Podcast: Die Grünen sind eine prima Partei und retten die Welt (vielleicht)

Sozial engagiert, hoch motiviert, friedensbewegt und basisdemokratisch: Die Schöpfer der Grünen hatten Ideale und den Glauben, das System sei durch den Gang in und durch die Institutionen reformierbar. Stück für Stück änderten sich die Grundeinstellungen. Entweder wurde sich auf die Notwendigkeiten der „Realpolitik“ berufen oder auf „höhere“ Ideale eingeschwenkt, die es ermöglichen, für die Kriegsindustrie den Teppich auszurollen und mittels militärischer Gewalt den Frieden zu sichern. Was wie ein Widerspruch wirkt, ist keine Überraschung. Die Verwandlung der einstigen Friedenspartei folgt einer Logik.


Die Grünen sind eine prima Partei und retten die Welt (vielleicht)

Ein Essay von Renate Dillmann

Gesprochen von Klaus Hecker


In seinem Podcast liest unser Autor Klaus Hecker einen kritischen Text der Journalistin Renate Dillmann (1). Ihr Essay „Die Grünen sind eine prima Partei und retten die Welt (vielleicht)“ ist nicht nur eine Spurensuche über die Anfänge und die spätere Transformation. Es ist die Beschreibung einer schleichenden Vergiftung; die Analyse einer sozial-ökologischen Bewegung, die den Frieden zwischen Mensch und Natur in die Welt tragen wollte, die soziale Frage stellte, sich als Partei aber schnell von alten Idealen distanzierte und im System ihren Platz einnahm. Der Kern der Grünen erscheint nun an der einen oder anderen Stelle schwärzer als die schwarze Nacht – geblieben sind die Öko-Parolen.


Quellen und Anmerkungen

(1) Renate Dillmann (Jahrgang 1954) studierte in Mainz und Dortmund Politikwissenschaften, Geschichte und Soziologie. 1989 promovierte sie an der Fernuniversität Hagen mit „Die Deduktion des Staates bei Thomas Hobbes“. Es folgten Tätigkeiten als Lehrerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrbeauftragte und Vertretungsprofessorin. Außerdem ist Renate Dillmann als freie Journalistin tätig. 2009 veröffentlichte sie im VSA-Verlag „China – ein Lehrstück. Über alten und neuen Imperialismus, einen sozialistischen Gegenentwurf und seine Fehler, die Geburt einer kapitalistischen Gesellschaft und den Aufstieg einer neuen Großmacht“. Das Buch erschien 2021 als Neuauflage mit aktuellen Ergänzungen im Verlag „Die Buchmacherei„. Mehr Informationen auf der Homepage von Renate Dillmann: www.renatedillmann.de


Redaktioneller Hinweis: Der eingelesene Text wurde verfasst von Renate Dillmann und unter der Überschrift „Die Grünen sind eine prima Partei und retten die Welt (vielleicht)“ publiziert. Wir danken für die Zustimmung der Veröffentlichung der Audio-Datei auf Neue Debatte.


Foto: Nick Fewings (Unsplash.com)

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Lehrer

Klaus Hecker (Jahrgang 1954) ging nach dem Abitur in Wetzlar 1973 nach Marburg und studierte Deutsch, Politik und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien. Von 1985 bis 2017 war er in der Universitätsstadt Lehrer an der Carl-Strehl-Schule, einem Gymnasium für Sehbehinderte und Blinde. Seit jeher engagiert er sich in sozialen und politischen Initiativen und tut dies noch heute. Als DSV-Lehrer "Skitour und Alpinist" ist er häufig im Alpenraum unterwegs.

Ein Gedanke zu “Podcast: Die Grünen sind eine prima Partei und retten die Welt (vielleicht)”

  1. Als Grünenwähler bis Kriegseintritt 1999 hätte ich betont, dass die Zeit damals reif war für Grüne und taz, z.B. (Heute bin ich parteiloser Direktkandidat zum Bundestag.) Weiter sollten der Tiefe Staat und die gekonnte Unterwanderung nicht vergessen werden! Gegen den schleichenden, unsichtbaren Prozess sind – wie z.Zt. gegen Rechtsstaat und Menschenrechte – nur unabhängige Selbstdenker gefeit.

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