Afghanistan, der Super-GAU? #04: Imperialismus im Namen der Ortskräfte

Die US-Regierung bleibt bei ihrem Fahrplan: Die Evakuierungsmission in Kabul soll bis zum 31. August abgeschlossen sein. Entsprechend des Vorhabens verengt sich die Berichterstattung über die Lage in Afghanistan auf die Ereignisse am Flughafen. Dort kam es schon zu Schusswechseln, ein Selbstmordattentäter sprengte sich in die Luft, zahlreiche Menschen wurden getötet. Die Urheber bleiben unklar (1).


Afghanistan, der Super-GAU?

Teil 4: Imperialismus im Namen der Ortskräfte

Neue Debatte Podcast

Von Klaus Hecker


Laut sind die Stimmen, die die Evakuierung von Afghanen fordern, die zum Beispiel für diplomatische Vertretungen oder NGOs tätig gewesen sind oder sich für soziale Anliegen oder den Klimaschutz engagierten, und nun, so zumindest die Vermutung, die Rache der Taliban fürchten müssen (2). Dem ist nicht zu widersprechen, allerdings vollendet sich dadurch auch die große Ablenkung vom Handeln der USA und seiner Verbündeten am Hindukusch; der Imperialismus wird im Namen der Ortskräfte veredelt.

In seiner neuen Podcast-Serie “Afghanistan, der Super-GAU?” versucht unser Autor Klaus Hecker die Geschehnisse in die gesamtpolitische Lage einzuordnen. Im vierten Teil skizziert er den wesentlichen Kern des westlichen Engagements: den Imperialismus. Dessen destruktive Kraft wird Afghanistan nicht zur Ruhe kommen lassen.


Quellen und Anmerkungen

(1) Frankfurter Allgemeine (25.8.2021): Mehr Schutzsuchende, aber immer weniger Zeit. Auf https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bundeswehr-in-afghanistan-ende-der-evakuierung-naht-17496114.html (abgerufen am 29.8.2021).

(2) taz (27.8.2021): Klimaaktivisten in Kabul in Gefahr. Auf https://taz.de/Nach-Machtuebernahme-der-Taliban/!5796577/ (abgerufen am 29.8.2021).


Foto und Audio: Andrey Zvyagintsev (Unsplash.com) und Klaus Hecker

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Lehrer

Klaus Hecker (Jahrgang 1954) ging nach dem Abitur in Wetzlar 1973 nach Marburg und studierte Deutsch, Politik und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien. Von 1985 bis 2017 war er in der Universitätsstadt Lehrer an der Carl-Strehl-Schule, einem Gymnasium für Sehbehinderte und Blinde. Seit jeher engagiert er sich in sozialen und politischen Initiativen und tut dies noch heute. Als DSV-Lehrer "Skitour und Alpinist" ist er häufig im Alpenraum unterwegs.

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