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Von Covid-19 bis zum Fundament der Humanität

Sowohl in der Natur als auch in unserem kreativen Wirken entdecken wir die Schönheit des Sinnvollen und des Nützlichen. Unbedingt muss in unserem Tun und Handeln beachtet werden, dass die menschliche Gesellschaft ein Teil des Ökosystems ist.

Ein Teil des Ganzen

In Ökosystemen geschieht Gleichwertiges durch Interaktionen zwischen Erzeugern, Verbrauchern und Rückgewinnern, wobei jedes in die ökologischen Kreisläufe integrierte Lebewesen sowohl den Produzenten, als auch den Konsumenten und den Reduzenten zugeordnet werden kann.

In diesen Systemen werden Stoffe, Energie und Informationen produziert, verteilt, ausgetauscht und verbraucht, wodurch die momentane Existenz und die künftige Entwicklung sowohl der einzelnen als auch aller Beteiligten in ihrer Gesamtheit beeinflusst wird.

Lebewesen passen sich den durch sie verursachten Auf- und Abbauprozessen in ihrem Lebensraum an. Sie sichern ihr Dasein, sie erheben sich, verkomplizieren sich und bewahren ihre Existenz, solange es die vorhandenen äußeren und inneren Bedingungen zulassen.

Wenn sich die notwendigen Bedingungen für das gegenwärtige Lebend-Sein im Werdegang der Evolution ändern, entwickeln sich jene Spezies weiter, die sich dem Neuen am schnellsten anpassen können.

Bewusstsein und Kreativität befähigen die Menschen, auf die Spontanität natürlicher Entwicklungslinien zu reagieren und das eigene Wirken zu adaptieren, um sich mit harmonisch verlaufenden Wirtschaftskreisläufen weiter in das Ökosystem einzugliedern. Denn der Mensch, der negativ oder positiv wirken kann, bleibt Teil des Ganzen: Er kann sich nicht entziehen.

Covid-19: Frei von Moral und dem Streben nach Profit

Leben kann ein Mensch nur, wenn er die Vielzahl der von ihm lebensnotwendiger Weise zu erbringenden Leistungen unter Verwendung seines Bewusstseins in menschlicher Gemeinschaft erarbeitet, austauscht, verteilt und nutzt. Über dieser Grundsätzlichkeit hat sich das Streben nach Profit erhoben. Im Vorbeigehen wurde jeder moralische Wert an die Seite gedrückt. Covid-19 ist von dieser Last befreit. Moral und Profit sind dem Virus fremd.

Was Covid-19 kann, wird gegenwärtig tagtäglich erlebt. Und dennoch wissen wir noch nicht, woher es kommt, warum es mit wachsender Dynamik die Gesundheit und das Leben der Menschen bedroht und wie das Virus zu bezwingen sein könnte. Diese Fragen sollen hier nicht beantwortet werden.

Wir folgen einer Spur, die zum Teil erklärt, warum sich die Lebensbedingungen immer schneller verändern, was die Macht des Virus zur Entfaltung bringt.

Unsere Welt ist geprägt von der allgemeinen Krise der kapitalistischen Wirtschaftsweise. Akut äußert sie sich im globalen Wirtschaftsraum durch die Folgen der Klimaveränderung und der Zerstörung der Natur, durch Kriege, humanitäre Krisen, als Schulden- und Bankenkrise, durch eine einsetzende Rezession und die Corona-Krise. Sie offenbart vor allem die massiven Unzulänglichkeiten im Gesundheitswesen, das zur Ware wurde und damit zum Opfer des Profits.

Die Tatsache, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, wird in drastischer Weise offensichtlich.  Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam stellte bereits 2017 in einem Bericht fest, dass „das reichste Prozent der Weltbevölkerung 50,8 Prozent des weltweiten Vermögens besitzt – und damit mehr als die restlichen 99 Prozent zusammen“. Acht Milliardäre vereinigten auf sich genauso viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. 2018 gab es weltweit rund 2200 Milliardäre, die zusammen ein Vermögen in Höhe von 9,1 Billionen US-Dollar kontrollierten.

Das gestörte Wechselspiel

Diese Absurdität wird noch gesteigert: Rund 740 Millionen Menschen haben zum Leben pro Tag weniger als den Gegenwert von zwei Dollar zur Verfügung. Zwei Milliarden Menschen können ärztlich nicht regelmäßig versorgt werden und haben keinen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Etwa 821 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen, jeden Tag sterben 24.000 an den Folgen von Hunger. Diese Probleme sind lösbar, alleine eine bessere Verteilung der Nahrungsmittel, die im globalen Norden oft achtlos, weil im Überfluss vorhanden, in den Müll geworfen werden, würde Linderung bringen. Aber auch Nahrung ist Ware, somit gefangen im Bann des Profits, was Menschenleben kostet.

Da sollte man sich doch fragen: Muss und darf es in der grundlegenden wirtschaftlichen Sphäre menschlichen Handelns unmoralisch zugehen? Kann sich der Mensch nur profitorientiert und überlegenheitsmotiviert wirtschaftlich bewegen?

Eine Antwort bietet sich an: Sich selbstbewusst als bio-psycho-soziales Wesen begreifend, kann und muss der Mensch unbedingt sein Wirtschaften so gestalten, dass jeder seinen ihm gemäßen und möglichen, seiner menschlichen Würde, seinen Fähigkeiten und seinem Wollen entsprechenden Anteil am zwischenmenschlichen Miteinander haben kann.

Erarbeiten, Austauschen, Verteilen und Nutzen sind innerhalb dieser Spähre Vorgänge, denen sich niemand entziehen kann. Jeder (bewusst oder unbewusst, mehr oder weniger) bringt seine Arbeitskraft, seine Kreativität, seine Ideen, Gedanken, Impulse und sein Sein als Mensch in diese Abläufe ein. Durch sie werden die zum Leben notwendigen und nützlichen Gebrauchsgüter erschaffen und Dienstleistungen erbracht. Das Wechselspiel von Produzenten und Konsumenten ermöglich Wirtschaft. In dieser Konstellation sind also weder schreiende Armut noch astronomischer Reichtum sinnvoll. Aber die Balance ist eklatant gestört. Worin liegen die Ursachen für diese Fehlentwicklung?

Kampf und Zerstörung

Weder die Arroganz von Managern oder Politikern noch eigene Interessen einzelner Staaten oder Wirtschaftsgemeinschaften sind die tiefgründigen Ursachen für den eskalierenden Verfall des Ökosystems und der unser Mensch-Sein ausmachenden Werte.

Doch das auf Sand gebaute Kartenhaus der neoliberalen Global Player fällt zusammen. Der Kapitalismus wird in dieser Phase gewalttätiger. Wir müssen uns darauf einstellen, dass das aggressive Gegeneinander um geostrategische Einflusssphären, um Rohstoffe, Energiequellen, Absatzmärkte und billige Arbeitskräfte in Krieg und Zerstörung enden kann. Dies gilt es zu verhindern. Dazu müssen ein paar Aspekte klar sein.

Woran ist zu erkennen, dass durch die kapitalistische Wirtschaftsweise Missstände entstehen?

  1. Die kapitalistischen Zentren sind von einem langfristigen Trend zur Wachstumsschwäche gekennzeichnet, der schon Jahrzehnte anhält. Immer mehr Kapital hat Schwierigkeiten, sich zu verwerten und erweist sich damit als überflüssiges Kapital. Ein Beispiel ist die Automobilindustrie: Schon mehrere Jahre gibt es weltweit eine riesige Überproduktion von Pkws. Was nicht verkauft wird, steht nutzlos rum, wird irgendwann abgeschrieben, verschrottet oder besonders günstig verkauft. Der internationale Konkurrenzkampf ist derartig hart, dass selbst Manipulationen an Software und Abgaswerten eingesetzt werden, um sich durchzusetzen.
  2. Der Versuch, die Prosperität der Wirtschaft durch Kreditausweitung von Staaten, Unternehmen und privaten Haushalten aufrecht zu erhalten, ist an seine Grenzen gestoßen. Ein Beispiel lieferte die Finanzkrise von 2008. In den USA, aber auch in der EU, vergaben Banken praktisch grenzenlos Kredite für Investitionen in Immobilien. Dadurch wurde Kaufkraft entzogen, die Wirtschaftskreisläufe gestört beziehungsweise unterbrochen. Auf das Platzen der Blase folgte der Zusammenbruch der Investmentbank „Lehman Brothers“. Viele Bauunternehmen und Zulieferer konnten die Kredite nicht mehr bedienen und kamen in die Insolvenz. Die vor der Pleite stehenden Banken wurden mit Steuergeldern gerettet. Und um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, und das Wachstum anzukurbeln, wurde von Zentralbanken wertloses Geld „gedruckt“, dass aber vielfach wieder in Aktien angelegt wurde, statt es in die Wirtschaft zu investieren.
  3. Speziell in Europa kommt als weitere Krisenursache der große Unterschiede bei der Leistungsfähigkeit der nationalen Ökonomien im einheitlichen Währungsraum des Euro hinzu. Der griechische Staat beispielsweise bekam von der sogenannten Troika keine Kredite mehr, da das Land nicht genügend Steuergeld einnahm, um die Kreditschulden zu begleichen. Eine Hauptursache war, dass die griechische Volkswirtschaft durch billige Importe nieder konkurriert wurde. In der Folge gingen zahllose Unternehmen Pleite, die Kaufkraft ging zurück, die Arbeitslosigkeit stieg dramtisch an und die staatlichen Steuereinnahmen nahmen weiter ab. Wie sich die jetzt einsetzende Wirtschaftskrise auswirken wird, können wir noch nicht erkennen, aber eine Verschlechterung der Lage dürfte sicher sein.

Die Missstände auf einen Blick

Der globale Charakter kapitalistischer Standortkonkurrenz sowie die heute tendenziell unbegrenzte Kapital- und Standortmobilität führen zu Einschnitten in den Nationalökonomien sowie zu Veränderungen bisheriger Wirtschaftsstrukturen und Steuerungsmechanismen. Unsicherheiten der Wirtschafts- und Sozialentwicklung spitzen sich zu und die Zerstörung des Ökosystems wird in Kauf genommen.

Möglichkeiten der Produktivkraft-Entwicklung werden einseitig für radikale Kostensenkungen und Einsparungen von Arbeitsplätzen eingesetzt, um die Kapitalverwertung zu verbessern und die internationalen Konkurrenzpositionen des Kapitals zu stärken. Überall in der kapitalistischen Welt erfolgt die relative Loslösung der monetären Sphäre von der Realökonomie. Die hohen Renditen der Geldanlagen, die Labilität und die Erschütterungen der internationalen Finanzmärkte sowie anhaltende Währungsturbulenzen beeinträchtigen die realwirtschaftliche Entwicklung. Gemeinsame Lösungen von Problemen wie der Abrüstung und Friedenssicherung, dem Erhalt der natürlichen Umwelt und der Sicherung sozialer Mindeststandards durch die internationale Gemeinschaft werden durch das Streben der Wirtschaftsblöcke nach Sicherung und Gewinnung von geostrategischen Einflusszonen, Rohstoffen, billigen Arbeitskräften und Absatzmärkten verhindert.

Auf die größeren Herausforderungen und Probleme reagieren die Regierungen und die Unternehmerverbände im Innern mit dem Angriff auf den Sozialstaat und nach außen mit verstärkten Bemühungen, die politische und militärische Präsenz der führenden kapitalistisch wirtschaftenden Staaten in der Weltpolitik und deren ökonomische Vormachtstellung zu erhöhen, ohne dass wirksame Beiträge zur Lösung der realen Konflikte geleistet oder auch nur Konzepte hierfür erarbeitet werden.

Warum ist das so?

Die sich wiederholenden Kreisläufe der Marktwirtschaft verlaufen von Produktion (herstellen) über Distribution (verteilen), Zirkulation (verkaufen und kaufen), Konsumtion (verbrauchen) und Regeneration (zurückgewinnen) hin zur Reproduktion (der erweiterten Fortsetzung des Herstellens). Dabei werden Waren und Leistungen hergestellt beziehungsweise erbracht, die für die jeweiligen Nutzer einen Gebrauchswert haben. Zweitens haben die Waren und Leistungen (je nach Angebot und Nachfrage) einen Tauschwert mittels dessen sie gehandelt und verteilt werden können. Schließlich müssen die ver- und gekauften Leistungen und Waren erneut erzeugt beziehungsweise erbracht werden, um das Wirtschaften weiterhin fortsetzen zu können. Das bedeutet, dass die Wirtschaft die Grundlage für das zwischenmenschliche Miteinander ist.

Doch in der kapitalistischen Wirtschaftsweise werden Gebrauchswerte hauptsächlich als Mittel zu dem Zweck hergestellt, um durch deren Verkauf möglichst hohe Profitraten generieren zu können. Der erwirtschaftete Profit wird aber nur zu einem geringen nicht ausreichenden Teil in die Reproduktion des Produktionsprozesses investiert, weil der andere Teil zu privaten Zwecken abgeschöpft wird. Darum müssen die Betriebswirtschaften zur ständigen Fortsetzung der Produktion Geld leihen, das mit Zinsen zurückgezahlt werden muss. Wenn also die Betriebe nicht genügend Gewinn generieren, sind sie irgendwann insolvent. Das Eigentum wird entweder verkauft oder geht direkt auf die Gläubiger über. Darum gibt es weltweit immer weniger Eigentümer von Produktionsmitteln. Diese befinden sich mehr und mehr in machtpolitisch gestützte und juristisch garantiertem Besitz mehr oder weniger anonymer Finanzgesellschaften.

Die Volkswirtschaften sind davon natürlich betroffen. Produktion, Dienstleistung, staatlich gestützte Konsumtion und Investition (und immer mehr auch die Aufwendungen zur notwendigen privaten Bedürfnisbefriedigung) werden durch Kreditinstitute vorfinanziert. Der ökonomische Druck steigt, der Verwertungszwang nimmt zu. Selbst das Zwischenmenschliche wird transformiert zu Ware-Geld-Beziehungen – alles wird feilgeboten und alles ist käuflich. Arbeit wird mehr und mehr als notwendige Last empfunden und nicht als Freude am Schaffen, da der größte Teil des im Arbeitsprozess Erschaffenen eben nicht zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen führt, sondern zum füttern des immer gefräßiger werdenden Geldmolochs vergeudet wird.

Spezifisch für das kapitalistische Wirtschaften ist es also, dass alle gesamtgesellschaftlich erbrachten Arbeitsleistungen in privatem Interesse verwendet werden können. Dadurch werden Waren, besonders die Ware Arbeitskraft, nicht richtig bewertet, so werden die Wirtschaftskreisläufe gestört oder gar unterbrochen und es kommt zu Wirtschaftskrisen, sozialen Ungerechtigkeiten und ökologischen Katastrophen.

Verschärft wird die Situation zum einen durch den Konkurrenzkampf. Er zwingt Unternehmen und Konzerne dazu, immer kostengünstiger und rationeller zu produzieren. Zum anderen hängt die Realisierung immer höherer Profitraten von der Eroberung neuer Märkte und Einflusssphären ab. Das Profitstreben treibt das Kapitalfolglich  zur Globalisierung. Und drittens schließlich ist der Trieb zur schrankenlosen Ausdehnung der Produktion untrennbar mit dem Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate verbunden. Dieser Fall ergibt sich infolge der Produktivkraft-Entwicklung, insbesondere durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt. Dadurch wird immer mehr in Anlagen, Maschinen, Technik und so weiter investiert, hauptsächlich um den Lohn für Arbeitskräfte einzusparen.

Geldwerter Gewinn wird aber nur erzielt, wenn Produkte und Dienstleistungen nachgefragt und „verkonsumiert“ werden. Wenn jedoch prozentual immer weniger Menschen immer reicher und immer mehr Menschen immer ärmer, wird Gebrauchswert produziert, der nicht gekauft wird, weil durch Lohndumping und steigende Arbeitslosigkeit die Kaufkraft tendenziell sinkt. Dadurch werden sämtliche gesellschaftlichen Widersprüche, die durch die kapitalistische Wirtschaftsweise hervorgebracht werden, weiter verschärft:

  1. Betriebswirtschaften müssen die Nützlichkeit ihres Unternehmens (durch Vorfinanzierung und anschließende Verpflichtung zur Kredit- und Zinstilgung) dem Streben nach Profit unterordnen und werden im Konkurrenzkampf verschlissen.
  2. Die Volkswirtschaften lösen sich unter dem Druck der internationalen Finanzmärkte und der sich durchsetzenden Globalisierung auf, wodurch zunehmend Überschussproduktion (von immer weniger an der Produktion Beteiligten), nicht proportionaler Austausch, ungerechte Verteilung sowie teils verschwenderischer und zum weitaus größeren Teil unzureichend möglicher Konsum das Leben aller Menschen bestimmt.
  3. Staatsapparate, eigentlich zu möglichst hoher Nützlichkeit verpflichtet und dazu, volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Aktivitäten zu stimulieren, sind kaum noch in der Lage, zu agieren.
  4. Der ausgebeutete, unterdrückte, diskriminierte, verhungernde, geplagte, verelendende, dahinvegetierende Großteil der heute lebenden Menschen, wird immer offener durch psychische und physische Gewalt ruhig gestellt. Dem gesellschaftlichen Getriebe geht das letzte soziale Öl aus. Gleichzeitig wird das Ökosystem bis hin zum zum Kollaps gefährdet.

Um diesen negativen Auswüchsen zu begegnen, durch die eine lebenswerte Zukunft verhindert wird, muss zwingend und intensiv am Fundament der Humanität gearbeitet werden. Dazu gehören

… die Säule der Erkenntnis

Wissenschaft hat seit je her mehrere Funktionen erfüllt. Sie wird zur Produktivkraft, wenn sie die Effektivität menschlicher Tätigkeit erhöht. Wissenschaftsfortschritt als Kulturfortschritt bedeutet Erweiterung des Erklärungs-, Vorhersage- und Gestaltungspotentials der Wissenschaft, das durch Bildung weitergegeben wird. Zur Humankraft wird Wissenschaft dann, wenn sie die Grundlagen für die Gestaltung und Erhaltung solcher Daseinsbedingungen liefert, die der Existenz und Entwicklung der Menschheit dienen. Überaus viele Inhalte im Sinne gesellschafts- und naturwirklicher Notwendigkeiten gilt es zu durchdenken, zu diskutieren und zu bearbeiten, um das produktive Potential der Gesellschaft zu erschließen.

… die Säule der Kreativität

Unser menschliches Mit- und Füreinander fordert den weiteren Ausbau der Demokratie, um die schöpferischen Potenzen aller nutzen, Engagement fördern, Gefahren erkennen, Risiken minimieren sowie Entscheidungen durch das Zusammenführen der Kompetenz der Betroffenen, der Entscheider und der Macher zu fundieren. Humane Daseinsbedingungen sind in zunehmendem Maße nur durch das aktive Wirken, durch die organisierte und koordinierte Teilhabe der Menschen zu realisieren. In und mit diesem demokratischen Prozess der gemeinsamen Gegenwartsbewältigung und Zukunftsgestaltung wachsen nicht nur die Anforderungen an die Berücksichtigung unterschiedlicher individueller, Gruppen-, nationaler und globaler Interessen, sondern auch die Kompetenz der Beteiligten.

… die Säule der Kultur

Um möglichst viele (oder besser alle) Menschen zu motivieren, sich an der Gestaltung unseres Zusammenlebens zu beteiligen, ist es notwendig, auf vier Ebenen, in entsprechenden demokratischen Gremien und mit jeweils geeigneten Methoden der Meinungs- und Entscheidungsfindung, den Diskurs zu gesellschaftspolitischen Aufgaben zu führen.

Die Ebene der Grundwert: Hier sollten alle Inhalte von Weltanschauung, Ethik und Religion behandelt werden sowie Entscheidungen (mittels Volksentscheid) über  Verfassungsänderungen wie das Recht auf Arbeit oder ein sozial gerechtes Grundeinkommen oder über den Einsatz der Streitkräfte.

Die Ebene der kulturvollen Lebensweise: Hier muss die Lösung der gesellschaftlich gestellten Aufgaben aus Pädagogik, Wissenschaft, Publizistik und Kunst durch aktive und verbindliche Teilnahme an den Entscheidungsfindungen mittels Petitionen, Studien und der Einbindung von Interessenvertretungen stimuliert werden.

Die Ebene der politischen Lenkung und Leitung: Verwaltung, Exekutive, Legislative und Judikative sind so zu organisieren und zu gestalten, dass durch Transparenz der Weg zur jeweiligen Entscheidungsfindung nachvollziehbar wird. Dies gilt auch für die Festlegung von Ausführungsbestimmungen die vor der entgültigen Entscheidung öffentlich zur Diskussion gestellt werden müssen.

Und die Ebene der Erwirtschaftung der materiellen Grundlagen: Konsum, Produktion, Handel und Geldsystem sind gemeinschaftlich zu überwachen und die Entscheidungen über die Wirtschaftskreisläufe gemeinschaftlich zutreffen durch die kooperation von Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften, Umweltschützern, Bürgerinitiativen und weiteren Organisationsformen der Zivilgesellschhaft.

Kurz: Die Art zu wirtschaften, unser Miteinander und unser Dasein als Subjekte, müssen völlig neu gedacht werden!



Illustration: Neue Debatte

Frank Nöthlich wurde 1951 in Neustadt/Orla (Thüringen) geboren. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und sechs Enkelkinder. Er studierte Biologie, Chemie, Pädagogik, Psychologie und Philosophie von 1970 bis 1974 in Mühlhausen. Nach dem Studium war er an verschiedenen Bildungseinrichtungen als Lehrer tätig. Von 1985 bis 1990 war er Sekretär der URANIA-Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse. Später arbeitete er als Pharmaberater und ist heute Rentner und Buchautor (www.briefe-zum-mensch-sein.de). Er sagt von sich selbst, dass er als Suchender 1991 in der Weltbruderkette der Freimaurer einen Hort gemeinsamen Suchens nach Menschenliebe und brüderlicher Harmonie gefunden hat.

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