Debatte über das Bedingungslose Grundeinkommen in Berlin

Ein Mann spricht vor der Community. In Berlin wird über das Bedingungslose Grundeinkommen diskutiert. (Symbolfoto: Miguel Henriques, Unsplash.com)

Das Bedingungslose Grundeinkommen ist ein hochaktuelles gesellschaftspolitisches Thema, das in Deutschland und weltweit als neuartiger Vorschlag in verschiedenen Ländern und in allen politischen Lagern intensiv diskutiert wird.

Am Samstag, 16. März 2019, wird im Mehringhof-Theater in Berlin-Kreuzberg das Grundeinkommen zur Debatte gestellt.

Der Anlass richtet sich bewusst an die spanischsprachige Community. Speziell für die Veranstaltung wurden Daniel Raventos, Professor an der Universität Barcelona und Vorsitzender des Basic Income Earth Network (BIEN), sowie Mayte Quintanilla aus Madrid von der Organisation ‘Humanisten für das Bedingungslose Grundeinkommen’ eingeladen.

Noch nie zuvor wurde so viel über das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) gesagt und geschrieben wie im Jahr 2018. Ökonomen, Geschäftsleute, politische Parteien, nationale und internationale Bürgerverbände entwickeln diese Idee zunehmend. Denn es ist klar, dass das globale Wirtschaftssystem nicht genügend Arbeitsplätze weltweit für alle Menschen im erwerbsfähigen Alter schafft und in der westlichen Welt die jüngsten massiven Lohnkürzungen infolge der jüngsten Wirtschaftskrise und der daraus resultierenden Unsicherheit dazu geführt haben, dass viele Menschen trotz Vollzeitbeschäftigung nicht genug Geld zum Leben haben.

Der Druck auf die Menschen, die staatliche Beihilfen erhalten, und das soziale Stigma, das sie erleiden, wirken sich oft auf ihre Gesundheit und ihr geistiges Gleichgewicht aus. Diese Situation der wirtschaftlichen Unsicherheit, die Hoffnungslosigkeit und der mangelnden Zukunftserwartungen führt zu einer wachsenden Polarisierung der Gesellschaft.

Hinzu kommt der prognostizierte Verlust von bis zu 50 % der derzeitigen Arbeitsplätze in den nächsten zwanzig Jahren durch Robotik und Automatisierung. An dieser Entwicklung gibt es eigentlich nichts auszusetzen und es gibt sehr viel zu tun in der Welt. An Arbeit wird es nicht fehlen. Bezahlte Arbeitsplätze wird es allerdings immer weniger geben.

Das Grundeinkommen für jeden Menschen, bedingungslos und ohne Gegenleistung, scheint der logische Schritt zu sein. Es müssen nicht Arbeitsplätze geschaffen werden, damit die Menschen ein Einkommen haben, sie müssen ein Grundeinkommen erhalten, damit sie arbeiten und tätig werden können.

Für die Einführung des BGE braucht es allerdings einen Paradigmen-Wechsel in der Gesellschaft. Das Einkommen muss von der Arbeit getrennt werden. Die Arbeit ohne Bezahlung muss den gleichen Stellenwert erhalten wie die bezahlte Arbeit. Zusätzlich setzt es Vertrauen in die Mitmenschen voraus. Das Grundeinkommen ist der nächste Schritt in der wachsenden Selbstbestimmung der Menschheit.

Debatte über das Bedingungslose Grundeinkommen

Samstag, 16. März 2019 von 17.00 bis 19.00 Uhr

Mehringhof Theater, Gneisenaustrasse 2a, Berlin Kreuzberg

Hinterhof, Theatereingang, 2. Stock links

Eintritt frei!

Organisator: Podemos Berlin

Debatte zum bedingungslosen Grundeinkommen in Berlin. (Grafik: Pressenza)


Symbolfoto und Grafik: Miguel Henriques (Unsplash.com) und Pressenza

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3 thoughts on “Debatte über das Bedingungslose Grundeinkommen in Berlin

  1. Gute Idee, eine neue politische Konzeption und ein Gegenentwurf zur neoliberalen transatlantischen faschistischen Ideologie

  2. “bedingungsloses grundeinkommen”?
    haben wir – wieder einmal – das ende der geschichte erreicht? dieses mal auf kapitalistische weise? juhu …, dann können wir ja alle suizid begehen, denn gibt nichts mehr weiteres zu tun …
    nach meinem dafürhalten ist auch diese ganze diskussion (wie viele andere) samt dem zugrunde liegenden gedanken-konvolut auswuchs ahistorischen und kontextuell-bewusstlosen wohllebens, und natürlich liebreich garniert mit illusionen, denn der grund-einkommende gut+best-mensch wird dann natürlich seiner ach-so-großen eigenschöpferischen kreativität freien lauf lassen und fortan in paradiesischen gefilden leben …
    bedingungloses grundeinkommen = platt übersetzt: “geschenktes geld für alle” = kommt einem (modernen) erlösungsmythos mit quasi-religiösem gepräge sehr nahe …, und verkennt das rückgekoppeltsein des prinzips “geld+reichtümer” an brutale kapitalistische wirtschaftsweisen und ausbeutung völlig.
    und genau genommen: die heutigen eliten der menschheit, global, haben das bedingungslose grundeinkommen für sich selbst ja längst verwirklicht, und in der tat haben sie daher zeit, motiv, gelegenheit, ihre kreativitäten auszuleben, die jedoch lediglich auf unterstem level dazu verwendet werden, ohne rücksicht auf verluste noch mehr und möglichst unendlich viel mehr bedingungsloses grundeinkommen für sich selbst zu erzeugen.
    es war ein irrtum der sog. “aufklärung” anzunehmen, der mensch-an-sich sei gut, und von zwängen befreit würde er daher zum guten,liebreichen philosophen, er wird stattdessen genau zu dem, was er basicamente immer schon war, seit es menschen als tierart gibt: zur schlimmsten bestie auf diesem planeten, zum amokläufer gegen alles und gegen sich selbst

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