Veränderungen – Helfen wir uns selbst!

Alle, die zu Veränderungen bereit sind, werden auch im kommenden Jahr ihre Zuversicht und ihre Zufriedenheit nicht verlieren.

Beharrlich wächst das Leben,
Nahrung baut es auf und stirbt zugleich mit jedem Atemzug.
Welch ein Gefühl dahin zu schweben über weitem Raum,
das bunte Spiel in hellem Schein sich anzuschauen,
im Übersein die Welt erleben!

Gibt's schöneres noch als frei zu fliegen wie im Traum
und über Bergen hoch als Nebelstreif zu liegen?
Hin zu den Sternen lasst uns geh'n
und über Land vom Wind getragen
und erkannt uns leicht entfernen.

Unser Leben ist ein immer währendes Untersuchen und Beeinflussen der Wirklichkeit sowie das Suchen nach und das Begreifen von Wahrheiten. Solange wir leben, versuchen wir, unser Dasein zu verlängern und die uns gegebenen Möglichkeiten auszuschöpfen. So entwickeln wir uns zu Persönlichkeiten und nehmen unsere menschliche Gestalt an. Für sich allein aber kann das kein Einzelner bewältigen, wir alle brauchen Hilfe, Anleitung, Freundschaft und Liebe. Und wir brauchen Gerechtigkeit.

Es fliegen die Schwalben so frei über Weiten,
ein Leben im Aufbruch durchsegeln der Zeiten.
Bald fliehend die Kälte, mit Sehnsucht und Scheu,
bleiben sie sich und den Lüften getreu

Und bringt milde Wärme das Frühjahr zurück,
erhält sich im Neuen ein altes Geschick.
Verkündend die Sonne verweilen sie hier
und suchen das Licht mit unendlicher Gier.

Es fliegen die Schwalben – Besucher der Zeiten
gehören dem Wind nur und endlosen Weiten.

Es fällt nicht leicht, Recht und Unrecht im Wechselspiel geschichtlicher Ereignisse zu erkennen und zu unterscheiden. Das Suchen nach Gerechtigkeit ist jedoch immer wieder historisch belegt und hat das Bewusstsein der Menschen maßgeblich beeinflusst. Besonders die Art und Weise des Umgangs mit Eigentum und vermeintlichem Besitz schafft Differenzierungen zwischen den Menschen, die wahrer Gerechtigkeit nicht entsprechen.

Veränderungen zum Selbstbewusstsein

Sowohl diktatorische als auch demokratische Prinzipien bei der Gestaltung des Zusammenlebens der Menschen in einem Gemeinwesen bewirken Positives oder Negatives. Da es in der Politik immer um die Durchsetzung von Interessen oder deren Ausgleich geht, muss es in jedem Fall und um wahrhaftiger Gerechtigkeit möglichst nahezukommen, darum gehen, ob durch die endgültige Entscheidung ein von allen Beteiligten anerkannter und allgemein gültiger Nutzen stimuliert werden kann.

Der Mensch ist aus seiner Natürlichkeit ein psychisch und sozial determiniertes Wesen. Er konnte sich nur als an

  • Energie-Teilchen-dualistisch funktionierende Strukturen gebundenes,
  • als gesellschaftlich interagierendes sowie
  • als die objektive Realität bewusst reflektierendes und diese willentlich beeinflussendes Wesen aus dem Reich der sich spontan entwickelnden Natur heraus prozessieren,

um schließlich zum bewussten Gestalter seiner Kulturen werden zu können.

Dieses Gebundensein an objektiv wirkende Gesetzmäßigkeiten kann nicht willkürlich beeinflusst werden. Aber mit unseren Wesensmerkmalen ausgestattet, können wir Menschen die Evolution der Wirklichkeit von Kulturstufe zu Kulturstufe bewusst moderieren – und so gelangen wir zu immer höherem Selbstbewusstsein.

Widersprüche auflösen

Die Triebkräfte und Handlungsmotive zu unseren alltäglichen Aktivitäten ergeben sich aus den lebensnotwendigen natürlich-ökologischen und gesellschaftlich-wirtschaftlichen Stoff-, Energie- und Informationskreisläufen. Dabei müssen durch unser wirtschaftliches, politisches und kulturelles Tätigsein die Widersprüche gelöst werden, die durch die notwendige Integration der konkret Einzelnen in die gesellschaftliche und natürliche Wirklichkeit einerseits und der einer wahrhaftigen Selbstverwirklichung entsprechenden Emanzipation eines jeden aus den uns bestimmenden Gegebenheiten andererseits entstehen.

Das “Eingebundensein” der Menschen, also objektiven Gesetzmäßigkeiten entsprechen zu müssen, setzt sich stets als bestimmende Forderung, als kategorischer Imperativ innerhalb eines Gemeinwesens durch. Die bewusste Freiwilligkeit der konkret einzelnen und einmaligen Individuen basiert auf dem bezweifelnden Hinterfragen, dem skeptischen Konjunktiv – sie muss innerhalb eines Gemeinwesens demokratisch errungen werden.

Status Quo

Geraubt sind Früchte und Gebräuche,
verlogen lockt perverser Glanz.
Kindern schmerzen kranke Bäuche,
Afrika im Taumeltanz.

Die schlanke Frau im Blechbehälter
verkauft ein Kind mit Streichelhaut,
Hunger frisst die Tropenwälder
 Indios kauen bitteres Kraut.

Fremde kaufen sanfte Schöße,
Mädchenfleisch für etwas Geld,
stumm erstickt der Weisheit Größe,
der Geldmoloch beherrscht die Welt.

An Stricken hängen Marionetten,
umgarnte Herzen kauft man nur,
in Hirnen spuken Bilderketten,
erbärmlich stolze Leid-Kultur.

Der Moloch wird gefüttert
mit Schweiß und Opferblut,
mit Gier und Wahn bedeckt er
ihre Augen.  

Die Lösung der Probleme, die sich aus dem kapitalistischen Wirtschaften im Destruktivstadium ergeben, kann nur durch bewusstes Umgestalten der Produktionsverhältnisse, also durch politisches Handeln erfolgen, in dem nach dem Begreifen der Notwendigkeiten gesucht, das Befriedigen wahrhaftiger Bedürfnisse erstrebt und das Bewahren der Wirklichkeit gewollt werden.

Produktion und Verteilung

Den Stand der Entwicklung der gesellschaftlichen Verhältnisse, unter denen die Menschen gegenwärtig existieren, progressiv bewertend, kann festgestellt werden:

Wenn durch die ständige Weiterentwicklung der Produktivkräfte erreicht wird, dass Energiequellen entsprechend des Bedarfs aller erschlossen werden, und wenn sehr lange gebrauchsfähige, qualitativ hochwertige Materialien und zur kausalen Problemlösung geeignete Wirkstoffe für jeden zur Befriedigung seiner Bedürfnisse zur Verfügung gestellt werden können, ist profitorientiertes Wirtschaften nicht mehr notwendig, dann braucht die Gier nach geldwertem Profit nicht mehr die treibende Kraft der gesellschaftlichen Bewegungen zu sein.

Es müssen Produktionsverhältnisse gestaltet werden, die das Erstreben befriedigender und bewahrender Nützlichkeit als treibendes Handlungsmotiv der Menschen ermöglichen. Das Produzieren, Verteilen, Austauschen und Konsumieren muss sowohl befriedigend für jeden Einzelnen sein als auch im Einklang mit dem notwendigerweise zu erhaltenden Stoff-, Energie- und Informationswechsel der gesamten Wirklichkeit geschehen.

So wie das zwischen dem geldwerten Aufladen des Kapitals und dessen Entladung, also der Kapitalakkumulation stimulierte Wirtschaften die Beschränkungen feudaler Besitzstrukturen überwinden, die Position der darin erstarrten Naturalwirtschaft verlassen, also die feudalen Produktionsverhältnisse beseitigen, negieren musste, um unter neuen gesellschaftlichen Verhältnissen die Produktivkräfte in vorher nicht zu erahnenden Ausmaßen zu dynamisieren und die Menschen auf eine höhere Kulturstufe zu heben, muss heute diese zur kapitalistischen Position gewordene Negation feudalistischen Wirtschaftens neuerlich negiert, also zu neuen Gesellschaftsverhältnissen erhoben werden.

Veränderung als Lösung

Es gilt nun zur Lösung der anstehenden, weltweit sehr verschieden erscheinenden, aber auf den gleichen Ursachen beruhenden sozialen und ökologischen Problemen zu schreiten und die nächsthöhere Entwicklungsstufe der Produktivkräfte in der dem Menschen und der Natur notwendigen Weise zu ermöglichen.

Nur auf Gerechtigkeit gerichtete Lebensverhältnisse können im Sinne der Menschlichkeit leistungsmotivierend wirken. Wir Menschen beginnen zu erkennen, dass nicht nach geldwertem Vorteil und Profit gegiert werden muss, sondern es erstrebenswert ist, selbst- und verantwortungsbewusst das für Mensch und Natur Nützliche zu erarbeiten. Dazu bedarf es klarer Vorstellungen, wie es denn anders, also besser gehen könnte und dem daher kommenden, politisch formulierten und demokratisch umgesetzten Willen der Menschen zu Veränderungen in diesem Sinn.

Ansprüche für die, die sich lieben

Wir  streicheln Sinn auf unsre Haut
und trinken Hoffnung in der Lust.
Dein Fragen treibt, mein Anspruch
ist dir wohl vertraut.

Wir sind uns ganz mit Grund und unbewusst.
Weit einzigartig weiß ich dich,
einsame Ruhe bleibt auch mir.

Gemeinsam mit dir kenn ich mich,
mein Sehnen find ich tief in dir.
Wir streicheln Sinn auf unsre Haut
und haben Kinder in der Lust.

Der Wille treibt und
Widerspruch ist wohl vertraut.
Wir sind uns ganz mit Grund und unbewusst.

Weit einzigartig weiß ich dich,
einsame Ruhe bleibt auch mir.
Gemeinsam mit dir kenn ich mich,
mein Sehnen find ich tief in dir.

Um der Menschheit die weitere Gestaltung und den Fortbestand ihrer Kulturen, also die bewusste, auf Nützlichkeit orientierte und das “Menschsein” bewahrende Einflussnahme auf die gesamte Wirklichkeit zu ermöglichen, ist es unumgänglich, dass sich die mit immer mehr Restriktionen auf die Bevölkerungen wirkenden und überholten konservierten Staatsapparate zu dienstleistenden Verwaltungsorganen entwickeln, die alle die zwischenmenschlichen Beziehungen bedingenden Stoff-, Energie- und Informationsflüsse durch ihre Tätigkeit stimulieren.

Helfen wir uns selbst!

Bildung muss in ihren Zielstellungen darauf gerichtet sein, dass jeder Mensch seine Begabungen und Talente erkennen und den auf deren Grundlage entstehenden Neigungen im Lernprozess nachgehen kann und dementsprechend zu eigenverantwortlichem Tätigsein befähigt wird.

Damit wir Menschen künftig sowohl für unseren Lebensgenuss, für unsere Natürlichkeit, für unsere menschlichen Kulturen, also für unser Menschsein überhaupt wirken und dabei wahrhaftig aus dem Vollen schöpfen können, ist keine blutig verlaufende Revolution, sind keine Grausamkeiten gegenüber und Ausgrenzungen von Menschen erforderlich.

Mit unserem Verstand können wir das jeweils notwendigerweise Erforderliche begreifen und das dementsprechend Mögliche zur Umgestaltung unserer Lebensverhältnisse erkennen. Aus dieser Erkenntnis kann und wird der Wille zur Veränderung erwachsen.

Zielstellung

durstiges Streben
trinkt Wasser und Wein
sehnsüchtig geben
muss suchendes Sein
und wissendes Tun
Begierden verschreien
da gibt es kein Ruhen
für hoffendes Leben

Wir sind die Menschen, wir alle sind es. Wir brauchen den weltweiten Dialog und weltweites Zusammenwirken, um uns auf der Erde einen würdigen und schönen Wohnsitz zu errichten. Helfen wir uns selbst!

Frank Nöthlich


Foto: Charlie Firth (Unsplash.com)

Machen Sie mit | Die Zukunft gemeinsam denken

Das Land in dem wir leben wollen. Die Zukunft einatmen, Vergangenheit ausatmen. (Foto: Toa Heftiba, Unsplash.com)

Aufruf: Das Land, in dem ich leben möchte

Wie schon Max Herrmann-Neiße Anfang der 1930er-Jahre stellen sich die Initiatoren der Plattform Futur II in diesen Zeiten der Unklarheiten und Ungewissheiten die Frage, wie die Zukunft gestaltet werden kann – und Sie alle sind eingeladen, sich einzubringen, um Antworten zu finden.

Lehrer, Philosoph und Autor

Frank Nöthlich (Jahrgang 1951) wurde in Neustadt/Orla (Thüringen) geboren. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und sechs Enkelkinder. Er studierte Biologie, Chemie, Pädagogik, Psychologie und Philosophie von 1970 bis 1974 in Mühlhausen. Nach dem Studium war er an verschiedenen Bildungseinrichtungen als Lehrer tätig. Von 1985 bis 1990 war er Sekretär der URANIA-Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse. Später arbeitete er als Pharmaberater und ist heute Rentner und Buchautor (www.briefe-zum-mensch-sein.de). Er sagt von sich selbst, dass er als Suchender 1991 in der Weltbruderkette der Freimaurer einen Hort gemeinsamen Suchens nach Menschenliebe und brüderlicher Harmonie gefunden hat.

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