Der Rote Planet #001: Ideologiekritik als Basis

„Der Rote Planet“, so lautet der Titel meiner jetzt vierzehntägig erscheinenden Kolumne. Ich möchte an diesem Ort aktuelle Ereignisse kommentieren, aber auch Buchbesprechungen präsentieren und manchmal auch Grundlagenwissen vermitteln wie zum Beispiel Erkenntnisse des Marxismus.


US-Außenminister Baker erahnte das Feuer im Osten. (Symbolfoto: Sandra Seitamaa, Unsplash.com)

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Um was es geht …

Aufklärung bis zur Agitation zugespitzt


Im Vordergrund stehen dabei keine wissenschaftlichen Abhandlungen mit fein säuberlichem Literaturapparat, sondern – ein vielleicht zunächst merkwürdig klingender Gegensatz –, ich fühle mich der Aufklärung verpflichtet, zugespitzt der Agitation.

Der Rote Planet

Ich hebe diesen Punkt deswegen hervor, weil die von mir zu verhandelnden Gegenstände verstellt sind; zum einen in der kritischen Öffentlichkeit und nicht selten auch in der linken Öffentlichkeit. Aufklärung hat also zunächst – vor einer positiven Bestimmung des jeweiligen Gegenstandes – Ideologiekritik zu sein, was ich an einem Beispiel erläutern will.

Meine Podcastserie „Afghanistan der Super-GAU?“ hat sechs Folgen, fünf davon beschäftigen sich mit Ideologiekritik. Und das aus gutem Grunde: Es nützt nichts, etwas zur neuen Weltordnung zu entwickeln und den neuen Hauptfeind des Westens, China in den Fokus zu bringen, wenn gleichzeitig das westliche Fuhrwerken in Afghanistan lediglich als missratenes Auftreten einer Art Technischen Hilfswerks und der Freunde von Mädchenschulen zugeordnet wird.

Beispielhaft zwei simple, aber umso hartnäckigere Ideologien, die den Blick nach innen und nach außen verstellen:

Da schwebt beispielsweise die Erzählung herum, Herrschaft sei im Prinzip gut, sie müsse nur in die richtigen Hände gelangen. Eine Kritik an Herrschaft ist das nicht und schon gar keine Kritik an antagonistischen Verhältnissen, die Herrschaft notwendig machen.

Zweites Beispiel: An der Geschichte der Grünen – die Partei ist Thema meines letzten Podcasts – kann studiert werden, wie alles bis hin zum militärischen Agieren auf dem Globus im zarten Grün gestaltet scheinbar einer menschenfreundlichen Metamorphose unterworfen ist:

  • die (militärische) Herumtreiberei auf dem Planeten sollte (oder könnte) menschheitsbeglückend sein, sie ist es aber nicht, sodass die Imperialisten dann lediglich ihre Aufgabenstellung verfehlt haben, so die Kritiker.

Die Zahl der Belege, dass der Imperialismus kein Müttergenesungswerk ist, ist zwar unermesslich, aber zur Untermauerung ihres eigentümlichen (grünen) Idealismus reicht das Wörtchen „eigentlich“ aus: „Eigentlich“ hätten die (Imperialisten) ja eine ganz andere Aufgabe.

Das Selbstverständnis

Der Rote Planet hat sein Selbstverständnis nicht darin, Woche für Woche eine Predigt von der Kanzel ins Land zu posaunen, sondern mit einer (hoffentlich) soliden Vorgabe eine kritische Auseinandersetzung zu initiieren, die im Nachgang ebenfalls auf „Neue Debatte“ erscheint, vielleicht Eingang in weitere Podcasts findet oder sogar die Folie liefert für eine Auseinandersetzung auf einer Tagung wie etwa der Zukunftskonferenz in Wien.


Street Art in Athen mit Maske und ohne Covid. (Foto: Walid Hamadeh, Unsplash.com)

Schluss mit dem

Theater

Karten auf den Tisch!

Journalismus ist entweder eine beliebige Ware und damit nutzlos oder wird von den Mediennutzern ökonomisch getragen und in ihren Händen zur vierten Gewalt.


Foto: Gaurav Khemka (Unsplash.com)

Lehrer

Klaus Hecker (Jahrgang 1954) ging nach dem Abitur in Wetzlar 1973 nach Marburg und studierte Deutsch, Politik und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien. Von 1985 bis 2017 war er in der Universitätsstadt Lehrer an der Carl-Strehl-Schule, einem Gymnasium für Sehbehinderte und Blinde. Seit jeher engagiert er sich in sozialen und politischen Initiativen und tut dies noch heute. Als DSV-Lehrer "Skitour und Alpinist" ist er häufig im Alpenraum unterwegs.

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