Jeffrey Epstein – Ein klarer Fall von Selbstmord?

Der angebliche Wallstreet-Milliardär Jeffrey Epstein hat sich angeblich in seiner Gefängniszelle selbst umgebracht [1-5]. Der Fall Epstein erinnert an den Fall des mutmaßlichen IS-Dschihadisten Albakr, der angeblich Anschläge in Deutschland geplant hatte und sich nach Angaben der Behörden mysteriöserweise trotz Dauerüberwachung in seiner Zelle in einem sächsischen Gefängnis selbst erhängt haben soll [6]. Er wäre der erste „Islamischer Staat“-Terrorist in Europa gewesen, der nicht sofort erschossen wurde, und hätte sicher spannende Aussagen gemacht.

Jeffrey Epstein saß im Gefängnis, weil er einen Kinderschänderring betrieb und vielen Prominenten minderjährige Prostituierte zuführte.

Es wird darüber hinaus gemutmaßt, dass Geheimdienste und andere die Epstein-Aktivitäten dieser Personen als potentielles Erpressungsmaterial nutzten. Zu Epsteins Kundenkreis sollen Personen wie Bill Clinton oder Prinz Andrew zählen, aber auch berühmte Anwälte, Beamte, Schauspieler, Politiker und dergleichen. Es dauerte lange Jahre, bis man Epstein überhaupt ins Gefängnis bekam.

Verfahren mit Epstein beerdigt

Der Tod Epsteins dürfte viele aufatmen lassen. Nach dem „Epstein-Selbstmord durch Erhängen“ wird das Verfahren gegen ihn nicht weiter verfolgt, weil sonst niemand angeklagt wurde [7,8]. Nach Epsteins Tod twitterte der ehemalige US-Bundesanwalt und heutige CNN-Analyst Renato Mariotti dazu [9]:

„Epsteins Tod bedeutet, dass es kein öffentliches Verfahren oder andere Gerichtsverhandlungen geben wird, die Beweise seines Fehlverhaltens aufdecken könnten. Beweise, die unter Strafandrohung einer Grand Jury gesammelt werden, werden der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht.“

Ein klarer Fall von Selbstmord

Es stellt sich die Frage, wie sich jemand in einer dauernd überwachten Hochsicherheitszelle, in der nicht einmal Schnürsenkel erlaubt sind, erhängen konnte [10,11]. Zumal den Verantwortlichen im Gefängnis wie auch den untersten Mitarbeitern die Wichtigkeit des Falls und der Person Epstein selbstverständlich bekannt war. Das neueste Highlight bei der „Verkettung unglücklicher Umstände“ meldet die Washington Post: Die Überwachungskamera war kaputt, es gibt kein brauchbares Video [12-14].

Die britische Zeitung The Independent schreibt zu einigen der Unregelmäßigkeiten im Fall Epstein:

„Jeffrey Epsteins angeblicher Selbstmord in einem New Yorker Gefängnis hat Bundesermittler mit mehr Fragen als Antworten darüber zurückgelassen, wie der beschuldigte Kindersex-Händler es ein letztes Mal geschafft hat, dem ,sich der Gerechtigkeit stellen‘ zu entkommen.

Das Bundesamt für Gefängnisse hat in diesen Tagen versucht, zu verstehen, wie Epstein es geschafft hat, sich sein eigenes Leben im Metropolitan Correctional Centre zu nehmen, obwohl die Wärter dazu verpflichtet wurden, seine Zelle alle 30 Minuten zu überprüfen.

Offizielle arbeiten ebenso daran zu verstehen, warum Epsteins Zellengenosse einen Tag bevor der blamierte Finanzier leblos am Samstagmorgen aufgefunden und später für tot erklärt wurde, aus ihrer Zelle in eine andere verlegt wurde.
Attorney General William Barr hat ernsthafte Unregelmäßigkeiten in dem Gefängnis, in dem Epstein gefangen gehalten wurde, beschrieben und Berichte weisen darauf hin, dass die Wärter, die ihn bewacht haben, zum Zeitpunkt seines Todes für ungefähr drei Stunden eingeschlafen waren.“

Die Washington Post schreibt zur Verlegung des Zellengenossen Epsteins [15]:

„Aber diese Person wurde am Tag vor Epsteins Tod verlegt und ein neuer Zellengenosse wurde nicht zugewiesen – trotz der Tatsache, dass mindestens acht Gefängnis-Offizielle wussten, dass Epstein in seiner Zelle nicht alleine gelassen werden durfte.“

Videoaufnahmen kaputt

Und die Überwachungskameras? Die haben natürlich auch versagt. Zumindest die, auf denen etwas zu sehen ist. Die Washington Post schreibt dazu [15]:

„Es war nicht sofort klar, warum einige Videoaufnahmen außerhalb Epsteins Zelle zu fehlerhaft sind, um von den Ermittlern benutzt zu werden, oder was in dem Filmmaterial zu sehen ist. Der Vorfall wird vom FBI und dem Büro des Inspector Generals des Justizministeriums untersucht, die versuchen zu bestimmen, was passiert ist und wie man bewerten kann, ob Bestimmungen verletzt oder Verbrechen begangen wurden.“

Wer das tut, was jeder gute Ermittler tun sollte, und an der Selbstmord-Theorie zweifelt, wird durch die deutschen Medien aggressiv verächtlich gemacht. Das kommt in der Realität im Prinzip einem gesellschaftlichen Verbot gleich, Zweifel an der offiziellen Epstein-Selbstmord-Theorie zu äußern.

Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm

Vor zwei Wochen brachte Zeit Online einen Artikel, der Zweifler an der Epstein-Selbstmord-Theorie als Verschwörungstheoretiker – und das ist in der Sprache der Propaganda gleichbedeutend mit Irren und Psychopathen, obwohl es doch eigentlich eher die Beschreibung des Berufsbildes Kriminalermittler ist – abstempelt und machte sich ausgerechnet darüber lustig, dass man fehlende Bilder der Überwachungskameras des Gefängnisses beklagte [16]:

„(…) da fehlt zum perfekten konspirativen Dialog eigentlich nur noch der Hinweis auf die Unglaubwürdigkeit unvorhersehbarer Ereignisse. Den liefert Thomas K. dann noch selbst: ‚Zufälle gibt’s …‘ Und immer seien die Kameras kaputt, schreibt ein weiterer Nutzer. Zwinker, zwinker (…) Jeffrey Epstein ist tot. Das wissen wir. Sonst wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht mal so viel. Abgesehen von der Tatsache, dass im Internet die Verschwörungstheoretiker heißlaufen.“*

Wir kümmern uns darum

Aber keine Angst, alles wird gut: Den Epstein-Selbstmord soll aus pathologischer Sicht Michael Baden aufklären [17]. Der Mann hat eine ganz spezielle Art von Erfahrung und die US-Behörden haben offenbar eine sehr spezielle Art von Humor [18]:

„Michael Baden. Bekannt für seine Aussage beim O.-J.-Simpson-Gerichtsverfahren, Untersuchungen der Morde an John F. Kennedy und Martin Luther King sowie des Todes von Jeffrey Epstein.“


Quellen und Anmerkungen

[1] https://www.nachdenkseiten.de/?p=54082

[2] https://www.anti-spiegel.ru/2019/der-epstein-skandal-und-wie-die-deutschen-medien-ihn-in-ihre-agenda-einbauen/

[3] https://www.anti-spiegel.ru/2019/wer-fragen-zum-tod-von-epstein-stellt-ist-fuer-den-spiegel-verschwoerungstheoretiker/amp/

[4] https://blog.fdik.org/2019-08/s1566318938.html

[5] https://kenfm.de/standpunkte-%E2%80%A2-mord-oder-selbstmord-die-epstein-affaere-aus-sicht-einer-syrischen-aktivistin/

[6] http://blauerbote.com/2019/08/14/tod-im-gefaengnis-epstein-und-albakr/

[7] http://blauerbote.com/2019/08/15/jeffrey-epstein/

[8] https://www.rubikon.news/artikel/die-schatten-welt-2

[9] https://twitter.com/renato_mariotti/status/1160196253361352704?s=20

[10] https://blog.fdik.org/2019-08/s1565878327.html

[11] https://www.zerohedge.com/news/2019-08-27/surveillance-video-outside-epsteins-cell-deemed-unusable

[12] https://blog.fdik.org/2019-08/s1566934748.html

[13] https://www.zerohedge.com/news/2019-08-27/surveillance-video-outside-epsteins-cell-deemed-unusable

[14] http://blauerbote.com/2019/08/15/behinderung-der-aufklaerung-von-verbrechen/

[15] https://www.washingtonpost.com/politics/investigators-scrutinizing-video-outside-epsteins-cell-find-some-footage-unusable-according-to-people-familiar-with-the-inquiry/2019/08/26/df405636-c827-11e9-a4f3-c081a126de70_story.html

[16] https://www.zeit.de/kultur/2019-08/verschwoerungstheorien-jeffrey-eppstein-suizid-fake-news-glaubwuerdigkeit

[17] http://blauerbote.com/2019/08/15/michael-baden/

[18] https://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Baden


Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag erschien auf Rubikon – Magazin für die kritische Masse und wurde von Neue Debatte übernommen. Das Werk ist unter einer Creative Commons Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen – 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.


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Jens Bernert (Jahrgang 1974) ist studierter Geograph und Politikwissenschaftler mit Abschluss der Universität Mannheim und arbeitet seit zehn Jahren als Software-Entwickler im Java-Umfeld. In seiner Freizeit bloggt er unter anderem in seinem Weblog „Blauer Bote Magazin“ meist zu aktuellen politischen und zeitgeschichtlichen Themen. Außerdem macht er als DJ Underpop - in leider immer größeren Abständen - Mannheim und Heidelberg unsicher.

2 Comments

  • Nach der Todesmeldung Jeffrey Epstein’s in den Medien, müssen vielen Promi-Machos so viele Felsen von den Herzen gefallen sein, daß man bei den seismologischen Ausschlägen zunächst an ein globales Erdbeben glaubte!
    Da da Verfahren nun eingestellt wird, wird Epstein offiziell weiterhin als unschuldig gelten, womit dann auch wirklich allen gedient ist, wie es scheint? (Klappe zu / „Affe“ tot / Fall erledigt?)

  • Aber ansonsten alles gut , oder ? Sorgen hat der Mann. Ein Gemeinverbrecher wurde zur Strecke gebracht und seine Sorgen lauten: wieso werden wir angelogen…… Mir ist wohl klar das wir in eine total kaputten Welt leben , aber mach einer ist kaputter als die meisten……

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