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Weltwirtschaftskrise und Geld aus dem Nichts

Die Welt steht vor der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten. Die Zentralbanken sollen es richten. Milliarden und Billionen Euro werden vor allem in Konzerne und Großunternehmen gepumpt. Doch woher zum Geier kommt das ganze Geld?

Reiner Wein, der politische Podcast aus Wien, hat mit Simon Sonnenberg von Monetative e.V. (www.monetative.de) einen Experten in die Sendung eingeladen, der eine überraschende Antwort im Gepäck hat: Das Geld kommt aus dem Nichts!

Geld aus dem Nichts: Durch Pandemie und Weltwirtschaftskrise zum Vollgeld?
Ein Gespräch mit Simon Sonneberg über Geldschöpfung, Weltwirtschaftskrise , Wachstumszwang durch Schuld und Vollgeld als Alternative.

Was ist Geld?

Geld sei jedes allgemein anerkannte Tausch- und Zahlungsmittel, ist eine gängige und auf den ersten Blick einleuchtende Beschreibung, wozu Geld dient. Die Aufgabe von Geld, also Zahlungsmittel zu sein, wird damit erklärt, aber eben nicht, was Geld im eigentlichen Sinne ist. Sonnenberg nennt es eine soziale Technologie, die das Zusammenleben der Menschen regeln kann. Das heutige Geldsystem hat aber einen grundsätzlichen Fehler: Es ist auf Schuld aufgebaut. Daraus ergibt sich zum Teil auch der Zwang zum ewigen Wachstum, um zum Beispiel Zinsen, Mieten und Pachten zu bedienen.

Weltwirtschaftskrise und Pandemiegeld

Sonnenberg skizziert die soziale Komponente von Geld, erklärt, was unter Begriffen wie Buchgeld, Giralgeld und Fiat Money zu verstehen ist und wie Banken Geld mittels Kredit aus dem Nichts schöpfen. Es existieren dadurch bereits gigantische Mengen an Giralgeld, die ein Vielfaches der Realwerte abbilden. In der Weltwirtschaftskrise wird nun mit „Pandemiegeld“ um sich geworfen.

Welche Wirkung das Geld aus dem Nichts entfalten kann und welche kurz- und langfristigen Effekte zu erwarten sind, wenn die Quelle ohne Unterlass sprudelt, auch darüber wird bei Reiner Wein gesprochen.


Zur Person

Simon Sonnenberg vom Verein Monetative war Gast bei Reiner Wein, dem politischen Podcast aus Wien. (Foto: www.reiner-wein.org)Simon Sonnenberg kommt aus Augsburg. Er hat Wirtschafts- und Sozialwissenschaften studiert. Nach Stationen als Vertriebs- und Kampagnenleiter in einer Münchener Sportmarketing-Firma und als Gründer eines Social Startup (news.oder.fake), ist er selbstständig in den Bereichen der strategische Kommunikation tätig. Er ist Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit bei Monetative e.V. Der Verein will Geld wieder fairer und nachhaltiger gestalten. Dafür fördert Monetative Forschung, Bildung und Vernetzung rund um das gesellschaftlich bedeutsame Thema Geld. Mehr Informationen auf: monetative.de


Weiterführende Literatur und Informationen

Schulden: Die ersten 5000 Jahre (Debt: The first 5,000 Years)

Autor: David Graeber

Erscheinung: 2011

Inhalt

David Graeber, Ethnologe und Wirtschaftsprofessor an der London School of Economics and Political Science, analysiert in seinem Buch „Schulden: Die ersten 5000 Jahre“ aus einer historischen Perspektive heraus und mit einem Fokus auf die Entstehung von sozialen Auseinandersetzungen, gesellschaftlichen Umwälzungen und Revolutionen die Bedeutung von Schulden. Er kritisiert dabei unterschiedliche ökonomische Konzepte. Das Werk von David Graeber erschien in Deutsch 2012 und wurde im gleichen Jahr mit dem britischen Literaturpreis Bread and Roses Award ausgezeichnet.


Der Mythos vom Geld – die Geschichte der Macht

Autor: Stephan Zarlenga

Erscheinung: 1999

Inhalt

Zarlenga führt den Leser über den Tauschhandel bis zum Euro und zur europäischen Währungsunion. Dabei räumt er en passant mit einem Trugschluss auf. Zarlenga verdeutlicht, dass die wirkliche Macht in einer Gemeinschaft (oder einem Staat) vor allem vom Geld- und Bankensystem ausgeübt wird und eben nicht, wie fälschlicherweise angenommen, von Volksvertretern und Regierungen. Dadurch entsteht eine völlig neue Sicht auf die weitereichenden Entscheidungen der Politik, die Ausgestaltung der repräsentativen Demokratien und die Rolle des angeblichen Souverän.


Downloads

Das Geldsystem ist hochkomplex und für die meisten Menschen nicht verständlich. Zeitgleich erfolgt nahezu keine montetäre, ökonomische Bildung. Umso schwieriger ist es, sinnvolle Politik zu machen und angemessene Finanzmarktregulierungen umzusetzen […] Eine Zusammenstellung von Simon Sonnenberg über die Probleme des heutigen Geld- und Bankensystems.


Monetative e.V. will Geld fairer und nachhaltiger gestalten. Dafür fördert der Verein Forschung, Bildung und Vernetzung rund um das gesellschaftlich bedeutsame Thema Geld. Weitere Informationen über Monetative e.V. finden sich im Flyer (PDF).


Illustration und Audio: Neue Debatte und Reiner Wein

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