Kreative Zerstörung oder kreative Schöpfung. (Foto: Avi Richard, Unsplash.com)

Wirtschaft: Ein Gespräch bis zur kreativen Zerstörung

Nationalökonom Markus Marterbauer von der Arbeiterkammer Wien ist Gast beim politischen Podcast Reiner Wein. Besprochen werden die aktuellen Entwicklungen in der Wirtschaft unter dem Eindruck der Coronakrise, die langfristigen sozialen Probleme, die die anhaltende Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit hervorbringt, und die Perspektiven, die sich speziell für Österreich eröffnen, wenn die Politik es will.

Pandemie und Wirtschaftskrise
Ein Gespräch mit dem Nationalökonom Markus Marterbauer bis zur kreativen Zerstörung.

Virus der Arbeitslosigkeit

Eine ausufernde Berichterstattung und Endlosdebatten über die Corona-Pandemie verdecken die teilweise dramatischen Folgen, die sich für die Gesellschaften aus der Weltwirtschaftskrise, die ohne Ausnahme alle Staaten erreicht, ergeben.

Langzeitarbeitslosigkeit, Firmenpleiten, der Zusammenbruch ganzer Branchen oder eine Jugendarbeitslosigkeit, die in einigen Ländern der Europäischen Union (1) bereits ungeahnte Größen annimmt, sind Probleme, die mit Corona nichts zu tun haben, sondern mit den Maßnahmen, die die Regierungen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Das Coronavirus mag in der Lage sein, ein Gesundheitssystem zu erschüttern, vielleicht sogar eine Gesellschaft, doch eine anhaltende Weltwirtschaftskrise kann ganze Staaten ökonomisch, sozial und politisch zerstören. Eine Gefahr, die gesehen werden sollte, vor allem, wenn der Blick aus der Enge des Nationalstaats auf die Gesamtlage in der Welt gerichtet wird.

… bis zur kreativen Zerstörung

Der Nationalökonom Markus Marterbauer stellt die ökonomischen Gesamtzusammenhänge dar, zeigt Perspektiven speziell für Österreich auf und bietet Lösungen an, die die Politik sofort umsetzen könnte, wenn sie wollte. Aber will sie? Momentan beißt man sich an Corona fest.

Eine provokante Frage taucht auf: Liefert Corona vielleicht lediglich einen Vorwand für die kreative Zerstörung (2) alter Diensteistungen und Produktion, um die Länder der EU mit der Brechstange in die digitale Epoche zu katapultieren?


Zur Person

Markus Marterbauer, Nationalökonom von der AK Wien, Gast Reiner Wein Politischer Podcast aus Wien

Markus Marterbauer (Jahrgang 1965) ist Nationalökonom, Experte im Budgetausschuss des österreichischen Nationalrates, Vizepräsident des Fiskalrates und Mitglied im Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen.

Er war Universitätsassistent am Institut für Volkswirtschaftstheorie und -politik der Wirtschaftsuniversität Wien, später Konjunkturreferent im Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und forschte am Economics Department der York University in Toronto (Kanada). Seit 2011 ist er Abteilungsleiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Arbeiterkammer Wien.

In seinen Publikationen setzt er sich vor allem mit der Budgetentwicklung und Fiskalpolitik Österreichs auseinander, außerdem mit Fragen der Einkommenspolitik und Umverteilung sowie mit makroökonomischen Fragen und sozialdemokratischer Wirtschaftspolitik.


Quellen und Anmerkungen

(1) EURONEWS (01.10.2020): EU-Arbeitslosigkeit steigt weiter. Auf https://de.euronews.com/2020/10/01/8-1-im-august-eu-arbeitslosigkeit-steigt-weiter (abgerufen am 02.10.2020).

(2) Makroskop (Ausgabe 38/2020): Corona und „The Great Reset“. Auf https://makroskop.eu/38-2020/corona-und-the-great-reset/ (abgerufen am 02.10.2020).


Fotos und Audio: Avi Richards (Unsplash.com) und Reiner Wein

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