Sanierungsfall Megamaschine: Radikal anders!

Vernetzung ist wichtiger als Stillstand, um die Megamaschine zu ersetzen. (Foto: Mukund Nair, Unsplash.com)

Um den roten Faden von Teil 1 und 2 der Trilogie „Sanierungsfall Megamaschine“ aufzugreifen und diesen in Teil 3 A und 3 B fortzuspinnen, gönnen wir uns zuerst einen kurzen Rückblick.

Die Ausgangslage

Im ersten Teil der Serie ging es darum, in Anlehnung an das von Fabian Scheidler angekündigte Ende der Megamaschine (unsere scheiternde Zivilisation) eine Lagebeschreibung abzugeben. Nach übereinstimmender Analyse des Mainstreams und alternativer Beobachter droht der Kollaps unseres Systems. Diese Beobachtungen, symbolisiert durch das Bild blinkender Warnlampen und der schrillenden Warnsirene im Cockpit eines fliegenden, aber angeschlagenen Gefährts, führen zu folgender These:

Aufklärung allein genügt nicht. Ohne entsprechende Ressourcen, ohne entsprechendes Wissen und ohne Vernetzung kommt es nicht zu den gewünschten Änderungen.

Um unbestimmte Begriffe, wie beispielsweise „die gewünschten Änderungen“ zu präzisieren, führen wir ein Spielfeld und Spielregeln (Sprache, Grammatik) ein. Das Spielfeld umfasst den gesamten Globus, der in unterschiedliche Maßstabsbereiche, ausgehend vom lokalen Umfeld der Spieler/Akteure, über die Region bis hin zum globalen Maßstab reicht.

Der Sinn des Spieles besteht darin, einzelne Aufgaben zu lösen. Jede Aufgabe ist eine Transformation, in der es darum geht, einen Ausgangszustand A in einen harmonischeren Zustand B zu verwandeln. Auch hier gibt es eine Skalierung, die vom persönlichen Umfeld (Kleine Transformation) bis hin zur globalen Dimension (Große Transformation) reicht.

Die Größenordnung der Aufgabe – schließlich reden wir bei der Großen Transformation von der vierten industriellen Revolution in der Menschheitsgeschichte – legt die Frage nahe: Braucht es dazu einen Masterplan? Anders ausgedrückt: Ist ein ganzheitlicher Plan/Ansatz notwendig? Diese Frage führt implizit zur zweiten These, die wiederum eine erste Einordnung des umstrittenen Begriffs Masterplan erlaubt:

Wenn wir die Komplexität durchdrungen haben, dann wird es mit einem Mal recht einfach, dann stoßen wir auf ein paar einfache Regeln, die das ganze Spiel des Lebens beschreiben.

Damit ist nicht der Fünfjahresplan eines sozialistischen Regimes gemeint, vielmehr geht es darum, eine dem Leben zugrunde liegende Struktur (Masterstruktur) und die entsprechenden Prinzipien (Spielregeln) zu entdecken, um dementsprechend handeln zu können. Somit können wir mithilfe des Prinzips der Rekursion (Rückgriff auf die gegebenen Lebensprinzipien) neues Leben entwickeln und gestalten, um uns quasi am eigenen Schopf aus dem Schlamassel zu ziehen, in das wir uns manövriert haben.

Die Komplexität (das Ganze) zu durchdringen bedeutet ganzheitlich zu denken und handeln. Damit wir auch hier nicht im Ungefähren hängen bleiben, stellen wir uns eine Aufgabe, die ausführlich in Teil 3 A und Teil 3 B behandelt werden soll:

Wie können wir eine dezentral organisierte Plattform aufbauen, die eine tragfähige Basis für die Zivilgesellschaft darstellen kann?

Unternehmen Breakthrough

Im Teil 2 der Trilogie, dem Unternehmen Breakthrough, wollen wir die Mauer durchdringen, die unsere Worte von den entsprechenden Taten trennt. Dazu zertrümmern wir in unserem fiktiven Gedanken-Ringbeschleuniger unsere Ideen und Konzepte, um zu unseren Wurzeln zurückzugehen, in der Hoffnung, auf diese Weise eine Art archimedischen Ausgangspunkt für unser Vorhaben zu finden.

Dieses Vorhaben erinnert uns an die Vorgehensweise des Philosophen René Descartes, der mit seinem berühmten Ausspruch „Ich denke, also bin ich“ (ego cogito, ergo sum) den Ausgangspunkt für seinen Discours de la méthode gefunden hat.

Ähnlich wie Descartes, und die ihm nachfolgenden Sprachwissenschaftler und Physiker, wollen wir, ausgehend von den kleinsten Bestandteilen – genau genommen ausgehend von der leeren Leinwand – in einem an SimCity angelehnten Spiel (SimUtopia) unsere Vision von einem Nachfolgemodell der Megamaschine ausbreiten.

Bei unserem wagemutigen Vorhaben ignorieren wir weder die in der Menschheitsgeschichte zahlreich vorhandenen Fehlschläge solcher (Master-)Pläne, noch die von Fabian Scheidler erwähnten vier Tyrannen: Physische Macht, Strukturelle Gewalt, Ideologische Macht, Lineares Denken.

Nach dieser Vorarbeit, bei der wir zurück zu unseren Wurzeln gegangen sind, widmen wir uns nun im dritten Teil einem radikal anderen Ansatz, der die Vernetzung der entschlossenen Akteure ermöglichen soll. Hoffnung schöpfen wir bei dem Schriftsteller und Piloten Antoine de Saint-Exupéry, der in verzweifelter Lage zu folgender Erkenntnis gekommen ist:

Von der Sonne betreut, findet der Keim immer seinen Weg durch das Geröll des Bodens.

Kybernetik und Systemtheorie

Der rote Faden, der uns über die drei Teile des Essays hinweg zur Lösung führen soll, wird also zwischen den Wurzeln, die im Ursprung gründen, und der Sonne, die uns den Weg aus der Platonschen Höhle weist, aufgespannt.

In der Platonschen Höhle geht es um Gefangene, die die Geschehnisse der Welt nur als Schattenbilder wahrnehmen können. Die reale Welt außerhalb ihres Sichtfeldes bleibt ihnen verborgen. Ähnlich geht es uns, die wir nur Abbilder der Welt erkennen.

„Die Stellung des Menschen im Kosmos ist immer noch eine Frage wert. Statt Kosmos sollte es heute allerdings Medium heißen, da man sich nie in der Welt selbst befindet, sondern immer nur ihrem Abbild begegnet, wie es sich auf dem Bildschirm des subjektiven Erlebens abzeichnet. […] Die Welt ist Schnittstelle. Das verschleierte Bild zu Sais (Schiller) wartet noch immer auf die nichtfrevlerische Hand, die es enthüllt.“Florian Rötzer; Vom Chaos zur Endophysik, S. 359 ff

Die Befreiung aus der Höhle, die uns im Sinne einer zweiten Aufklärung den Ausbruch aus unserer selbst verschuldeten Unmündigkeit ermöglicht, stellt also eine Aufgabe dar, welche den Schwierigkeitsgrad des Gefangenendilemmas der Spieltheorie weit übertrifft. Diesen Schwierigkeiten ist der notwendige Ausflug in die Tiefen der Theorie geschuldet. Wer sich nicht mit Kybernetik, Systemtheorie und dergleichen befassen will, kann gleich mit Teil 3 B fortfahren.

Radikal anders: Die Vernetzung der entschlossenen Akteure!

Ich denke, also bin ich verantwortlich, also handle ich …

Wir müssen anders denken, fordert Einstein, da wir mit dem alten Denken nicht die Probleme lösen können, die wir damit verursacht haben.

Die radikale Zertrümmerung der Gedanken in Teil 2 zeigt eine erste Wirkung. Das überstrapazierte Einstein Zitat kann man nun aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Da das Denken mit dem Menschen verknüpft ist, lässt sich analog zur berühmten Einsteinschen Formel e=mc², die Masse mit Energie verbindet, vielleicht auch eine Formel für den Menschen finden.

Anders ausgedrückt: Wenn wir neues Denken brauchen, brauchen wir dann auch einen neuen Menschen? Oder in den Worten von Saint-Exupéry: Was muss einer sein?

Mensch = Denken x ? = Das muss einer sein!

Diese Überlegung passt nahtlos zur abschließenden Erkenntnis von Teil 2 der Trilogie. Dieser Einsicht zur Folge haben wir zum einen das Subjekt aus unserem Gesichtsfeld verloren (wir können nicht sagen, was der Mensch ist), zum anderen fehlen uns Methoden, die geeignet sind, die Aufgaben der kleinen und großen Transformationen zu bewältigen. Somit modifizieren wir die Formel in Form einer Arbeitshypothese folgendermaßen:

Mensch = Denken x (Methode x Ziel)

Eine erste Plausibilitätsprüfung führt uns zum Begriff des Homo sapiens, das heißt, des denkenden (wissenden), möglicherweise sogar weisen Menschen und des Homo faber, also des handelnden Menschen, der Werkzeuge und Methoden benutzt.

Unsere Formel scheint also eine berechtigte Umschreibung zentraler Merkmale des Menschen zu sein. Wenn der Weg (Methodos) – wie es heißt – das Ziel ist, führt dies zudem zur spannenden Formel:

Mensch = Denken x Methode²

Wenn wir aber schon so viel vom Menschen wissen, wie kommt es zur Behauptung, dass wir das Subjekt verloren hätten?

Bertolt Brecht und Herr K.

Ein Hinweis findet sich bereits in Teil 2 der Trilogie. Die durch Aristoteles eingeführte strikt zweiwertige Logik (ja/nein, 0/1; tertium non datur), in der Subjekt und Objekt spiegelbildliche Werte bilden, führte zur Herauskürzung des Subjektes.

Vereinfacht ausgedrückt, reicht es zu sagen, dort steht ein Baum, nicht ich sehe dort einen Baum. Die vielen subjektiven Sichtungen dieses Baumes werden quasi durch ein Universalsubjekt ersetzt, das man dann aus der Gleichung wegkürzen kann und es reicht die positive Aussage, dort gibt es einen Baum (ein Objekt). Dieser subtile Vorgang spricht auch aus folgender überraschender Erkenntnis des österreichischen Physikers und Wissenschaftstheoretikers Erwin Schrödingers:

Erwin Schrödinger
„Der Grund, warum unser fühlendes, wahrnehmendes und denkendes Ich nirgendwo in unserem wissenschaftlichen Weltbild anzutreffen ist, kann einfach in sieben Worten angegeben werden: weil es nämlich selbst dieses Weltbild ist. Es ist identisch mit dem Ganzen und kann deshalb in demselben nicht als Teil vorhanden sein.“

Ist dies eventuell die Gelegenheit, uns einen neuen Menschen entsprechend unserem Masterplan zu schnitzen, aus Lehm zu formen oder in einem 3-D-Drucker auszudrucken? Vielleicht doch, wenn wir Bertolt Brecht beziehungsweise seinem Herrn K. folgen:

„Was tun Sie“, wurde Herr K. gefragt, „wenn Sie einen Menschen lieben?“
„Ich mache einen Entwurf von ihm“, sagte Herr K., „und sorge, daß er ihm ähnlich wird.“
„Wer? Der Entwurf?“
„Nein“, sagte Herr K., „der Mensch.“

Beginnen wir mit der Überwindung der klassischen Logik und ihren Entweder-oder-Entscheidungen, dann finden wir hier die Gelegenheit, diese irritierende Antwort des Herrn K. durch eine sowohl als auch Betrachtung zu entschärfen.

Das Gegensatzpaar Mensch und Entwurf steht für das häufig gebrauchte Bild von der Landschaft und der Karte, das heißt, von dem, was wir für die Realität halten und dem Modell, das wir von dieser Wirklichkeit anfertigen. Wir gehen im Allgemeinen davon aus, dass wir uns der Wirklichkeit mit unseren Modellen ziemlich weit annähern, aber nie eine Identität von beiden erreichen können.

Im Vorgriff auf die Möglichkeiten der transklassischen Logik Gotthard Günthers, einem Philosophen und Logiker, stellen wir die These auf, dass eine Identität von Wirklichkeit und Modell (formales System) möglich wird. Beim Mathematiker Rudolf Kaehr [1], einem Schüler Günthers, lesen wir:

Rudolf Kaehr
„Dadurch, dass die Örtlichkeit eines formalen Systems relevant wird, ist es nicht mehr nur ein ideelles, abstraktes oder nur vorgestelltes System, sondern es ist identisch mit seiner eigenen Realisation. Es ist eben genau dieses System, das an diesem Ort ist. Es nimmt seinen jeweiligen Ort ein, verdeckt ihn damit jedoch nicht.“

Wenn das System, von dem hier die Rede ist, unser gesuchtes Subjekt ist, dann eröffnet dies die Möglichkeit, vom Universalsubjekt, das aus den genannten Gründen aus unserem Gesichtsfeld verschwunden ist, zu einem Individualsubjekt [2] zu kommen. Mit Örtlichkeit ist der jeweilige Standpunkt des Subjektes gemeint. Dadurch würde sich auch die scheinbare Paradoxie der Antwort des Herrn K. auflösen. Entwurf/Modell und Subjekt stehen in einem gegenseitigen Umtauschverhältnis und können sich jeweils vertreten.

Logik und Handlungstheorie

Die Konsequenzen, die sich aus dem sich abzeichnenden Potenzial dieser neuen Logik für unser Menschheitsprojekt der Großen Transformation ergeben, sind so gewaltig, dass es sich hier anbietet, einen Blick auf die Menschheitsgeschichte zu werfen, um einen angemessenen Bewertungsmaßstab zur Verfügung zu haben, Schließlich geht es darum, die über 2300 Jahre alte aristotelische Logik zu erweitern. Diesen Überblick verbinden wir mit einer weiteren These:

Das von Einstein geforderte neue Denken verbindet die weiterhin gültige klassische aristotelische Logik mit der von Gotthard Günther entwickelten transklassischen Polykontexturalen Logik (PKL) und entwickelt diese zu einer operationalen (praktikablen) Handlungstheorie weiter.

Im Teil 2 der Trilogie hat es sich bewährt, virtuelle und reale Schieberegler einzuführen, mit deren Hilfe wir uns durch das gesamte Universum bewegen können, von den von Planck erkannten kleinsten Größen (Planck-Zeit, – Länge, Wirkungsquantum) bis hin zu den größten Dimensionen oder der größten Wirkungsgeschwindigkeit, der Lichtgeschwindigkeit. Da wir uns in diesem Teil auf den Menschen, das Subjekt konzentrieren, bewegen wir uns gedanklich zwischen dem Ursprung des Menschen und seiner angestrebten Zukunft im Sinne einer realen Utopie.

Je nach persönlicher Vorliebe kann jeder aus dem reichen Schatz an Vorstellungen schöpfen, die von der Vertreibung des Menschen aus dem Paradies bis hin zu neuen paradiesischen Zuständen reichen.

Manche legen das Paradies in die afrikanische Savanne, die den herumstreifenden Hominiden ausreichend Nahrung boten, in einen religiösen Schöpfungsmythos, wie er beispielsweise im Wessobrunner Gebet [3] beschrieben wird, oder gar in den Bauch unserer Mutter, wo wir in einem – leider unbewussten – rundum sorglos Zustand waren. Viele möchten diesen Zustand wiedererlangen, wobei die Vorstellung des Schlaraffenlandes in Form einer bedingungslosen „Amazon Shopping Flatrate“ greifbar nahe erscheint.

Die vier Demütigungen

Leider wartet zwischen beiden Paradiesen das reale Leben mit seinen Widrigkeiten auf uns, und hier mussten wir in den vergangenen Jahrhunderten tiefe Demütigungen erleben. Der italienische Philosoph Luciano Floridi [4] beschreibt in seinem Buch „Die 4. Revolution“ vier dieser Demütigungen, die jeweils mit einer Revolution unseres Weltbildes verbunden waren.

Zunächst vertreibt Kopernikus den Menschen aus dem uns als Ebenbilder Gottes zustehenden Zentrum des Universums, dann nimmt uns Darwin die Vorstellung, Krone der Schöpfung zu sein. Freud belehrt uns, dass wir nicht Herr im eigenen Haus sind – allzu oft sind wir den Launen unseres Unterbewusstseins unterworfen – und schließlich ersinnt Turing Maschinen, die uns beim Schach und vielen anderen Tätigkeiten schlagen.

Ich weiß nicht, ob sich jemand tatsächlich auf diese Weise gedemütigt gefühlt hat, aber es ist auf jeden Fall eine gute Geschichte, der ich einen weiteren Namen hinzufügen will. Die aktuelle Demütigung erfolgt durch die 16-jährige Greta Thunberg, die uns auffordert, unserer Verantwortung für diesen Planeten gerecht zu werden.

Der Abstieg vom Ebenbild Gottes hin zum unmündigen und verantwortungslosen Menschen, der seinen eigenen Planeten verwüstet, ist ziemlich steil und so erscheint es dringend geboten, diesen Abstieg zu stoppen und der vierten Revolution eine fünfte folgen zu lassen, die zu einem Wiederaufstieg des Menschen führt.

Passenderweise hat der Namensgeber der vierten Revolution, Alan Turing, das als Tyrannen eingestufte lineare Denken auf die Spitze getrieben. Mit seinem Gedankenkonstrukt, der Turingmaschine, beendete er die Suche nach dem Wesen des Algorithmus, das heißt nach einer Problemlösungsmethode für komplizierte Probleme. Mittlerweile wird der Begriff Algorithmus mit dem Begriff Turingmaschine gleichgesetzt.

Turings Erkenntnisse

Möglichen Befürchtungen bezüglich einer Abschweifung in kompliziertes und verwirrendes Terrain möchte ich vier Erkenntnisse gegenüberstellen, die uns bei unserer Herkulesaufgabe Hoffnung machen:

(1) Turings geniale Erfindung beruht auf einem Gedankenkonstrukt, das heißt, er ist sehr effektiv mit virtuellen gedanklichen Schiebereglern umgegangen.

(2) Turings Maschine, die in der Lage ist, alle lösbaren komplizierten Probleme zu lösen, ist extrem einfach. Sie besteht nur aus 3 Teilen, einem unendlich langen Eingabe-Ausgabeband, einem Schreib-Lesekopf und einem Rechenwerk.

(3) Turings Erkenntnis mündet in der Gleichsetzung zweier Begriffe, dem des Algorithmus und dem seiner Turingmaschine. Auch wir streben die Gleichsetzung zweier Begriffe an, nämlich dem der Realität (Landschaft) und dem des Modells (Karte).

(4) Turings Erkenntnisse waren so bahnbrechend, dass viele von einer Turing-Galaxis [5] sprechen, in der wir heute leben; diese hat die Gutenberg-Galaxis abgelöst und sie hat viel mit der von Floridi beschriebenen Infosphäre zu tun. Wir bewegen uns täglich in dieser Infosphäre und wir benutzen täglich Apparate (PC, Smartphone, …), die wir auch Turing zu verdanken haben. Allerdings ist der Name Turing fast aus unserem Gedächtnis verschwunden. Die positive Nachricht: Wir können von den Segnungen einer Erfindung profitieren, ohne uns mit der komplexen Theorie beschäftigen zu müssen.

Die Erkenntnis des letzten Satzes lässt darauf hoffen, dass es mit dem auf Turing folgenden transklassischen Ansatz ähnlich ist, das heißt, dass wir davon profitieren, ohne in die Tiefen der Theorie einsteigen zu müssen.

Allein schon das Wortungetüm der angepriesenen transklassischen Polykontexturalen Logik ist ja ziemlich abschreckend. Es wird noch viel „schlimmer“, wenn man sich mit den Originaltexten Gotthard Günthers [6] befasst, wie zum Beispiel mit seinem Hauptwerk „Idee und Grundriss einer nicht Aristotelischen Logik“.

Wer sich trotz dieser abschreckenden Worte dennoch mit dieser Theorie befassen will, dem empfehle ich die Seite www.vordenker.de und speziell die Texte von Rudolf Kaehr und Eberhard von Goldammer. Einen schönen Einstieg finden wir zudem in dem Beitrag von David Köpf [7] mit dem programmatischen Titel „Gotthard Günther: Technik, Logik, Weltgesellschaft – Polykontexturale Logik als Grundlage einer transklassischen Rationalität in der technologischen Weltgesellschaft.“

In unserem Kontext, das heißt in dem Bemühen, das von Einstein geforderte neue Denken zu erschließen, auf dessen Grundlage wir dann die anstehenden komplexen Probleme lösen können, ist der letzte Satz in dem Beitrag von David Köpf von entscheidender Bedeutung:

David Köpf
„Was deshalb bis heute fehlt, sind klare, leistungsfähige Modelle und theoretische Durchdringungen heterarchischer Systeme, die es erlauben würden, solche Systeme methodisch klar zu gestalten, zu koordinieren und organisieren und sowohl in ihren spezifischen Leistungsmerkmalen als auch in ihrer Riskanz sachlich beurteilen zu können.“

Hierarchie und Heterarchie

Der Schlüsselbegriff ist der der Heterarchie, der als Gegenbegriff zu dem der Hierarchie fungiert. Vereinfacht ausgedrückt steht der Begriff Hierarchie für komplizierte Probleme, also für Probleme, die sich linearisieren und damit auf die Reihe bringen lassen. Genau dies geschieht in einer Turingmaschine, die ein lineares Eingabeband in ein lineares Ausgabeband umwandelt; alles spielt sich auf dieser einen Linie ab.

Der Begriff Heterarchie steht für nebengeordnete Verhältnisse, das heißt für Abhängigkeiten und Kausalitäten, die sich nicht linearisieren lassen. Wir haben es hier mit komplexen Problemen zu tun, die wiederum kennzeichnend für lebendige Systeme sind. Aber genau damit sind wir auf dem richtigen Weg. Schließlich wollen wir die angeschlagene Megamaschine – die Sinnbild für die negativen Auswirkungen eines einseitig linearen maschinellen Denkens ist – sanieren beziehungsweise durch ein lebendiges (= heterarchisches) System ersetzen.

Somit liegt in der scheinbaren Bedrohung durch überbordende Komplexität gerade die Chance, der drohenden Verwüstung des Planeten blühende Landschaften entgegenzusetzen. David Köpf schreibt hierzu:

„Sie (Anm.: die Unternehmen) haben die spezifische Leistungsfähigkeit heterarchischer Systeme entdeckt und versuchen sie mittlerweile bewußt einzusetzen, und zwar auf unterschiedlichsten Ebenen (technisch, organisatorisch, sozial und kulturell). So scheinen sie dabei zu sein, von Heterarchie als Problem auf Heterarchie als Lösungsansatz umzustellen. Allerdings wollen auch heterarchische Systeme gemanagt sein, was im Vergleich zu hierarchischen Systemen eine sehr viel anspruchsvollere Aufgabe ist.“

Technik und Technologie

Nach derartigen Ausflügen in den scheinbaren Elfenbeinturm der Theorie möchte ich mich immer vorauseilend entschuldigen. Wie mehrfach erwähnt, erfordert das Ausmaß unserer Aufgabenstellung eine extrem gute und fundierte Vorbereitung, liegt doch eine der großen Tragödien der Menschheit darin, kurz vor dem Ziel aufzugeben, das heißt, nicht tief genug gebohrt zu haben.

Andere lange vergessene Tragödien, wie eingestürzte Kathedralen, abgestürzte Flugzeuge (die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten) und dergleichen, haben sich in unserer Technikgeschichte ereignet, die aus einer endlosen Aneinanderreihung von Versuch und Irrtum besteht. Der mehrfach zitierte Rolf Peter Sieferle trifft in seinem Gutachten für den wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU) eine interessante Unterscheidung zwischen Technik und Technologie.

Während Technik sich durch Versuch und Irrtum entwickeln konnte, war dies bei der Technologie nicht mehr möglich. Wie es der Begriff des Logos impliziert, konnte Technologie nur auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnis entwickelt und zum Einsatz gebracht werden. Beispielhaft verweisen wir auf das satellitengestützte Navigationssystem GPS, das nur auf Grundlage der speziellen Relativitätstheorie funktioniert.

Versuch und Irrtum

Natürlich gibt es auch Versuch und Irrtum im wissenschaftlichen Denken, aber dieser ist nicht der Kern der wissenschaftlichen Methode, sondern die Ausarbeitung von Hypothesen/Modellen und deren Überprüfung im Experiment.

Mit Versuch und Irrtum kommen wir auch im Alltag nur bedingt voran. Selbst begabte Heim- und Handwerker scheitern immer öfter an der Aufgabe, ein defektes Gerät zu reparieren. Entweder hat man die entsprechenden Analyse-Tools oder man kauft gleich ein neues Gerät.

Auch hätten wir wenig Vertrauen in einen Arzt, der uns sagt, er operiert nach dem Prinzip Versuch und Irrtum. Die Situation unseres Planeten ist eher mit einer Operation am offenen Herzen als mit der Reparatur einer Waschmaschine zu vergleichen, von daher ist eine gewisse Sorgfalt angebracht und für allzu viele Versuche bei der anstehenden Weltrettung bleibt nicht mehr viel Zeit. Wir befinden uns eher in der Situation des Bombenentschärfers, der auf Anhieb den richtigen Draht durchtrennen muss. Für ihn geht es um Sein oder Nichtsein.

Systemtheorie

Mit unserem Anspruch, kleine und große Systeme zu transformieren, sind wir mitten im Gefilde der Systemtheorie angelangt. Dabei kommt man nicht an William Ross Ashby, dem Pionier in der Kybernetik, vorbei. Er sagte: „Jeder gute Regulator eines Systems muss ein Modell des Systems sein.“

Außerdem besagt sein Gesetz von der erforderlichen Varietät [8] sinngemäß: Die Steuerfähigkeit eines Regulators hängt direkt von der ihm zur Verfügung stehenden Handlungsvarietät ab. Diese sollte zumindest so groß sein, wie die des zu steuernden Systems, am besten aber größer als diese.

Mit der Systemtheorie betrachten wir das große Ganze (= Alles), wobei wir uns für unsere Belange auf das System Erde beschränken wollen. Im Sinne einer dramaturgischen Zuspitzung aber auch im Sinne wissenschaftlicher Präzision lässt sich das bekannte „Sein oder Nichtsein“ in ein „Alles oder Nichts“ transformieren.

Damit ist gemeint, dass wir den Jackpot nur dann knacken können, wenn wir die gesamte Lösung (Formel für kleine und große Transformationen) mit Extra- und Superzahl vorlegen; sonst gehen wir leer aus. Unser Ziel können wir also nur dann erreichen, wenn wir tatsächlich „Alles“ einbeziehen, das gesamte System, alle vorhandenen Subjekte und alle notwendigen Methoden.

Für unsere Herkulesaufgabe brauchen wir einen archimedischen Ausgangspunkt. Und dazu modifizieren wir das „Cogito ergo sum“ (Ich denke, also bin ich.) von René Descartes in:

Ich denke, also bin ich verantwortlich, also handle ich.

Mit dem „Ich“ haben wir unser verloren gegangenes Subjekt, und da dieses Subjekt denkt beziehungsweise erkennt, ist es in der Lage, zwischen sich (Subjekt) und seiner Umgebung (System) zu unterscheiden.

Um zum Handeln zu kommen, braucht es einen Willen, ansonsten verhungert es wie Buridans Esel (ein philosophisches Gleichnis, das auf den persischen Philosophen Al-Ghazālī zurückzuführen ist), der sich nicht zwischen zwei gleich weit entfernten Heuhaufen entscheiden kann.

Über dieses fundamentale Wechselspiel zwischen Erkennen und Wollen gibt Gotthard Günther in seinem Werk Cognition and Volition Auskunft [9].

Der Esel löst diese kleine Aufgabe, sich zwischen zwei Heuhaufen zu entscheiden, problemlos und auch sonst geht er erfolgreich durchs Leben, das heißt, er erledigt alles, was nötig ist, um sich am Leben zu erhalten.

Dabei ist er nackt und er behauptet auch nicht, Experte für Polykontexturale Logik und damit, für den Umgang mit komplexen Problemen zu sein. Trotzdem verfügt er über die Gabe der Erkenntnis und er ist für seinen ausgeprägten Willen bekannt. So kann er zwar manchmal nicht so gut mit Hierarchien umgehen, aber durchaus mit Heterarchien.

Wie kann es sein, dass wir als Menschen so große Probleme mit Komplexität haben und sogar das 21. Jahrhundert als Jahrhundert der Komplexität einstufen? Wir können bei dem österreichischen Wirtschaftswissenschaftler Fredmund Malik in dessen Thesen für die neue Welt des 21. Jahrhunderts nachlesen [10]:

„Die Schlüsselfähigkeit für den Menschen in der Komplexitätsgesellschaft ist das Beherrschen von professionellem Management und (Selbst-)Management. Es wird für soziales Überleben sowie Lebens- und Evolutionsfähigkeit jeder Gesellschaft dieselbe Bedeutung haben, wie Lesen und Schreiben für den Schritt vom leibeigenen Analphabeten zum mündigen Bürger. Solides kybernetisches Management wird die Funktionierens- und Kulturfähigkeit der Komplexitätsgesellschaft sein.“

Verrückte und normale Menschen

Irgendwie leben wir in einer verrückten Welt: Ein Esel und der Rest der Natur zeigen uns, wie man erfolgreich lebt, und Kinder und Jugendliche ermahnen uns, unsere Hausaufgaben zu machen. Nur sind wir gerade dabei, die Grundlagen unseres Lebens zu zerstören. Der Wahnsinn wird zur Normalität, wie es Arno Gruen formuliert hat. Wie können wir da zwischen verrückten und normalen Menschen unterscheiden?

Diese Frage stellte auch ein Besucher dem Chefarzt einer psychiatrischen Anstalt. Der antwortete:

„Wir haben da einen Test. Wir stellen unseren möglichen Patienten folgende Aufgabe. Leeren sie eine Badewanne voller Wasser. Sie haben dazu einen Teelöffel, eine Tasse und einen Eimer zur Verfügung. Was tun sie?“

Der Besucher meinte spontan: „Ich würde den Eimer nehmen.“

„Wollen Sie ein Einzel- oder ein Doppelzimmer“, fragte der Chefarzt. „Normale Menschen ziehen den Stöpsel!“

Anscheinend geht es uns ähnlich wie dem Besucher in der Psychiatrie. Wir sind nicht in der Lage, die naheliegende und ganz einfache Lösung zu sehen. Vielleicht sind es ja gerade die Experten mit ihren Komplexitätstheorien und sonstige Berater für alle Lebenslagen, die uns die Sicht versperren. Bauen wir deswegen auf die einfachen Menschen, frei nach dem Motto von Ken Jebsen:

Unsere Zielgruppe ist und bleibt der Mensch!

Auch Antoine de Saint-Exupéry macht uns in dieser Hinsicht Mut (Flug nach Arras, 1942):

„Wenn in Frankreich alles verloren scheint, wird Frankreich durch ein Wunder gerettet. Ich habe begriffen weshalb. Es ist manchmal vorgekommen, daß ein Unglück die schöne Verwaltungsmaschine außer Gebrauch gesetzt hat, und da sie sich nicht mehr instand setzen ließ, hat man sie in Ermangelung von etwas Besserem durch einfache Menschen ersetzt.“

… mit der Lizenz zu denken

Wir müssen nur den Begriff Verwaltungsmaschine durch Megamaschine austauschen und diese durch einfache Menschen ersetzen, dann sind wir wieder voll in unserem Thema. Wagen wir also das Abenteuer, eine neue Art von Glasperlenspiel zu entwerfen, wobei wir den Verdacht allzu großen Revoluzzertums durch den Verweis auf den hochoffiziell vom WBGU angeregten „Neuen Gesellschaftsvertrag“ [11] entschärfen wollen. Handeln wir einfach als Change Agenten mit der Lizenz zu denken, das heißt als aufgeklärte, freie und mündige Bürger.

Wie bereits erwähnt, habe ich ein ambivalentes Verhältnis zur Theorie U von Otto Scharmer. Sehr sympathisch finde ich folgende Aussage von ihm:

Otto Scharmer
„[…] Der dritte Feind blockiert den Zugang zum Open Will (Öffnung des Willens). Der Name dieses Feindes ist Angst. Die Angst davor, das loszulassen, was wir haben und wer wir sind. Die Angst, ökonomische Sicherheit aufzugeben. Die Angst, sozial isoliert und ausgeschlossen zu werden. Die Angst ausgelacht und gemobbt zu werden. Die Angst vor dem Grundgeschehen des Sterbens. Die Angst vor dem Tod. Und dennoch liegt die Begegnung mit der Angst im Zentralbereich eines neu und tiefer verstandenen Führungsgeschehens: Loslassen des Alten (selbst) und kommen lassen des Neuen (Selbst).

Den Mut zu haben, anstatt sich an den alten zugrunde gehenden Formen festzuklammern, diese loszulassen, um zum Vehikel für das in-die-Welt-kommen des Neuen zu werden.Die indo-europäische Wurzel des englischen Wortes leadership und des deutschen Wortes Leitung ist *leith und bedeutet wörtlich ’nach vorne gehen‘, ‚über die Schwelle gehen‘ oder ’sterben‘.“

Dieser Text beschreibt das, was entschlossene Akteure erwartet. Der Durchbruch durch die in Teil 2 beschriebene „Schallmauer“ ist nicht umsonst zu haben. Das Loslassen des Alten (selbst) und kommen lassen des Neuen (Selbst) erfordert Mut und eine enorme Anstrengung.

Wir müssen täglich neu geboren werden, sagt Erich Fromm. Das bedingt ein tägliches Sterben. Erst mit diesem „Sterben“ kann der Durchbruch durch die Schallmauer vollzogen werden, die im Sinne der Theorie von Scharmer den tiefsten Teil des U darstellt, das heißt, den Wendepunkt auf dem Weg zur Verwirklichung unserer Ziele.

Und dieser Wendepunkt bedingt den Anschluss an die Quelle, welche Scharmer mit dem Begriff der spirituellen Intelligenz verbindet. Ich denke, diese Erfahrung steckt auch hinter den tiefen Erkenntnissen von Saint-Exupéry, der dem realen Sterben auf seinem Flug nach Arras sehr nahe war.

Letztendlich ist die Grundfrage des Lebens immer dieselbe. Wozu lebe ich? Am Ende möchte niemand feststellen: Ich habe gar nicht gelebt, ich habe nur Kalendersprüche zitiert und ich bin vergeblich Glückskeksversprechungen hinterhergejagt: Ich war nur ein Abziehbild meiner selbst.

Der Schriftsteller, Philosoph und Freigeist Henry David Thoreau hat das auf den Punkt gebracht:

„I went to the woods because I wished to live deliberately, to front only the essential facts of life, and see if I could not learn what it had to teach, and not, when I came to die, discover that I had not lived.“

Ich ging in den Wald, weil ich bewusst leben wollte, um nur die wesentlichen Fakten des Lebens darzustellen und zu sehen, ob ich nicht lernen konnte, was es zu lehren gab, und nicht, als ich zum Sterben kam, entdeckte, dass ich nicht gelebt hatte.


Quellen und Anmerkungen

[1] Das Zitat findet sich auf Seite 35 im Text „Skizze eines Gewebes rechnender Räume in denkender Leere“ von Rudolf Kaehr. Link zum Artikel: https://www.vordenker.de/ggphilosophy/kaehr_skizze_36-120.pdf (abgerufen am 11.04.2019).

Wegweisend für unser Projekt sind die einführenden Zeilen des Textes: „Warum sollten wir mit dem Einfachen und Einfachsten beginnen (müssen) und dann Schritt für Schritt zum Komplexen aufsteigen und immer wieder erfahren müssen, dass dieses Komplexe jeder Zeit, wenn auch nicht immer leicht, reduzierbar ist auf das Einfache und Allereinfachste mit dem wir unseren Anfang gemacht haben?

Der Weg des Einfachen, konzipiert von Leibnitz und vollendet mit Gödel, basiert auf der Evidenz garantierenden Identität der Zeichen des Kalküls in der Wahrnehmung.

Ich schlage vor, direkt mit dem Komplexen anzufangen. Dieses impliziert eine Entscheidung für das Denken und grenzt sich ab grundsätzlich vom Primat der Wahrnehmung als Evidenz leistender Basis. Das Denken und nicht die Wahrnehmung soll leitend sein.“

[2] So wie mit der URL, dem Uniform Resource Locator, können wir mit einer Art Subject Resource Locator jedes Subjekt persönlich ansprechen. Model und Subjekt sind dann identisch, wenn wir die Polykontexturale Logik anwenden.

Ein Uniform Resource Locator (URL) identifiziert und lokalisiert eine Ressource, beispielsweise eine Website, über die zu verwendende Zugriffsmethode (…) und den Ort (englisch: location) der Ressource in Computernetzwerken.

[3] Das Wessobrunner Gebet, das die Schöpfung der Welt durch Gott behandelt, gehört zu den frühesten poetischen Zeugnissen in althochdeutscher Sprache.

[4] Luciano Floridi (Jahrgang 1964) ist ein italienischer Philosoph. Er befasst sich mit Informationsethik und der Philosophie der Information. Link zur Homepage: http://www.philosophyofinformation.net (abgerufen am 11.04.2019)

[5] Die Turing-Galaxis bezeichnet eine Welt, die grundlegend von vernetzten Computern als Leitmedium geprägt ist, analog zu Marshall McLuhans (1911-1980) Gutenberg-Galaxis.

[6] Gotthard Günther (1900-1984) war ein deutscher Philosoph und Logiker. Günther entwarf einen über den klassisch zweiwertigen (aristotelischen) Logikkalkül hinausgehenden Kalkül, die Polykontexturale Logik (PKL). Mehr Infos auf https://de.wikipedia.org/wiki/Gotthard_Günther (Link abgerufen am 11.04.2019).

[7] Der Artikel von David Köpf gibt eine kurze Einführung in das Werk von Gotthard Günther. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Hierarchie (betrifft komplizierte Probleme) und Heterarchie, die maßgeblich für lebende und damit komplexe Systeme ist. Link zum Artikel: https://www.vordenker.de/koepf/dk_poly_trans.pdf (abgerufen am 11.04.2019).

[8] Das Ashbysche Gesetz von der erforderlichen Varietät gehört zu den zentralen Erkenntnissen der Kybernetik. Es wurde von dem Psychiater William Ross Ashby (19903-1972) aufgestellt.

[9] In seinem Aufsatz Cognition and Volition – Erkennen und Wollen liefert Gotthard Günther einen Beitrag zu einer kybernetischen Theorie der Subjektivität. Das Gedankenexperiment mit Buridanschen Esel wird auf Seite 19 beschrieben. Link zum Artikel: https://www.vordenker.de/ggphilosophy/e_und_w.pdf (abgerufen am 11.04.2019).

[10] Fredmund Malik, der sein Unternehmen als das weltweit führende Unternehmen für ganzheitliche General Management-, Leadership- und Governance-Lösungen bezeichnet, fasst die für ihn wichtigsten Beobachtungen für das 21. Jahrhundert in 14 Thesen zusammen. Link zu den Thesen: https://www.malik-management.com/de/thesen-fuer-die-neue-welt-des-21-jahrhunderts (abgerufen am 11.04.2019).

[11] Factsheet 1 des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) schlägt einen neuen Gesellschaftsvertrag für die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft vor. In diesem Vertrag geht es um die enge Zusammenarbeit des gestaltenden Staates sowie von Wissenschaft und Wirtschaft. Der gestaltende Staat ist für den WBGU untrennbar mit einer aktiven Bürgerschaft mit mehr Informations-, Beteiligungs- und Rechtsschutzmöglichkeiten verbunden. Factsheet 1 ist verfügbar im Webarchiv über den Link: https://web.archive.org/web/20160429100111/http://www.wbgu.de/fileadmin/templates/dateien/veroeffentlichungen/factsheets/fs2011-fs1/wbgu_fs1_2011.pdf (abgerufen am 11.04.2019).


Foto: Mukund Nair (Unsplash.com)

Geologe

Franz Jakob hat Geologie studiert und dort einen ordentlichen Abschluss vorzuweisen, im Gegensatz zu dem parallelen und bis heute andauernden "Studium generale" mit den Schwerpunkten Philosophie und Strukturwissenschaften. Ein Forschungsvorhaben bei einer geologischen Landesbehörde, bei dem es um die Lösung eines umstrittenen gesellschaftlichen Problems ging – wie und wo sollen wir unseren Müll ablagern – brachte ihn mit dem Thema Komplexität in Verbindung. Seit dieser Zeit versucht er, die theoretische und die praktische Seite komplexer Probleme durch eine Synthese in Form einer operationalen Handlungstheorie zu verbinden. Die Spannweite reicht von kleineren lokalen Aufgabenstellungen – wie können wir für 40 Hauseigentümer ein Nahwärmenetz aufbauen – bis hin zur Frage, wie können wir die anstehende "Große Transformation", die vielfach als dritte große Revolution in der Menschheitsgeschichte bezeichnet wird, gestalten.

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