Kritische Denke: Uneigentlich Arbeiten und Entfremdung

Begegnen sich zwei Menschen zum ersten Male, lautet die erste Frage nicht etwa „Wer sind Sie?“, sondern „Was (oder gar ‚in was‘) machen Sie so?“. „Was machen die Geschäfte?“, meint die Frage „Wie gehts Ihnen?“.

Es widerspricht aber der Würde des Menschen, ausgerechnet die betriebsame Ameise als erstrebenswerte Existenzform zum Vorbild gesetzt zu bekommen. Dennoch zieht die abendländische Sozialethik diesen Vergleich allzu leichtfertig heran („Sieh die Ameise in ihrem Fleiße …“).

Mit einiger Verachtung für diesen Vergleich hat sich einmal Lew Tolstoi geäußert. Er soll an dieser Stelle mit seinen Worten zitiert werden:

„Man sagt, daß die Arbeit den Menschen gut macht, ich habe aber immer das Entgegengesetzte beobachtet. Die Arbeit und der Stolz auf sie, macht nicht nur die Ameise, sondern auch den Menschen grausam. Es konnte in der Fabel ja nur die Ameise, ein Wesen, das des Verstandes und des Strebens nach dem Guten entbehrt, die Arbeit für eine Tugend halten, und sich damit brüsten. Die Arbeit ist nicht nur keine Tugend, sondern in unserer falsch organisierten Gesellschaft zumeist ein Mittel, das sittliche Empfinden zu ertöten …. Alle haben keine Zeit, keine Zeit, zur Besinnung zu kommen, in sich zu gehen, über sich und die Welt nachzudenken, und sich zu fragen: was tue ich? Wozu?“ (1)

Wer einen Teil seiner Lebenszeit der Erziehung von Kindern im Sinne Rousseaus „Émile“ (2) widmete, für seine Handreichungen keinen anderen Lohn als Anerkennung verlangte, wer weder gekauft noch verkauft hat, sondern allein getauscht und geschenkt, somit keine amtlich anerkannte Erwerbsbiografie nachweisen kann, gilt als tätig ‚faul‘.

Denn Arbeit gilt als disziplinierende Strafe oder, wie schon in der griechischen Antike, der unwürdige Teil der ‚Banausoi‘?! (3) Der alttestamentarischen Überlieferung gemäß ist sie gar ein Fluch! Erst mit den Jüngern des Zimmermannsohnes Jesus gelangen die Werktätigen zu ihrer eigentlichen Würde – nachdem sie durch Jesus ihrem Werk zunächst entfremdet worden waren.

Im Begriff der Entfremdung im Sinne einer Ent-Fremdung hatte von Beginn an zweierlei Bedeutungen gelegen. Zum einen den Abzug aus dem eingeübten Nützlichkeitsschema für den ‚pyramidalen‘ Betrieb in der Gesellschaft und zum anderen überhaupt erst die Aufhebung der Fremdheit der eigenen Existenz gegenüber. Mit dem Übergang von der Un-Eigentlichkeit zum Eigentlichen Ex-sistieren, läuft der ideengeschichtliche Faden zwar auf verwundenen Wegen, aber dennoch ununterbrochen von Christus bis zu Kierkegaard, Nietzsche und Heidegger.

Die zeitgeistliche Aushöhlung der urchristlichen Botschaft durch die Hirten über einer Herde von unmündigen Schafen wurde indes beantwortet durch die Formulierung einer säkular sozialistischen Heilsbotschaft.

Die potenziell zerstörerische Energie der metaphysisch Entwurzelten und auf die Physis reduzierten Massen (deren Eigenschaften Schwere und Trägheit sind), galt es nun für die Interessen der illuminierten, im Herrschaftswissen eingeweihten Adepten zu kanalisieren (4). In einer Verbindung von Arbeit und Kampf entstand mit der Gründung der internationalen Arbeiterbewegung 1864 eine Entsprechung der ideologischen Verknüpfung von Kapital und Militarismus. Im Marsch der „Internationale“ wurde der Takt vorgegeben, der sich sowohl für die Demonstration auf der Straße als auch für die Arbeit am Fließband eignet.

Eine Parallele dazu stellte in vorindustrieller Zeit der zornige Gesang der Baumwollpflücker dar, die unter dem missbilligenden Blick ihres Herren die Arbeit umso energischer verrichteten. Im kollektiven Aufbegehren liegt stets auch ein disziplinierendes Element, sich als Klasse zu formieren, die ihre Ehre aus dem Fleiß ableitet. Als Widerstand gegen die ausbeuterischen Verhältnisse angelegt, bestätigte die „Internationale“ nichtsdestoweniger die Zuweisung des künftigen Platzes innerhalb der nunmehr industriellen ‚Pyramide‘. Aus dem Haufen der nach Messung an fabrikgemäßen Effizienzkriterien undisziplinierten Handwerksgesellen vom Lande wurde die individuell gesichtslose Arbeiterschaft geschmiedet, die Pünktlichkeit und Fleiß als ‚deutsche‘ Tugend etabliert hat.

Viel näher jedoch am ‚deutschen Wesen‘ rührt aber vielmehr die Verehrung der ‚Meisterschaft‘, wie sie im Geiste des Genies (=magus/Magier; Magister) zu seiner ethischen Höhe gelangt.

Nie ist bloßer Ertrag und Blendung der Zweck des Meisterwerks, sondern das Streben nach der Idealität, die der Meister seines Werks in Holz oder Stein oder Metall, in Bild oder Ton, oder sei es nur eines Gedankens, anstrebt. In seinem Werk ringt der ‚Meister‘ um die Verwirklichung seiner selbst; die schicksalhaft bejahende Tat ist sein ureigenster Ausdruck. Das Meisterwerk ist um nichts geringer als die Übereinkunft im „Einzigen und sein Eigentum“ (vgl. Max Stirner). Daher lautet die Erfordernis für würdige Tätigkeitsformen, den Menschen grundgesichert freizustellen zur Selbstverfügung über die Bestimmung zu seinem eigenen Werk.

Die Bedienung des Weltmarktes ist aber nur mit Allerweltsprodukten möglich, die zu Werkbedingungen hergestellt werden, die unter den Zumutungen des globalen Marktes flexibel gehalten werden müssen.

Im rationalisierten, also zerstückelten und digital planbaren Werkprozess fragmentiert und verflüchtigt sich zuletzt das schöpferische Element. Im industriellen Mahlwerk gibt es keinen Ort, an dem eigentlich Arbeit verrichtet wird, wenn man diesen Begriff nicht mit dem würdelosen Sklavendienst gleichsetzen möchte, der es zumeist ist.

Da die menschliche Würde wesentlich unteilbar an das Individuum geknüpft ist, verbietet es sich in diesem Zusammenhang von einer Leistungsethik zu sprechen, wo nichts anderes als eine Sklavenmoral vorherrscht.

Eine vollwertige Ethik weist auf ein Ideal der Vollständigkeit des Menschlichen hin, und es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass es für die Industriegesellschaft überhaupt eine solche Ethik geben kann, allenfalls eine disziplinierende Moral, die es zu überwinden gilt. Die Voraussetzung dafür ist die Würdigung der individuellen Professionalität, das Gestattetsein von Außerordentlichkeit, die sich nicht mit einer sozialistischen Nivellierung und Ertragsmaximierung durch den Massenauswurf vereinbaren lässt.

Ein arbeitsethischer Rückzug auf die Wertigkeiten der ‚Pünktlichkeit‘ und der ‚Höflichkeit‘ bedeutet den endgültigen Verzicht auf eine kulturstiftende Ethik und eine Beschränkung auf den geordneten Abgang in die Alternativlosigkeit eines plutokratischen Nihilismus (5).

Nunmehr werden jedoch wohl die wenigsten von uns noch die handwerkliche Tätigkeit von eigener Hand kennen, denn inzwischen hat der tertiäre Sektor den Agrar- und Industriesektor längst überwuchert. In der Dienstleistungsgesellschaft werden die Umsätze durch das sinnfreie Rauf- und Runterladen bedeutungsloser Datenpakete, durch das Wischen und Abwinken von App-Icons auf dem Display, durch Spielen und Bespieltwerden erzielt.

Was sich jedoch gegenwärtig als handwerkliche ‚Craft‘-Bewegung in Szene setzt, ist eine Aneignung von Konsum-Nischen mit den Distinktionsmerkmalen der ‚Kritik‘. Diese holen sich allerdings ihre Rechtfertigung auf eben demselben Markt, der sogar die ironische Distanz sich selbst gegenüber zulässt, um sie wiederum zum einträglichen Geschäft werden zu lassen.

‚Craft-Beer‘ und ‚crafted Coffee‘ im Ambiente urtümlich roher Ästhetik erschließt einen zahlungskräftigen Kundenstamm, der nichts mehr fürchtet, als dem Mainstream zugeordnet zu werden. Er formiert sich dennoch willig unter den Gesetzen des Marktes zu einer berechenbaren Quelle des steigenden Umsatzes.

Der Bezug des Schaffenden zu seinem Werk darf zeitgemäß, jedoch nicht bis zur ‚Eigentlichkeit‘ gesteigert erscheinen, sondern bedarf der ‚uneigentlichen‘ Distanz. Am Beispiel der Servierkraft in einem Craft-Café zeigt sich das frisch gestärkte Holzfällerhemd ohne Schweißflecken und damit als evidenter Beleg für diese These. Wäre die Tätigkeit inniger mit der Subjektivität des Meisters verbunden, stellte sich unabdingbar eine sperrige Unverfügbarkeit gegenüber den Ideologien des Marktes ein.

Die Frucht des ‚Eigentlichen‘ am Werk ist der Schöpferstolz, seine Platzierung auf dem Markt ist das wesentlich ‚Uneigentliche‘.

Der Silbenvorsatz eines erdigen Craft-Begriffs als Trendfloskel des ‚Neuen sozialen Marktes‘ auf der Basis prekärer Ich-AGs bezeichnet daher zuverlässig eben gerade kein Faktisches, sondern nur etwas Signifikantes, Zeichenhaftes mit dem Verweis auf etwas, das nicht ist (non est).

Eine stärkere Würdigung der individuellen Leistung widerspräche der protestantischen Ethik des emsig arbeitsteiligen Ameisenstaates. Nach der sozialistischen Lehre ziemt sich der individuelle Werkstolz nicht, vielmehr lernt der Arbeiter beizeiten seine Würde durch die Arbeitsteilung zugunsten eines höheren Zweckes, als wohin sein Einfluss reicht, abzugeben. So befinden sich das Personal und die Kunden in der zeitgemäßen Craft-Werkstätte in einem solch unausgesprochenen Einvernehmen, wie es die Schauspieler auf der Bühne mit dem Publikum während der Darbietung eines Stückes sind. Sie befinden sich miteinander nicht in einer Existenzial-Beziehung, sondern im Dienstverhältnis einer virtuellen Inszenierung.

In der virtuellen Wertstellung durch das Geld erhält der gesamte Arbeitsprozess wiederum erst seine höhere Weihe wie die Materie durch den Geist. Darin liegt auch die Verehrung des Geldes begründet – und die Unwürdigkeit, dafür zu arbeiten.


Quellen und Anmerkungen

(1) Siehe auch Projekt Gutenberg: Egon Friedell, Kulturgeschichte der Neuzeit. Die Krisis der Europäischen Seele von der Schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg; Viertes Buch (drittes Kapitel): Romantik und Liberalismus. Vom Wiener Kongress bis zum Deutsch-Französischen Krieg.

(2) Der französische Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist Jean-Jacques Rousseaus publizierte sein pädagogische Hauptwerk Émile oder Über die Erziehung 1762 beim niederländischen Verleger Marc-Michel Rey in Amsterdam.

(3) Banausos (altgriechisch βάναυσος, Plural βάναυσοι, banausoi) ist ein Pejorativ, das auf die Klasse der Handarbeiter oder Handwerker im antiken Griechenland angewandt wurde. Pejorativ wird in der Sprachwissenschaft ein Ausdruck dann genannt, wenn das mit ihm Bezeichnete implizit abgewertet wird.

(4) Adept ist die Bezeichnung für eine Person, die in eine Geheimlehre oder in Mysterien eingeweiht ist. Im weiteren Sinne ist ein Adept jemand, der von einem Meister in eine Kunst oder Wissenschaft tiefer eingeführt worden ist, dessen Lehren studiert hat und sich als Kenner von dessen Philosophie und Erkenntnissen ausweisen kann.

(5) Nihilismus bezeichnet zum einen eine Weltsicht, die die Gültigkeit jeglicher Seins-, Erkenntnis-, Wert- und Gesellschaftsordnung verneint. Umgangssprachlich bezeichnet Nihilismus eine Verneinung aller positiven (seltener auch der negativen) Ansätze.


Foto: Ella Don (Unsplash.com)

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Franz Sternbald ist das Pseudonym eines Autors aus Deutschland, den der berufliche Werdegang von der Werkbank über einen Bildungsumweg zu den Naturwissenschaften führte. Mit dem Werk "Das pyramidale Prinzip 2.0 – Die Welt als Wille zur Macht" verfasste er eine literarische Posse. Außerdem veröffentlichte er im Selbstverlag "Ausgesetzt zur Existenz: Warum der Mensch ein Schicksal ist".

3 Gedanken zu “Kritische Denke: Uneigentlich Arbeiten und Entfremdung”

  1. Die Gesetzmäßigkeiten des Ökonomischen, nach denen der homo oeconomicus zwangsläufig handeln müsse, zu den Naturgesetzlichkeiten zu rechnen, heißt die Tatsache zu unterschlagen, daß das menschliche Handeln nicht in einem rein kalkulierbaren Rahmen gehalten werden kann. Was in den Naturwissenschaften längst anerkannte Tatsache ist, nämlich die nur auf Wahrscheinlichkeit bestimmbare Nichtlinearität in sog. ‚chaotischen’ Prozessen, kann weder in der Mikro- noch Makroökonomie zu befriedigenden Ertragsaussichten führen. Denn gerade im deterministischen Chaos der quasi-stabilen Vorgänge nach dem Prinzip des Schmetterlingseffektes (kleinste Ursache mit u.U. globaler Wirkung), liegt ein unverfügbar anarchistisches Potential zugrunde. Die Wirkmächtigkeit von menschlichen „Machenschaften“ erhebt sich längst über die ursprünglichen Gründe des „Seins“. Immer schafft der Mensch mit seiner Tat auch die Tatsachen mit denen er leben muß, und baut sich den Käfig seiner Vorstellung nach Kräften selbst. Er lebt also mit dem unauflöslichen Widerspruch, einer offenen Zukunft, vor der der Schleier seiner gegenwärtigen Erkenntnis liegt, und der zukünftigen Bestimmung der Konsequenzen seines gegenwärtigen Handelns.
    Der ökonomische Mensch ist eine eindimensionale Verkürzung auf die Lebensform als Bündel von Bedürfnisparametern zur besseren Kalkulierbarkeit seines Handels in einem ihm aufgenötigten System, als wenn das Koordinatensystem des Kalküls nicht selbst im beständigen Wandel begriffen wäre, und damit seine Prämissen. Das Experiment bestätigt sinngemäß im Ergebnis nur die Bedingungen, unter denen der Menschenversuch der geldbasierten Tauschwirtschaft zuvor angelegt worden ist. Ein Denken außerhalb dieses willkürlichen Koordinatensystems scheint so wenig möglich zu sein, wie eine Welt vorstellbar ist, in der eine andere Physik herrscht. Daher rührt auch die Gleichsetzung der Ökonomie als ‚Naturwissenschaft’, obwohl sie wesentlich eine scholastische Theologie ist. Auf die axiomatische Begrifflichkeit der geldbasierten Ökonomie ist gewissermaßen das noch zu überwindende ‚ptolemäische’ Weltbild der Neuzeit gestützt.

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    „ Ausgesetzt zur Existenz “ – warum der Mensch ein Schicksal ist
    – vom Ausgang aus der unverschuldeten Absurdität –
    Franz Sternbald
    Verlag BoD – D-Norderstedt

  2. Der Kapitalismus nimmt den Menschen das Recht zu leben

    „Das Leben ist weder Zweck noch Mittel; das Leben ist ein Recht. Das Leben will dieses Recht geltend machen gegen den erstarrenden Tod, gegen die Vergangenheit, und dieses Geltend machen ist die Revolution. Der elegische Indifferentismus der Historiker und Poeten soll unsere Energie nicht lähmen bei diesem Geschäfte; und Schwärmerei der Zukunftsbeglücker soll uns nicht verleiten, die Interessen der Gegenwart und das zunächst zu verfechtende Menschenrecht, das Recht zu leben, aufs Spiel zu setzen.“ Heinrich Heine (1)

    Es ist heute überall in der Welt möglich menschenwürdige Verhältnisse gestalten zu können, die allen und jedem die Möglichkeit geben, am Vervollkommnen und Verschönern mitzuwirken. Die wissenschaftlich–technische Revolution, gekennzeichnet durch rasche Entwicklung von Hochtechnologien und deren massenhaften Einsatz mit der Folge eines tiefgreifenden Wandels in den Wirtschaftsstrukturen, konstituiert in unserer Gegenwart ein Umbruch. In den Kernprozessen der Wirtschaft bildet sich ein neuer Produktivkrafttypus heraus, gekennzeichnet vor allem durch die komplexe industrielle Nutzung von Naturgesetzen. Schrittweise löst sich der Mensch aus der Einbindung in den Rhythmus der Maschinerie heraus.
    Sehr häufig sind es besondere Ereignisse, in denen es zu grandiosen Entdeckungen kommt oder der wissenschaftlich-technische Fortschritt für die Steigerung der Produktivität nutzbar gemacht wird. Immer müssen dann die sich eröffnenden Möglichkeiten durch die alltäglich zu leistende Arbeit verwirklicht werden.

    Solche wesentlichen Veränderungen im Produktionsprozess eröffnen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten für die Persönlichkeitsentfaltung, für die Überwindung von Unterentwicklung und für wahrhaftig humanistischem Verhalten entsprechende, zwischenmenschliche Verhältnisse.
    Es hängt aber vom Charakter der Gesellschaftsverhältnisse ab, ob diese Veränderungen zu sozial und ökologisch notwendigen Verbesserungen führen oder ob sie zerstörerisch sind. Wie auch in der Frage Krieg oder Frieden ist der Umbruch offen für positiven oder negativen Wandel.
    Die durch profitorientiertes Wirtschaften zu Destruktivkräften pervertierten Produktivkräfte eskalieren zur erdumspannenden Kriegsmaschinerie, führen zu humanitären und ökologischen Katastrophen, zu Wirtschafts- und Finanzkrisen, zu chronischer Massenarbeitslosigkeit, zur Ausgrenzung ganzer Teile der Bevölkerung aus dem gesellschaftlichen Miteinander auf Lebenszeit, zum Verlust der Bedingungen und Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung für jede und jeden von uns und letztendlich zur Zerstörung des Mensch-Seins überhaupt.

    Wenn Arbeit nur Last und Drangsal und nicht auch freudiges Vergnügen am Schöpfertum bereitete, gäbe es wohl auch heute noch keine Menschen, die sich dank ihrer bio-psycho-sozialen Wesenszüge ihres einmaligen Seins, einschließlich ihrer Gefühle und ihres Intellekts, gewahr werden können und, so zu bewusstem Sein gekommen, in der Lage wären, in ihrem Leben für sich selbst zu sorgen.
    Das Recht zu leben bedeutet für uns Menschen, die Berechtigung uns entsprechend unserer Eigenarten bewegen zu können.

  3. Amnerkung:
    „Denke“ – Bei dieser Denke bekomme ich ein Piepsen in meiner Höhre, einen Knick in meiner Gucke und es verschlägt mir die Spreche. – Dieter Hildebrand

    Das „Denken“ ist ein komplexer, mehrschichtiger Prozess. Eine „Denke“ ist die eindiemsionale Reduzierung dieses Prozesses, sicht und hörbar gewordene Verhunzung unserer Sprache als Ausdruck von Kultur und Intelligenz. Somit ein Mittel der Gegenaufklärung und Massenverblödung und strikt abzulehnen.

    „Wer dem Wort Be-deutung verleiht, hat das innerste Wesen der Dinge im Kern be-griffen“ – unbekannt

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