Erkenntnis oder eine Frage der Haltung

Ich habe 2014 damit begonnen, Texte zu schreiben, um meine Erkenntnis zu teilen. Ein Anliegen, dessen ich mich seither aufgrund der Tragweite der Erkenntnis mit allen Konsequenzen zu tiefst verpflichtet fühle. Ich werde damit so lange fortfahren, bis ein verlässlicher Mensch den Kern meiner Erkenntnis nachweislich erfasst hat, durchdrungen hat und offenkundig an seine Leute weitergibt …

Die bisherigen Empfänger meiner Texte haben zwar entweder Teile meiner Erkenntnis für ihre eigenen Kanäle, Formate, Arbeiten und ihr Fortkommen verwendet, wozu ich deutlich auch immer wieder ermuntert habe.

Denn je mehr das Bewusstsein für das Thema „bewusstes Sein und innerer Frieden“ den Menschen ans Herz gelegt werden kann, desto mehr kommen wir als Menschheitsfamilie in den Frieden (innen wie außen). Und das ist insgesamt einwandfrei und wunderbar zielführend, um uns aus der geistigen Sklaverei zu befreien, die uns unbewusst und eindimensional gemacht hat, die uns kurzsichtig, schwerhörig und dadurch unbewusst herzlos und unbewusst ignorant gemacht hat.

Einige haben meine Texte auch geblockt oder mir geantwortet, was mir einfällt, einfach ungefragt eine E-Mail an sie zu versenden, einige haben sich auch mit den Worten „Nehmen Sie mich aus dem Verteiler“ oder „Nicht mehr an mich“ verabschiedet, wobei ich dazu sagen muss, dass ich ausschließlich nur an Menschen geschrieben habe, die irgendwie in der Öffentlichkeit stehen und ihre Mailadresse zur Kontaktaufnahme öffentlich bereitgestellt haben.

Der Vorwurf der Usurpation ist mir jedenfalls durchaus vertraut (mit Prinzessin Molestia wurde ich verglichen). Ausnahme sind dabei Menschen, die ich persönlich irgendwie kennengelernt habe in Familie, Umfeld und durch Weggefährten, was aber einen sehr geringen Teil ausmacht – von dieser Seite kam ausschließlich Schweigen.

Fakt ist: Die Art, wie wir miteinander umgehen, bestimmt die Tatsache, ob wir Krieg oder Frieden haben – in uns, um uns und multiversell.

Und ich weiß, dass wir alle von klein auf hier in diesen Breitengraden gelernt haben, möglichst cool zu einander zu sein, möglichst schmallippig, möglichst unbeteiligt. Und wir haben auch gelernt, möglichst wenig „an uns heran“ zulassen, um möglichst nirgends hineingezogen zu werden und dabei aber möglichst allwissend zu wirken, möglichst über allem stehend und möglichst unantastbar und unangreifbar zu bleiben – mit Pokerface und Vorzeigemaske.

Aber auf diese Art erfahren wir insgesamt betrachtet sehr viel unbewusste Ablehnung voneinander, was uns jedes Mal aufs Neue traumatisiert, auch wenn wir oft stolz darauf sind, dass uns die Ablehnung nichts ausmacht, dass wir ein dickes Fell haben, wodurch jede vermeintliche Kränkung an uns abprallt. Und wir wissen ja, dass Traumaverhalten ein deterministisches Verhalten ist, entweder in Form von Flucht, Kampf oder Starre (je nach dem), was eine gesamtgesellschaftliche Traumaspirale zur Folge hatte und bis heute noch hat.

In Hollywood, Film, Funk und Fernsehen haben wir von klein auf gelernt, dass es cool ist, uns gegenseitig zu verarschen, uns zu mobben, uns selbst und uns gegenseitig nicht ernst zu nehmen, uns Streiche zu spielen, uns dumm, blind, clownesk und taub zu stellen. Man sehe sich die Blockbuster unserer Jugend an wie die Otto-Filme, die Werner-Filme, die Flodders, Nonstop Nonsens, Alf oder aktuell ‚Wonder Woman 1984‘ oder ‚Der Prinz aus Zamunda Teil 2‘. Da sind überall Protagonisten, die keinerlei Verantwortung für irgendetwas übernehmen und völlig ignorant und kurzsichtig eine Scheiße nach der anderen bauen und sich schließlich am Ende noch dümmer stellen, als sie eh schon sind, um jeglichen Konsequenzen zu entgehen.

Dabei gehen sie gerne auch mal über Leichen, natürlich unbewusst und mit künstlichen Lachern aus der Konserve untermalt (nur in der Tagesschau fehlen noch die Lachkonserven zwischen den Schlachtzeilen).

Diese Haltung, geboren aus dem medial-industriellen Hirnverschmutzungskomplex, wohnt uns allen mindestens latent inne, unterstützt durch den musikalisch-industriellen Verrohungskomplex und dem chemisch-industriellen Substanzkomplex durch unsichtbare Zugaben in Wasser, Essen und Luft. Dadurch wird unsere apathische, ignorante Haltung quasi perfektioniert – auch Alkohol, Psychopharmaka und überhaupt jede Pille vernebelt in der einen oder anderen Hinsicht die Sinne.

Der Punkt ist, dass uns diese Haltung, die uns in Dauerschleife lebenslang eingetrichtert wurde, zu einer Lebenswirklichkeit geführt hat, in dem keiner dem anderen mehr trauen kann und nicht viele trauen heute nicht einmal mehr sich selbst.

Wir vertrauen uns gegen Geld fremden Dienstleistungen an, wo wir uns vor unseren Freunden schämen würden. Wenn uns etwas auf dem Herzen liegt, dann vertrauen wir das einem fremden Therapeuten an, wenn wir krank sind, gehen wir zu einem fremden Arzt.

Wir sind Fremde geworden. Fremde unter Fremden, Anonyme unter Anonymen. Niemanden geht das Schicksal eines anderen an, im Anonymen fällt es leicht, sich gegenseitig auszunutzen, sich an jemandem zu bereichern, der sich nicht wehren kann. Und wer kann sich schutzlos unter Fremden noch wehren? Wer übernimmt noch Verantwortung für etwas, was ihm zugetragen wird?

Wer nimmt sich noch ernst? Wer nimmt noch ernst, was passiert? Wer mischt sich wirklich noch irgendwo ein? Wer greift bei etwas noch ein, wen geht noch irgendetwas an? Wenn es etwas zu jammern gibt, zu lästern, zu hetzen, abzuurteilen, dann sind ja alle immer gerne dabei …

Wenn beispielsweise jemand hingefallen ist, dann kann man diesen Jemand entweder bewerten, bejammern, beschimpfen, kann jedes Missgeschick dieser Erde auf sein Fallen projizieren – oder aber man kann dem Hingefallenen wieder auf die Beine helfen und ihn stützen.

Wenn einer einen Denkfehler hat, dann kann man sich über die Dummheit dieses Menschen auslassen oder man kann erkunden, wo genau der Denkfehler sich eingeschlichen hat, um dabei vielleicht festzustellen, dass man selber einem Denkfehler aufgesessen ist.

Nur die zweite Variante führt zu einem inneren Wachstum. Die erste Variante führt am Ende ins absolute Chaos.

Deshalb ist der einzige Weg in eine friedliche und liebevolle Welt, dass wir, die Glieder in einer universalen Kette, wieder lernen, hinzusehen, hinzuhören und Verantwortung zu übernehmen für alles, was um uns passiert, auch für das, was nicht passiert.

Ich kann entweder mein Leben lang jammern, dass keiner einen Baum pflanzt, oder ich kann selbst einen Baum pflanzen.

Ich kann entweder darüber jammern, dass alle nur jammern oder ich kann meinen Teil zur Aufklärung beitragen, warum die breite Masse so breit, apathisch, luschenhaft und weicheiig ist, auch wenn die Verweichlichten dann erst mal schimpfen wie die Rohrspatzen, weil sie natürlich tödlich beleidigt sind, wenn man deutlich ausspricht, dass die Haltung, die die allermeisten in diesem Land haben, eine induzierte Geisteskrankheit ist, die das Klima im Lande zu einem Krebsgeschwür gemacht hat, zu einem Krebsgeschwür aus lauter kleinen Herzlosigkeiten, Unfreundlichkeiten, Unachtsamkeiten, Zerstreutheiten, Kurzsichtigkeiten, Schwerhörigkeiten und Brettern vorm Kopf und Splittern in den Augen der Anderen, die deswegen durchs Dorf getragen werden.

Helfen wir uns gegenseitig oder vernichten wir uns gegenseitig – das ist hier die Frage!

Die Schmallippigkeit und Unfreundlichkeit meiner meisten Kollegen hat mich persönlich jedenfalls sehr viele Nerven gekostet, teilweise beinahe den Letzten. Von Hilfsbereitschaft, Offenheit und Loyalität habe ich von meinen Friedensforscherkollegen bisher jedenfalls noch nicht viel erlebt, was ich persönlich sehr verwirrend finde, wo doch grade viele von denen immer Nächstenliebe predigen und bedingungslose Liebe oder zumindest behaupten, wirklich investigative Journalisten zu sein …. Aber bei diesem Thema wird irgendwie durchgehend komplett blockiert.

Wie können wir als Menschheitsfamilie jemals heilen, wenn aus Prinzip niemand mehr irgendetwas an sich heranlässt?

Wir Menschen bilden alle eine ultimative Kette, und wir haben die Wahl, ob wir alle rufen „Scheiß Kette“ oder „Das Glied ist scheiße und das Glied ist scheiße und das und das und das und das!!!“ Oder ob jeder einfach das beste Glied ist, das er sein kann und seine umliegenden Glieder nach Kräften dabei unterstützt, damit auch sie die besten Glieder sein können!

Wollen wir selbst unser Bestes geben, um uns selbst und alle anderen zu stärken, um vereint eine möglichst geniale Kette zu sein, oder wollen wir uns gegenseitig Vorwürfe machen, uns schwächen, uns gegenseitig ignorieren und alle so tun, als ob uns die Kette nix anginge???

Das jedenfalls ist für mich die ultimative Frage und der Kern meiner Erkenntnis.


Foto: Shashwat Agarwal (Unsplash.com)

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Das System produziert vor allem eines: Junkies …

In der Konsumgesellschaft ist praktisch jeder süchtig, sei es nach Alkohol, Tabletten, dem Smartphone, Social Media oder Beautycreme. An der Nadel des Geldes hängen alle. Clean sind noch nicht einmal die Pusher, die den Menschen den schlechten Stoff verticken.

Bibi Novak kommt ursprünglich aus der Oberpfalz und lebt heute in Dresden. Sie beschäftigt sich seit den 1990ern mit Fragen aus den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften. Einen Schwerpunkt legt sie auf die Ursachen der Entfremdung und den Wegen, die aus dieser herausführen, denn "es lohnt sich für alle, die irgendwie auf Lebensqualität stehen".

Ein Gedanke zu “Erkenntnis oder eine Frage der Haltung”

  1. Der wahrhaft selbstbewusste Mensch kann sich als bio-psycho-soziales Wesen begreifend sein Schicksal selbst bestimmen, mit Willen seine Fähigkeiten nutzend in Wahrheit vorhandene Möglichkeiten objektiven Seins verwirklichen und die immer während und allseits zu vervollkommnende Wirklichkeit in ihrer Schönheit bewahren.

    Er darf sie aber bei Strafe seines Untergangs nicht zerstören. Nur in Gesellschaft kann sich der Mensch zu einem genussfähigen und die Wirklichkeit bewahrenden Wesen erheben. Dafür muss er sich grundlegend kameradschaftlich arrangieren, veraltete Konfigurationen überwinden und überholte Beziehungsgefüge lösen.

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