#ChileDespertó – Chile in Flammen


Dieses Video wurde von Chileninnen in Leipzig produziert, um Informationen über die Ereignisse der letzten Wochen in Chile zu verbreiten.

Zum Hintergrund

Fünfzig Prozent der Chilenen verdienen weniger als 550 US-Dollar im Monat (circa 400.000 Pesos). Die Preise für die Grundversorgung (Strom, Wasser) gehören zu den höchsten in Lateinamerika. Die Kosten für Mobilität und Transport machen etwa 10 bis 15 Prozent des Verdienstes aus.

Auslöser der Proteste, die in Revolte umgeschlagen sind, war die Erhöhung der Fahrpreise für die Metro. Diese befördert in der Hauptstadt Santiago täglich rund 2,6 Millionen Menschen. Sie ist die teuerste in Lateinamerika: Eine Fahrkarte kostet rund 1,17 US-Dollar zur Hauptverkehrszeit.

Aus dem Kabinett von Präsident Sebastián Piñera, einem Unternehmer und Milliardär, wurde den Arbeitern angetragen, sie sollten doch einfach vor 7 Uhr morgens mit der U-Bahn zur Arbeit fahren und erst nach 21 Uhr nach Hause zurückkehren, damit sie günstigere Fahrtarife ausnutzen können. Diese Arroganz der Macht brachte das Fass zum überlaufen.

Die Menschen in Chile sind auf der Straße, kämpfen für ihre sozialen Rechte und stehen an der Schwelle zur Revolution. Das hat seinen Preis: Wie zu Zeiten der Diktatur unter Augusto Pinochet gehen Militär und Polizei gewaltsam gegen die Bevölkerung vor, um die Interessen von Wirtschaft und Kapital zu schützen, die Land und Leute hemmungslos ausbeuten.

Nach Angaben des chilenischen Instituts für Menschenrechte wurden bis zum 31. Oktober 2019 mindestens 23 Menschen getötet, rund 1300 zum Teil schwer verletzt und über 4200 verhaftet. Es gibt Berichte über Folter, Vergewaltigungen und weitere Verbrechen durch Militär und Polizei.


Foto: Coop News

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