come and go. Go with the flow I have seen that we all are one. I know all and every one. I was here when the sun was born Ages ago.“

“Ich bin Teil des Masterplans. Jede Frau, jeder Mann, den ich gesehen habe, kommt und geht. Geht mit dem Strom, den ich gesehen habe, dass wir alle eins sind. Ich kenne alle und jeden. Ich war hier, als die Sonne vor langer Zeit geboren wurde.”

Sehr vielsagend ist auch das eingestreute Einstein Zitat:

„The scientific method itself would not have led anywhere, it would not even have been formed Without a passionate striving for a clear understanding. Perfection of means and confusion of goals seem in my opinion to characterize our age.“

“Die wissenschaftliche Methode selbst hätte nirgendwo hin geführt, sie wäre nicht einmal ohne das leidenschaftliche Streben nach einem klaren Verständnis entstanden. Perfektion der Mittel und Zielverwirrung scheinen meiner Meinung nach unser Zeitalter zu charakterisieren.”

Ich sehe keinen Widerspruch darin, Teil eines Masterplans zu sein und zugleich ein eigenständiges Individuum: der volle Souverän meiner Handlungen. Eher im Gegenteil dürfte ein derartiger Plan geradezu die Voraussetzung dafür sein, dass sich aus dem oben zitierten Chaos unendlich vieler Individuen mit ihren unendlich vielen Einzelentscheidungen etwas Sinnvolles und Harmonisches entwickelt. Kein Laserpointer funktioniert nur deswegen, weil wir auf die Selbstorganisation der Lichtstrahlen bauen, er funktioniert nur, weil es einen Masterplan gibt, der die Bedingungen der Selbstorganisation schafft.

Den gewünschten Zustand erreichen

Damit sind wir bei einer zentralen Stelle unseres Spieles und unserer Spielregeln angelangt. Ähnlich wie in der Quantenphysik, die entgegen anderslautender Vermutungen (Unschärferelation, Aufenthaltswahrscheinlichkeit, …) die exakteste Naturwissenschaft ist, sollten wir all unsere Gedanken, die auf eine Änderung der realen weniger harmonischen Zustände hin zu einer besseren Welt hinauslaufen, exakt formulieren.

Dies erreichen wir, indem wir in unserem Spiel, in einer Simulation oder auch in der Realität eine Aufgabe formulieren, welche den Ort, die beteiligten Akteure, die erforderlichen Ressourcen und das Wissen (Lösungsweg/Constructor) enthält, das notwendig ist, um die Aufgabe zu lösen. Die Aufgabe ist dann gelöst, wenn die gewünschte Wirkung erzielt worden ist, das heißt, wenn der angestrebte bessere Zustand erreicht wurde.

Zur Verdeutlichung sollen ein paar Beispiele dienen. Beginnen wir auf der Ebene eines Haushaltes und mit dem Vorsatz, unser Konsumverhalten zu verbessern. Eine kleine Aufgabe könnte lauten:

Kaufe fairen Kaffee!

Im Gegensatz zur Aufgabe “kaufe Kaffee”, erschwert das Wörtchen “fair” mehr oder weniger die Lösung. Wollten wir alle unsere Konsumgüter fair einkaufen, stellt uns dies sehr schnell vor eine nahezu unlösbare Situation. Ähnlich wie bei der oben zitierten chinesischen Weisheit können wir uns aber mit dieser Aufgabe, also fair zu handeln, vom eigenen Haushalt, über die Gemeinde bis hin zur globalen Ebene hocharbeiten.

Eine andere Aufgabe besteht darin, den Energieverbrauch auf regenerative Quellen umzustellen.

Entwickle deine Gemeinde so, dass sie bis zum Jahr 2030 weitgehend energieautark ist.

Dies ist Bestandteil des oben genannten Energiespardorf-Spieles des Bund Naturschutz, aber auch in dem oben erwähnten Praxisbeispiel aus meiner Heimatgemeinde geht es darum. Die Simulation geht also nahtlos in die Realität über, und wie es ein weiteres Zitat von David Deutsch aussagt, können die Grenzen zwischen beiden weitgehend verschwimmen:

Wenn vor uns zwei schwarze Kästen stünden, von denen einer wirkliche physikalische Vorgänge und der andere eine idealisierte Turingmaschine enthielt, wären bei gleichen Eingaben gleiche Ergebnisse möglich. Wir könnten nicht allein aufgrund der Ergebnisse sagen, in welchem Kasten es berechnet wurde.David Deutsch (Physiker)

Der scheinbaren Überforderung durch derartige Aufgabenstellungen möchte ich eine zweite These gegenüberstellen:

Wenn wir die Komplexität durchdrungen haben, dann wird es mit einem Mal recht einfach, dann stoßen wir auf ein paar einfache Regeln, die das ganze Spiel des Lebens beschreiben.

Diese These wird durch eine Aussage von Frederic Vester [17] untermauert:

“Je komplexer ein System ist, und damit ein höheres Ganzes darstellt, desto einfacher sind seine Regeln.”

Voraussetzung für das Durchdringen der Komplexität ist ein ganzheitlicher Blick, eben auf das von Vester angesprochene höhere Ganze. Götz Werner [18] hat dies sehr schön formuliert:

“Ganzheitlichkeit beginnt oder scheitert im Denken. Es geht darum, sich Folgendes bewusst zu machen: Was ich nicht denken kann, kann ich nicht wollen, und was ich nicht will, kann ich nicht tun.”

Ein Motto dieses Textes lautet: Wir nehmen uns und andere ernst. Deswegen möchte ich den Text “Die Entscheidung – Kapitaldiktatur oder Souveränität der Menschen“, der auf Neue Debatte erschien, aufgreifen und daraus eine weitere Aufgabe ableiten. In dem Beitrag steht:

„Denn darauf, auf die Gestaltung der Gesellschaft, kommt es in der Demokratie an: Wie wollen wir leben?! Diese Frage ist zentral (…)

Der Plattform-Gedanke, der die digitalisierte Wirtschaftswelt immer deutlicher prägt, ist als Lösungsform für das Politische zielführend. „Wir“ wollen eine dezentrale bzw. regionale Organisation der Zivilgesellschaft. Dieser basisdemokratische Ansatz soll den traditionellen Ansatz der Regionalisierung mit der Digitalisierung verbinden.“

Aufgabe

Wie können wir eine dezentral organisierte (siehe Selbstorganisation) Plattform aufbauen, die eine tragfähige Basis für die Zivilgesellschaft darstellen kann?

Unteraufgaben

  • Definiere das Ziel, das heißt den Zustand der Gesellschaft, der durch die Transformation angestrebt wird.
  • Wie lässt sich die Regionalisierung mit der Digitalisierung verbinden?

An dieser Stelle wird eine weitere Problematik deutlich. Obwohl das Problem mit dem linearen Denken erkannt ist (siehe: Zur Tyrannei der linearen Logik von Christian Ferch), ließ es sich nicht vermeiden, diesen Text linear zu verfassen; die eingestreuten Links ändern nichts an der Problematik. Im besten Fall gibt es noch ein paar Kommentare, aber irgendwann heißt es dann “comments are closed” und damit auch in gewisser Weise, kein Anschluss unter dieser Nummer. Ohne Anschluss aber gibt es keine Selbstorganisation (der Begriff Anschlussfähigkeit im Sinne des Soziologen Niklas Luhmann [19] beziehungsweise vom Urheber, dem Philosophen Jürgen Frese).

Call to Action

Vorstellbar beziehungsweise wünschenswert wäre es, einen Text mit einem Action- oder besser noch mit einen Interaction-Button zu versehen, um somit die Voraussetzungen für die gewünschte Vernetzung zur Verfügung zu stellen. Es gibt bereits zahlreiche soziale Netzwerke, die der Interaktion dienen, wie zum Beispiel das Netzwerk Wachstumswende oder das im Entstehen begriffene Netzwerk Human Connection.


Ein derartiger Text, der etwas über der durchschnittlichen Twitter-Länge liegt, hat zumindest vom Volumen her das Zeug zu einer Tagesdosis. Die tägliche Tagesdosis bei KenFM und anderen alternativen Medien, die ich seit einem halben Jahr im Zuge der Recherchen für diesen Text genossen habe, bringt meinen Dosimeter an seine Kapazitätsgrenze. Ich kann mir vorstellen, dass es vielen Leserinnen und Lesern von Neue Debatte ähnlich geht. Wir brauchen nicht unbedingt noch mehr Information und mehr Aufklärung.

Wie Greta Thunberg sagt, kennen wir alle Fakten und Lösungen. Dass bedeutet, dass das, was jetzt ansteht, ist, in Aktion, besser noch in Interaktion zu kommen. Allerdings würde ich alle durch hinreichend viele ersetzen. Es gibt noch so etwas wie eine unsichtbare Wand, die uns daran hindert, in großem Maßstab wirksam zu werden. Wir sind noch eher in der Rauschzone, als in der Verstärkungszone beziehungsweise der Selbsttragenden Zone, um eine Begrifflichkeit von Rolf Peter Sieferle [20] aus einem Gutachten zur “Großen Transformation” zu zitieren.

Ausblick

Mit der Frage, wie wir diese unsichtbare Mauer beziehungsweise den Engpass im Sinne der Engpasstheorie überwinden können, beschäftigt sich der zweite Teil der Trilogie. Im dritten Teil geht es um eine erste Antwort auf die oben gestellte Aufgabe, also auf die Frage, wie eine selbsttragende Plattform (= Infrastruktur zur Vernetzung) für die Zivilgesellschaft aussehen könnte.


Quellen und Anmerkungen

[1] “Das Ende der Megamaschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation“ erschien 2015 im Promedia Verlag (Wien). Autor Fabian Scheidler, Mitbegründer des unabhängigen Fernsehmagazins Kontext TV, beschreibt in dem Buch die Ursprünge ökonomischer, militärischer und ideologischer Macht bis ins heutige Weltsystem hinein. Kritisiert wird die radikale und immer rücksichtslosere Ausbeutung von Natur und Mensch, die in der Zerstörung der Ökosysteme und der Gesellschaften gipfelt. Es ist der Abgesang auf die globale Megamaschine. Mehr Informationen auf www.megamaschine.org.

[2] Das englische Wort Prosumer, später ins Deutschen als Prosument übernommen, bezeichnet einen Verbraucher (consumer), der professionellere Ansprüche an ein bestimmtes Produkt stellt. Der durchschnittliche Endverbraucher gibt sich dagegen mit dem Produkt zufrieden.

[3] Focus Online: Wetter-Alarm weltweit! TerraX-Legende Lesch erklärt, was uns noch retten kann. Auf https://www.focus.de/wissen/klima/focus-online-interview-wetter-alarm-weltweit-terrax-legende-lesch-erklaert-was-uns-noch-retten-kann_id_9914008.html (abgerufen am 06.02.2019).

[4] Kurt Tsadek Lewin (1890 – 1947) gilt als einer der Pioniere der Psychologie. Er war Begründer der modernen experimentellen Sozialpsychologie und gehörte zur Berliner Schule der Gestaltpsychologie. Für Veränderungsprozesse in Gruppen und Organisationen, aber auch für soziale Veränderungen in einer Gesellschaft, formulierte er 1947 ein 3-Phasen-Modell. Veränderungen erfolgen nach Lewins Überlegungen durch Auflockern (Unfreezing), Hinüberleiten (Moving) und Verfestigen (Freezing). Mehr Informationen unter anderem in Frontiers in group dynamics. Concept, method and reality in social science. Social equilibria and social change. In: Human Relations. Bd. 1, Nr. 1, 1947.

[5] Greta Thunberg (Jahrgang 2003) ist eine schwedische Klimaschutzaktivistin, die internationale Aufmerksamkeit erregte durch ihren radialen Einsatz für eine konsequente Klimapolitik und durch den von ihr initiierte Schulstreik für das Klima. Mit ihrem Streik will Thunberg erreichen, dass Schweden das Übereinkommen von Paris einhält. Weltweit schlossen sich Schülerinnen und Schüler ihrem Streik an, der in Deutschland als FridaysForFuture bekannt ist.

[6] Greta Thunberg zur UN-Klimakonferenz: “Der Wandel kommt, ob es euch gefällt oder nicht.” Auf http://www.kontext-tv.de/de/blog/greta-thunberg-zur-un-klimakonferenz-der-wandel-kommt-ob-ihr-wollt-oder-nicht (abgerufen am 06.02.2019).

[7] Der Roman Feuer am Fuss von Dirk C. Fleck erschien 2015. Der Autor versetzt seine Handlung ins Jahr 2035. Die Welt steht vor dem Kollaps. Fleck beschreibt in düsteren Bildern den globalen Zusammenbruch des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Niedergang und drohender Ökozid bleiben den Menschen nicht verborgen. In den “United Regions of the Planet” wächst ein neues Bewusstsein für eine an der Natur orientierte Lebensweise heran. Um dieses Bewusstsein zu festigen, wird spirituelle Hilfe bei Schamanen und Weisen gesucht. Mehr Informationen auf der Webseite www.feueramfuss.de von Dirk C. Fleck.

[8] Telepolis vom 27.08.2018: Eine Welt in Flammen. Auf https://www.heise.de/tp/features/Ein-Feuerguertel-umzieht-die-Erde-4145829.html?wt_mc=nl.tp-aktuell.woechentlich (abgerufen am 06.02.2019).

[9] Daniele Ganser ist ein Historiker, Friedensforscher und Publizist aus der Schweiz. 2005 wurde er durch seine veröffentlichte Dissertation über „NATO-Geheimarmeen” bekannt. Ganser publiziert beispielsweise Untersuchungen zum globalen Fördermaximum von Erdöl und hinterfragt die Ereignisse und Folge der sogenannten Terroranschläge vom 11. September 2001, die als 9/11 bekannt sind.

[10] Michael von Kutzschenbach: “And Then a Miracle Occurs …” (Seite 4). Auf www.researchgate.net (abgerufen am 06.02.2019).

[11] Michiel Schwarz on Re-Design for the Era of Sustainism (PICNIC Festival 2012). Auf https://vimeo.com/51154678 (abgerufen am 06.02.2019).

[12] Energiespardorf auf Bund Naturschutz: https://www.bund-naturschutz.de/energie/energiespardorf-bayern.html (abgerufen am 06.02.2019).

[13] Das Ockhams Rasiermesser (oder auch Prinzip der Parsimonie oder Sparsamkeitsprinzip) ist ein nach Wilhelm von Ockham (1288–1347) benanntes heuristisches Forschungsprinzip aus der Scholastik, das bei der Bildung von erklärenden Hypothesen und Theorien höchstmögliche Sparsamkeit fordert. Das Prinzip besagt im Kern, dass, von mehreren hinreichenden möglichen Erklärungen für ein und denselben Sachverhalt die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen sei. Eine Theorie ist dann einfach, wenn sie möglichst wenige Variablen und Hypothesen enthält und wenn diese in klaren, also logischen Beziehungen zueinander stehen, aus denen der zu erklärende Sachverhalt logisch folgt. Das Prinzip findet seine Anwendung in der Wissenschaftstheorie und der wissenschaftlichen Methodik.

[14] David Deutsch (2012): Hence from the constructor-theoretic perspectiv, physics is almost entirely the theory of the effects that knowledge (abstract constructors) can have on the physical world, via people. Weitere Informationen auf www.constructortheory.org (abgerufen am 06.02.2019).

[15] Beim Doppelspaltexperiment lässt man Wellen, zum Beispiel kohärente Lichtwellen, durch eine Blende mit zwei schmalen, parallelen Spalten treten. Auf einem Beobachtungsschirm in einer Distanz zur Blende, die sehr viel größer ist als der Abstand a der beiden Spalte, zeigt sich ein Interferenzmuster. Dieses Muster entsteht durch Beugung der Wellenausbreitung am Doppelspalt. Bei monochromatischem Licht (z. B. von einem Laser) besteht dieses Muster auf dem Schirm aus hellen Streifen (Maxima) und dunklen Streifen (Minima). Voraussetzung zur Beobachtung des Interferenzmusters ist, dass die Wellenlänge λ kleiner als der Abstand a der beiden Spalte ist. Mehr Informationen auf https://de.wikipedia.org/wiki/Doppelspaltexperiment (abgerufen am 06.02.2019).

[16] Synergetik ist die Lehre vom Zusammenwirken von Elementen gleich welcher Art, die innerhalb eines komplexen dynamischen Systems miteinander in Wechselwirkung treten. Der deutsche Physiker Hermann Haken (Jahrgang 1927), emeritierter Professor des Lehrstuhls für theoretische Physik der Universität Stuttgart, ist Begründer der Synergetik.

[17] Frederic Vester (1925–2003) war ein Biochemiker, Systemforscher, Umweltexperte, Universitätsprofessor und populärwissenschaftlicher Autor aus Deutschland.

[18] Götz Wolfgang Werner ist ein deutscher Unternehmer und Gründer von dm-drogerie markt. Von 2003 bis 2010 leitete Werner das Interfakultative Institut für Entrepreneurship am Karlsruher Institut für Technologie. Außerdem ist er Gründer der Initiative „Unternimm die Zukunft”, Präsident des EHI Retail Institute und Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens.

[19] Anschluss ist in der Soziologie ein Fachbegriff aus der Systemtheorie von Niklas Luhmann. Er bezeichnet die in einer sozialen Begegnung auf eine Selektion der anderen Seite folgende, selbst gewählte Selektion. Diese Selektionen beziehen sich aufeinander. Anschlussfähigkeit ist die Kapazität von Systemen zu gewährleisten, dass sich an die Selektionen eines Systems weitere anschließen können. Alle sozialen Systeme reproduzieren sich über Kommunikation (zum Beispiel Wirtschaftssystem oder Politik) oder Handlungen (Medizin und Erziehungssystem). Dies gelingt nur, wenn die einzelnen Einheiten aneinander anschlussfähig sind, was durch einen systemspezifischen Code geleistet wird, der als zentrale Logik (Leitunterscheidung) aller Kommunikation zugrunde liegt und sie als systemzugehörig erkennbar macht. Mehr Informationen auf https://de.wikipedia.org/wiki/Anschluss_(Soziologie) (abgerufen am 06.02.2019).

[20] Rolf Peter Sieferle (1949-2016) war ein Historiker, der den energetischen Ansatz der Umweltgeschichte etablierte. 1995 veröffentlichte er ein Buch zur so genannten Konservativen Revolution, in dem er auch den Nationalsozialismus als eine „reale konservative Revolution“ wertete. 2010 legte er eine von drei externen Expertisen für das Hauptgutachten Welt im Wandel: Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen vor. Das Gutachten ist auf www.wbgu.de als PDF verfügbar (abgerufen am 06.02.2019). Postum wurde sein Buch Finis Germania veröffentlicht, es löste eine Kontroverse aus. Kritiker unterstellten, es würden in dem Buch rechte Verschwörungstheorien verbreitet.


Fotos und Abbildungen: Isis França (Unsplash.com), Bund Naturschutz, Worldview Nasa, Pixabay und Franz Jakob.

Geologe

Franz Jakob hat Geologie studiert und dort einen ordentlichen Abschluss vorzuweisen, im Gegensatz zu dem parallelen und bis heute andauernden "Studium generale" mit den Schwerpunkten Philosophie und Strukturwissenschaften. Ein Forschungsvorhaben bei einer geologischen Landesbehörde, bei dem es um die Lösung eines umstrittenen gesellschaftlichen Problems ging – wie und wo sollen wir unseren Müll ablagern – brachte ihn mit dem Thema Komplexität in Verbindung. Seit dieser Zeit versucht er, die theoretische und die praktische Seite komplexer Probleme durch eine Synthese in Form einer operationalen Handlungstheorie zu verbinden. Die Spannweite reicht von kleineren lokalen Aufgabenstellungen – wie können wir für 40 Hauseigentümer ein Nahwärmenetz aufbauen – bis hin zur Frage, wie können wir die anstehende "Große Transformation", die vielfach als dritte große Revolution in der Menschheitsgeschichte bezeichnet wird, gestalten.

COMMENTS

Phantasien
Es wird uns doch nicht schwer fallen, einmal ein wenig mehr Phantasie zu entwickeln, um sich vorstellen zu können, wie wir in näherer Zukunft uns verhalten und miteinander umgehen werden. Wer sich das nicht zutraut, solche Vorstellung zu verkraften, kann hier das Weiterlesen beenden.Was würde wohl ein Außerirdischer denken, wenn er einen Blick auf die Vorgänge auf der Erde werfen könnte. Dem zeigt sich Wesen, die eigentlich eingebunden in die Natur, wohl immer mehr zu Maschinen-Menschen wurden, die viel Wert auf bezahlte Arbeit legen. Dieses Wesen hat sich angewöhnt, die Natur nur noch zum eigenen Vorteil zu nutzen. Jegliche Hochachtung oder Demut vor ihr ist verloren gegangen. Es entsteht der Eindruck, als ob diese sich als Herrscher der Erde und vielleicht sogar noch des Weltalls fühlen. Vielleicht lohnt sich hier eine Gegenüberstellung von dem, was ist, zu dem, wie es sein könnte. Man sollte erwarten können, dass Menschen noch so viel Verstand aufbringen können, um das eigene Verhalten mit ein wenig Abstand zu betrachten. Man muss wahrscheinlich auch lernen, nicht nur einfach dagegen zu sein, sondern auch dem „dafür“ eine Lücke zu lassen.

Demut:
Auf den letzten Drücker sollte einem Großteil der Menschen klar geworden sein, dass ein „Weiter so“ alles, was sich aus der Art zu leben und zu verhalten, nicht mehr von der Natur und noch weniger vom Klima nicht mitgetragen wird. Es sollte ein anderer Weg eingeschlagen und somit dem Miteinander viel mehr Beachtung geschenkt werden. Wenn wieder die Demut der Menschen vor der Natur und Erde vorherrscht, werden diese sich hilfsbereit zeigen. Diese Beachtung und Demut sollten wie eine Religion festgeschrieben werden. Die Kenntnis, dass nur gemeinsam mit Natur und Erde ein Überleben gesichert ist, muss auch als Grundgedanke aller nachfolgenden Veränderungen anzusehen sein:

Demokratie:
Voraussetzung für die Durchführung solcher Veränderungen ist natürlich die Mitbestimmung aller Bürger durch die Einführung der direkten Demokratie. Parteien sind abgeschafft, alle Abgeordneten sind aufgefordert, nach ihrem Gewissen ihre Entscheidung zu treffen, da Professoren herausgefunden hatten, dass die Mehrheit immer die besten Lösungen liefern, auch wenn eine spezielle Kenntnis nicht immer vorhanden war. So bestimmt der Wille des Volkes das Verhalten aller und damit war der Gier Einzelner ein Riegel vorgeschoben. So sind alle Bürger gefordert, sich um Natur, Erde, Welt und das Miteinander zu kümmern. Bei ganz wichtigen Entscheidungen sind auch Volksbefragungen möglich. Egoismus, die Gier und die Introvertiertheit sind einem Denken im Miteinander gewichen. Jedem ist bewusst, dass auch er eine Verantwortung für das Ganze mitzutragen hat. Falls die Menschheit hier versagt, so ist ihr eben nicht zu helfen.

Das Geldsystem:
Das heutige Geldsystem ist als den größten Übeltäter im heutigen Umgang miteinander anzusehen. Es hat unser ganzes Denken vergiftet, weil alle Vorgänge zunächst immer unter dem Aspekt „Ist hierfür Geld da“ gesehen wird. Dabei liegt es nicht an der Menge des vorhandenen Geldes, es befindet sich systembedingt in den Händen weniger, die kein Interesse am Wohlstand der Allgemeinheit haben. Da es sich bei diesem Geld um Kreditgeld handelt, fordern diese Wohlhabenden stetig Zinsen dafür, daher eine stetige Zunahme der Armut bei den Minderbemittelten. Hier ist dringendst eine Änderung erforderlich, wenn nicht alle Völker einen grausamen Einbruch erleben wollen.
Geld muss wieder unter die Kontrolle aller Bürger durch die Einführung von Vollgeld kommen. Was für eine sonderbare Art, die Erzeugung von Geld profitorientierten Banken zu überlassen. Wie bei allen natürlichen Gegenständen, nimmt Geld an Wert ab, wenn es sich nicht im Geldkreislauf befindet. Gespartes Geld wird mit einem Negativzins belegt.

Vom Umgang mit Geld:
Um der Menschheit in Zukunft ein sinnvolles überleben zu garantieren, ist der Verzicht auf den vielen Luxus vorrangig. Es ist dringend erforderlich, unseren Energieverbrauch stark zurückzuführen, damit die Schäden durch Klimakatastrophen wieder begrenzt werden. Das muss bei allen Überlegungen im Vordergrund stehen. Außerdem darf die Erde und die Natur nicht mehr so stark ausgebeutet werden, um unseren Nachkommen noch ein auskömmliches Leben zu garantieren.
Heute drängeln sich in jeder Stadt morgens zu gleicher Zeit sehr viele Autos auf zu engen Straßen in die Stadtmitte. Alle wollen oder müssen arbeiten. Sie machen das, weil sie ja Geld verdienen müssen. Und wird auf der Arbeit das hergestellt, was gerade benötigt wird. Nein, diejenigen wissen oft gar nicht mehr, was sie herstellen. Wichtig ist nur, viel zu arbeiten, das bringt Geld in die Kasse. Und immer reicht es noch nicht, Wirtschaftswachstum ist weiterhin angesagt. Dieses Verhalten hat sich so eingebürgert, sollte man da nicht doch auf die Idee kommen, über die Sinnhaftigkeit dieser Art zu leben, ein wenig mehr nachzudenken.

Familie und Wohnen
Gegenüberstellen könnte man ja einmal die Arbeitsteilung in einer normalen Familie. Hier werden die auszuführenden Arbeiten erledigt, wenn sie anfallen. Es wird nicht darauf geachtet, ob jemand mehr oder weniger arbeitet. Die Mahlzeiten werden meistens gemeinsam eingenommen, wobei der Zeitpunkt sogar variieren kann. Den Bedürftigen, ob alt oder jung, wird jede Hilfe zuteil, ohne Rücksicht auf Entschädigung.
Noch sinnvoller könnte das wohl noch in einem Mehrgenerationen-Haus zugehen, besonders in Bezug auf die Gemeinschafts-Arbeiten, die Kosten stehen hier nie im Vordergrund. Viele der heute mit finanziellen Mitteln zu leistenden Pflege- und Hilfsarbeiten werden dann innerhalb der Familien unentgeltlich geleistet. Kinderbetreuung ist dann kostenlos und ohne Nutzung von Transportmitteln möglich und auch von den Großeltern zu erledigen. Die Pflege von Kranken und Behinderten spielt sich meistens innerhalb des Hauses ab. Wenn dann auch noch Nachbarschafts-Hilfe angesagt wäre, spielt für solches Miteinander hier Geld keine ausschlaggebende Rolle. Besonders erfolgreich könnte es noch sein, wenn der Beruf oder die Arbeitsmöglichkeit so gewählt wird, dass diese sich in der Nähe der Wohnung befindet. Die Einsparungen von Energie und Zeit sind nicht zu ermessen. Da wird zunächst sicher ein großer Protest zu erwarten sein, aber die Freiheit des Einzelnen könnte dann auch dann bedeuten, aus Gründen des Gemeinwohls sich dem mehr zu widmen und auch unterzuordnen, damit die Vermeidung von Ressourcen Vorrang erhält. Unter Berücksichtigung, dass wir 7 Milliarden geworden sind, kann es nichts Wichtigeres geben als den Zustand der Erde so wenig wie möglich zu schädigen. Solcher Umdenkungsprozess wird sicher sehr viel Mühe machen. Der heutige Egoismus und auch die Gedankenlosigkeit gehören zumindest reduziert.

Geld und Finanzen
Gerade beim Geld lohnt es sich, darüber intensiver nachzudenken. Da wird immer festgestellt, dass die Anzahl der Minderbemittelten zugenommen hat. Aber gleichzeitig steigt der DAX und das BIP in größere Höhen, ein Zeichen, dass wieder mehr Gewinn erzielt wurde. Wohin also bewegt sich das Geld, das doch schon durch Zinsen stetig mehr wird. Und diese Zinsen landen bei den Reichen, denn diese habe das meiste Geld. Das also ist der große Schaden, den dieses Geld den Minderbemittelten zufügt und auch der Grund, warum öffentlich wichtige Arbeiten nicht ausgeführt werden. Diese riesigen Unterschiede entstehen nur durch die so starke automatische Umverteilung aller Gelder. Dies zeigt, wie wichtig hier eine Änderung nottut.
Voraussetzung dafür ist, dass das heutige Geldsystem abgeschafft und durch das Vollgeldsystem ersetzt wurde. Wie kann man profitorientierten Institutionen die Funktion zugestehen, Geld aus dem Nichts zu erzeugen und dafür auch noch Zinsen zu verlangen. Außerdem sollte jedes Land seine eigene Währung haben, denn nur dann kan der Souverän bestimmen, wie groß die gesamte Geldmenge sein soll. Möglich wäre auch, Banken zu Filialen der Zentralbank zu machen und deren Beschäftigte zu Angestellten des Bundes zu machen. Die Verwaltung von Geld gehört nicht in private Hände. So wären Entartungen nicht mehr möglich. Nie wird es erlaubt, dass Behörden Schulden machen dürfen. Wenn Arbeitskräfte und erforderliche Arbeit für die Gemeinschaft anfallen, dann müssen sie auch geleistet werden, es darf nicht am Geld scheitern. Es ist nicht gestattet, Probleme einfach den Nachkommen überlassen.

Das bedingungslose Grundeinkommen
Gleichzeitig muss auch das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) eingeführt worden sein. Folgende Vorteile resultieren daraus: Es entfällt die Arbeitslosen- und Renten-Versicherung und deren Verwaltung. Die heute so große Abhängigkeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist nicht mehr möglich. Es können diese riesigen Unterschiede nicht mehr entstehen. Nur mit einem Vollgeldsystem in Verbindung mit dem BGE kann eine Konstanz zwischen der Finanzwirtschaft und dem Einkommen entstehen. Das heutige System bedingt immer eine Anreicherung fast allen Geldes bei wenigen Reichen. Jeder Einfluss ist damit hauptsächlich diesen Wenigen überlassen. Es ist also gefährlich, wenn viel Geld in einer Hand ist und Entscheidungen allein dem Inhaber überlassen bleibt. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Jeder Arbeitsuchende könnte in Zukunft auch jede Arbeit ohne einen Arbeitsvertrag ausführen, es fallen dafür keine Steuern an, die Arbeiten unterliegen normalerweise auch keiner Genehmigung. Wieviel Ideen Einzelner könnten dann verwirklicht werden. Wichtig wäre in Zukunft, dass die Geldmenge eines Einzelnen nie Größenordnung erreicht, dass es daraus immer zu einer Herrschaft über Andere kommt. Diese Abhängigkeit kann nur dadurch unterbunden werden, wenn eine andere Art der Geldumverteilung stattfindet und damit auch immer einer Mitbestimmung Vieler unterliegt, das könnte nur möglich sein, wenn alle Aktien durch Genossenschafts-Anteile ersetzt werden. Die gesamte Geldmenge unterliegt danach der Monetative, einer Institution, die aus gewählten von der Regierung unabhängigen Vertretern besteht. Eine Gemeinschaftswährung mit anderen Ländern ist nicht zulässig, da dann bei Mängeln jeder auf den anderen zeigt. Die Monetative bestimmt die gesamte Geldmenge und regelt durch Geld die Aufrechterhaltung aller öffentlichen Einrichtungen, sodass dort Mängel nicht den Nachkommen übertragen werden. Gleichzeitig muss der Geldkreislauf so geregelt sein, dass nirgends eine große Ansammlung von Geld entsteht. Auch das Verhalten der gesamten Gemeinschaft kann so geregelt werden, damit erst keine Mangelerscheinung wegen Geld aufkommt.

Arbeit und Beschäftigung
Der Nachteil des heutigen Lebens ist, dass es fast immer außerhalb der Familie stattfindet. Pünktlich auch noch fast zur gleichen Zeit treffen sich die Mitmenschen zur Arbeit und das meistens im Zentrum der Stadt. Es herrscht täglich ein riesiges Gedränge von Autos, Staus sind dabei fast immer vorprogrammiert. An seinem Arbeitsplatz leistet jeder seine Arbeit, ob sie ihm Spaß macht, danach wird in den wenigsten Fällen gefragt. Wir sind inzwischen 7 Milliarden Erdbewohner geworden, da ist es wichtig, dass grundsätzlich eine riesige Energie-Einsparung stattfindet. Wie viel Energie und Zeit könnte für den Einzelnen eingespart werden, wenn Geschäfte wieder zentral in den Ortschaften oder Ortsteilen vorhanden wären. Benötigen wir wirklich diese Auswahl in den Handels-Ketten, benötigen wir gleichzeitig das Konkurrenzdenken. Müssen wir immer darauf achten, wo etwas günstiger ist. Das bedeutet doch nur, dass Arbeitnehmer wieder unter Druck gesetzt werden, um Güter preiswerter herzustellen. Dieses andere Denken immer unter dem Gesichtspunkt vom sorgfältigen Umgang mit der Natur. Die Arbeitsstätten sollten schon in der Nähe angeordnet sein, um Transport-Energien und -Zeiten einzusparen. Eine Anpassung an die Verhältnisse vor Ort das scheint möglich, weil dann in jeder Firma Mitbestimmung ein Standard ist. Im Zeitalter der Digitalisierung gibt es sicher eine Anzahl Arbeiten, die sogar von zuhause erledigt werden können. Eine Anzahl Ökonomen sollten sich nur damit befassen, dass alle Mitglieder der Gesellschaft so wenig wie möglich einer bezahlten Arbeit nachgehen müssen. Um Engpässe zu vermeiden, sollte die Ausbildung frühzeitig genug gestartet werden können. Wir sind doch wohl nicht auf der Welt, um zu arbeiten. Die heutige Meinung, dass die Schaffung von Arbeitsplätzen eine wichtige Aufgabe sei, ist doch ein Zeichen, dass das Geldsystem fehlerhaft organisiert ist. Arbeitslos zu sein, ist dann nicht mehr als Mangel anzusehen.

Firmen und Anteile
Unter der Annahme, dass Vollgeld und bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt und Konzerne durch Genossenschaften ersetzt wurden und dabei alle Beschäftigten auch Anteilseigner wären und so die Anteile der Einlagen gering zum Ganzen wäre, könnte eine ganz andere Art von Firmen entstehen. Eine Anstellung in einer Firma bedeutet eine Absprache auf Augenhöhe. Sicher wäre dann zusätzlich eine Kooperation zwischen Firmen zu erwarten und zu hoffen, schon um größere Projekte zu handhaben. Bei einem Schwund im Absatz, sollte niemand Bedenken wegen einer Entlassung haben, man könnte sich ja auf eine Verringerung des Arbeitslohns einigen, das BGE schützt außerdem immer gegen echte Armut. Über Entlassungen und Einstellungen wird gemeinschaftlich beraten. Das Einkommen sollte sich nach der Ausbildung und der Position in der Firma richten, aber höchstens im Verhältnis 1 zu 5 variieren. Die Leitung der Firma wird in gemeinschaftlicher Abstimmung ermittelt. Falls eine erhöhte Auftragserteilung vorliegt, könnte auch eine Kooperation das Problem lösen. Immer alles unter dem Gesichtspunkt, die Schädigung von Erde und Natur klein zu halten. Ganz wichtig ist die Abkehr vom Konkurrenzdenken, stattdessen sollte alles in Koexistenz gelöst werden.

Berufe und deren Ausbildung
Heute ist die Regierung daran interessiert, dass solche Arbeitsplätze entstehen, die durch Steuern viel Geld in Kasse kommt. So ist immer wieder zu beobachten, dass gerade bei vielen wichtigen Berufen, wie Pfleger oder auch Lehrer, großer Mangel herrscht. Das resultiert natürlich daraus, dass gerade diese wichtigen Berufe unterbezahlt sind. Nur wenn die Denkweise sich vom heutigen Geldsystem lösen würde, wäre es möglich, dass Fachleute frühzeitig genug feststellen würden, dass hier ein Mangel zu erwarten ist, könnte danach die Ausbildung diesen Mangel beheben. Das gilt nicht nur für diese Berufe, sondern für das gesamte Miteinander sollte diese Art zu handeln, Allgemeingültigkeit haben. Immer wieder ist das Geldsystem, das jegliches Miteinander unterdrückt.

Gemeinwohl
Alle Mitglieder einer Gemeinschaft, ob Ortsteil, Ort, Kreis und Land sind gefordert, sich um Gemeinschaftsaufgaben zu kümmern, das gilt natürlich auch für den Arbeitsplatz. Gerade hier muss Einiges sich ändern, weil von der jetzigen Regierung wenig zu erwarten ist, denn das Kapital allein bestimmt, wie viel Geld unter welchen Bedingungen für den Staat zur Verfügung steht. Die großen Schulden geben heute den Banken diese große Macht. Eine große Anzahl Ökonomen sind beauftragt, ein Optimum im Miteinander zu finden, um die Natur und die Erde so wenig wie möglich zu schädigen.
Durch das eingeführte Vollgeldsystem ist der Erhalt und die Errichtung der öffentlichen Einrichtungen lösbar und wird nicht den Nachkommen aufgebürdet.
Gemeinschaftlich wird entschieden, wenn größere Projekte in Angriff genommen werden sollen. Alle gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen sind immer auch gemeinschaftlich erstellt und gewartet. Da wieder Demut vor der Natur eingekehrt ist, werden alle großen Aktionen nach der Schwere der Schädigung der Natur entschieden. Niemals sollte die Beschaffung von Geldern ein Grund für eine Nichtausführung einer wichtigen Gemeinschaftsarbeit sein.

Demokratie und Entscheidungen
In der heutigen parlamentarischen Demokratie bestimmt nicht das Volk. Es ist das Kapital, dem sich alle Entscheidungen unterzuordnen haben. Nur die direkte Demokratie, bei der alle Mitglieder des Parlaments direkt gewählt wurden und keiner Partei angehören, kann man erwarten, dass die Entscheidungen denen des Volkes entsprechen. Alle Mitglieder sind aufgefordert, an jeder Abstimmung teilzunehmen. Damit die Entscheidungsfindung für den Einzelnen vereinfacht wird, sollte es parallel ein Forum von Wissenschaftlern geben, die ihre Meinung jeweils zu ihrem Fachgebiet frei und öffentlich aussprechen müssen. So unterstützt es die Entscheidung eines jeden Mitglieds des Parlaments und ist vom Volk besser nachvollziehbar.

Klima und Folgen
Dieses Thema sollte nicht am Ende der Überlegungen stehen, denn es ist erschreckend, die Äußerungen von Klima-Experten zu hören. Wie oft hören wir heute schon von Überschwemmungen oder Dürre-Perioden. Wenn diese Verhältnisse so bleiben, dann ist die Versorgung mit Lebensmitteln nicht mehr gesichert oder es beginnen Machtkämpfe. So sind die vorher beschriebenen Änderungen und Einschränkungen wichtiger denn je.

Gründe für das heutige Verhalten
Es fehlen oft die Informationen der Medien und auch in der Schule werden diese Themen vernachlässigt.Der allgemein so ausgedehnte Egoismus verhindert ein Gemeinwohl-Denken. Auch liegen die Ursachen des Konkurrenz- und Wettbewerbs-denkens schon im heutigen Geldsystems begründet und unterdrückt auch das Gemeinwohldenken. Die Anschauung jedes Einzelnen an seine völlige Freiheit bei seinen Entscheidungen verhindert leider wieder ein Denken an Gemeinwohl, das aber zum Erhalt des menschlichen Lebens schon in Bezug auf die Klimaveränderung, auf die Ausbeutung der Erde und der Natur dringend erforderlich ist.

Ausblick
Wann wird bei den Menschen so viel Vernunft einkehren, dass sie erkennen, wie schädlich ihr Verhalten gegenüber der Erde, der Natur, den Menschen und Tieren heute ist. Wie viel Arten von Tieren sind schon von der Erde verschwunden. Jede Art sinnvoller Einschränkung muss als Fortschritt angesehen werden. Jeder Tag, der in der heutigen Art verbracht wird, ist ein Tag zu viel.

(Diese Überlegungen lassen sich stetig vielseitig nach allen Richtungen erweitern.)

prima Beitrag, vielen Dank!
Konfuzius klare Worte mußten auf Grund der Klarheit in eine Abfolge gebracht werden, die jedoch nicht der Wirklichkeit entspricht: denn die Prozesse der vielen individuellen Bewußtseinsentwicklungen verlaufen weder synchron noch daß sie grundsätzlich zielgerichtet oder finalisiert werden könnten. Zweifellos: auf der Metaplanebene hat Konfuzius natürlich recht.

Betrachten wir das Gegebene hier in Mitteleuropa, so konstatieren wir viele “alternative” Einzelbewegungen:
– die sogenannten Ökodörfer und – gemeinschaften (z.B. Sieben Linden, Steyerberg, Tempelhof, Dottenfelder Hof usw.)
– einige religiöse Gemeinschaften, die strukturell praktisch z.B. im Sinne der Urchristentums agieren
– einige Netzwerke, die überwiegend “theoretisch” (Informationen erstellen und verbreiten) unterwegs sind
– Nachbarschaftsnetzwerke, transition-town Bewegung, SoLawi´s usw.
– viele kleinere, lokale Netzwerke in lokal wirkenden Vereinen und Bürgerinitiativen
– Youtuber, Blogbetreiber, Mediennetzwerke (z.B. kla-TV)
– Unternehmernetzwerke
– u.a. …

Sie alle arbeiten mehr oder weniger “in und mit der Maschine” – allen ist jedoch gemeinsam, daß keiner von ihnen ein Konzept, entwickelt oder lebt, welches für oder von jedem jetzt noch in der Maschine eingebundenen und abhängigen Menschen mit umgesetzt werden könnte – es kann und will nicht jeder “Ökodörfler” sein…
Wir haben es hierbei also immer nur mit Nischen zu tun, deren Struktur sich so nicht auf das Volksgesamt übertragen lassen.

Denn ein solches Konzept der allgemeinen Einstiegsmöglichkeit würde bedeuten: die Menschen können zunächst genau das arbeiten und tun, was sie zur Zeit tun können mit genau den Strukturen und Ressourcen, die zur Zeit (bei ihnen) vorhanden sind – aber mit einer ganz anderen Wirksamkeit und Richtung:

– “Krankenkassenbeiträge” unterstützen kein profitorientiertes und von Pharaminteressen durchsetztes “Patientenentmündigungssystem” in dem der Patient ja als Einnahmequelle erhalten werden muß.

– es gibt keine private (privare-rauben) Geldmonopolisierung: stattdessen zins- und schuldfreie Geldschöpfung

– es gibt keine Zwangsabgaben mehr (Steuern, Zwangsbeiträge wie GEZ usw.) die der Sicherung von Machtzentren dienen

– das Bildungsleben ist dezentral und “staatsbefreit” – die Bürger entscheiden selbst ..

– die Exekutivkräfte unterstehen dem Volk und sind auf moralisch hohem Niveau (wer Waffengewalt hat, muß sich dieser als würdig erwiesen haben!)

Es ist leicht einzusehen: um dies zu bewerkstelligen bedarf es einer ganz neuen “obersten Organisationsebene”.
Das bedeutet: so richtig und wichtig es ist, daß sowohl der Einzelne sich selbst entwickelt im oben angedeuteten konfuzianischen Sinne, so richtig und wichtig es ist auch, daß sich Einzelinitiativen (wie oben genannt) bilden und leben, aber so wichtig und notwendig ist es auch, daß in all diesen Bestrebungen und Entwicklungen endlich der Geist einzieht, gleichzeitig auch die Meta-Organisationebene neu zu gestalten und das ist bekanntlich die Staatsebene (was nie und nimmer mit einer “Bekreuzigung” und “Urnengang”, oder ein paar Internetklicks zu erledigen ist).

Ein neuer Staat ist also zu gründen von einem Teil des Deutschen Volkes (diejenigen, die freiwillig an dessen Aufbau teilnehmen möchten – niemand soll dazu gezwungen werden, das Volk, d.h. jeder Einzelne ist der Rechteträger (völkerrecht!) – alle Staatsgewalt geht vom Volk aus …) durch eine verfassungsgebende Versammlung (wie dies beispielsweise in GG Art.146 legitimiert) der Souveräne (freie, einzelne Menschen), so daß hierdurch die Luft- und Bodenhoheit, sowie die eigene Finanzhoheit (Ausgabe von zins- und schuldfreiem Geld) und tatsächliche Subsidiarität der kleineren Organisationseinheiten (Städte, Gemeinden) gegeben ist (siehe Konfuzius).

Alle Schöpfungsprozesse verlaufen im Sinne der gleichzeitgen Schaffung von “Henne und Ei”. Jede Vernetzungarbeit im Sinne der Schaffung eines anderen, besseren gesellschaftlichen organisationalen Rahmens muß daher – egal, was sie sich sonst noch auf die Fahne schreiben will – gleichzeitig AUCH auf dieser höchsten Ebene ansetzen.

Und wie gesagt: das in aller Klarheit auszusprechen und dafür einzustehen, das habe ich noch bei KEINER der bestehenden (Netzwerk)Initiativen feststellen können und die Zustände werden sich nicht wirklich bessern, wenn die Wirksamkeit sich nicht AUCH auf diese oberste Organisationsebne bezieht.

Was sind also die nächsten Schritte, damit sich der Souverän (das Volk und darin jeder Einzelne) den Staat (wie man das auch nennen will) erschafft, den er haben will?

DAZU müßte sich doch erst mal so eine Art Initiativgruppe zusammenfinden, die weitere vorläufige Schritte aufzeigt und bei der dann jeder mitmachen kann, der sich dazu kompetent fühlt …

Im Übrigen wurde dieser Schritt ja schon getätigt, ja sogar schon eine völkerrechtlich legitime Staatsneugründung umgesetzt!
Das könnte als kristallisationspunkt und Ansatz zur Mitwirkung genutzt werden – von ALLEN !!!
Und das wäre eine Möglichkeit von “konfus” zu “konfuzius” zu gelangen ..

“Im Übrigen wurde dieser Schritt ja schon getätigt, ja sogar schon eine völkerrechtlich legitime Staatsneugründung umgesetzt!”

Ist mir leider entgangen – ich bitte um Verdeutlichung – Merci!

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