Ein hinterhältiger Krieg

Beispielhafte Weltführer wie Nelson Mandela, Martin Luther King und Mahatma Gandhi haben uns bedeutende Lehren hinterlassen. Eine von ihnen ist, dass die Suche nach Frieden niemals ohne Gewalt vonstattengehen kann. Verfolgt und gefangen gehalten, weil sie Ideen verkündet habe, die gegen das etablierte System waren, hat ihre moralische Stärke sie durch Jahre der Verfolgung und Schmierkampagnen der Machthaber getragen. Zwei von ihnen – Gandhi und Luther King – wurden in einem vergeblichen und verspäteten Versuch, sie zum Schweigen zu bringen, ermordet.

Aus dieser Fähigkeit zum Widerstand, aus dieser intellektuellen und menschlichen Beständigkeit ging die Botschaft der Denker hervor, dessen Essenz die Art und Weise, wie wir die Welt betrachten, radikal veränderte und für die Nachwelt die Nachricht hinterließ, dass Respekt für die Menschenrechte der Mehrheiten der einzig mögliche Weg zum Frieden und Fortschritt ist.

Zufälligerweise war friedlicher Widerstand eine der Strategien, die von den oben genannten Persönlichkeiten in der Geschichte des 20. Jahrhunderts genutzt wurde. Daraus entstand die Gewissheit, dass ohne Beharrlichkeit, ohne ein klares Bewusstsein für den Beweggrund des Kampfes und ohne die Überzeugung auf dem richtigen Weg zu sein, um Lebensumstände zu ändern, keine Hoffnung für Veränderung existiert. Aber es war auch ein Beispiel für zukünftige Generationen, dass die Bedeutung aufzeigt, dass die Suche nach Frieden durch Wahrheit der einzige Weg ist, Versöhnung zu erzielen.

Auf diesem Weg des Verstehens führen alle Wege zu Gerechtigkeit. Deshalb steht ein System, das wenige auf Kosten des Rests der Gesellschaft bevorzugt, unumgänglich der Erreichung von Frieden im Weg.

Um die Herrschaft der Gerechtigkeit wiederherzustellen, ist Wissen essenziell. Die Suche nach der Wahrheit in Ländern, die von vergangener und gegenwärtiger Gewalt belastet sind, die eine Geschichte voller bewaffneter Konflikte haben und in denen eine große Prozentzahl der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt, impliziert einen Prozess der Katharsis, Enthüllung und Wiederherstellung von Identität, der durch Jahrzehnte des Schweigens und der Unterdrückung verändert wurde. Versöhnung und Vergebung stellen dadurch Grundzutaten einer Formel dar, deren Ziel die Rekonstruktion des sozialen Gefüges ist, um eine gerechtere und egalitärere Gesellschaft zu formen.

Das Erreichen dieser Ziele wird auf den erbitterten Widerstand derer stoßen, die die politische und ökonomische Macht in den Händen halten, da diese die Teilnahme der Bevölkerung an einem inklusiven Prozess des Wandels, der fähig ist, die Machtstrukturen zu öffnen und Demokratie zu ermöglichen, als Bedrohung sehen. Es ist ein hinterhältiger Krieg gegen jeglichen Versuch, die Institutionen, die die Basis des Systems bilden, zu demokratisieren. Aus Angst schließen sie ihr Reihen gegen den Wandel und schaffen dabei Mechanismen, die genau diese Bemühungen delegitimieren sollen.

Friede, wie ihn uns diese großartigen Persönlichkeiten gelehrt haben, repräsentiert die Anhäufung von radikalen und tiefgreifenden Prozessen der sozialen Veränderung. Er bedeutet, die Rechte anderer zu akzeptieren, seinen eigenen Platz in der Gesellschaft zu beanspruchen, Unterschiede zu respektieren und Ungerechtigkeit zu bekämpfen. Es gibt keinen anderen Weg, Frieden zu erreichen; Träume von Frieden kollidieren mit den großen Mächten, die alles definieren.


Redaktionelle Anmerkung: Der Beitrag von Carolina Vásquez Araya erschien bei unserem Kooperationspartner Pressenza. Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Laura Meissner vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Das Essay wurde von Neue Debatte übernommen. Einzelne Absätze wurden zur besseren Lesbarkeit im Netz hervorgehoben. Pressenza sucht Freiwillige!


Ein ruhender Mensch auf einem weißen Bett. (Foto: Ahmet Ali Agir, Unsplash.com)

Schluss mit dem

Theater

Karten auf den Tisch!

Journalismus ist entweder eine beliebige Ware und damit nutzlos oder wird von den Mediennutzern ökonomisch getragen und in ihren Händen zur vierten Gewalt.


Foto: blackishoot (Unsplash.com)

Journalistin bei | Webseite

Carolina Vásquez Araya ist Journalistin und Redakteurin aus Chile. Ihr Lebensmittelpunkt ist in Guatemala. Ihre beruflichen Erfahrungen unter anderem in der Öffentlichkeitsarbeit hat sie in Projekte von Organisationen eingebracht, deren Interessen auf die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung des Landes ausgerichtet sind, dies mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Bereiche Kultur und Bildung, Unternehmertum, Menschenrechte, Justiz, Umwelt, Frauen und Kinder. Sie veröffentlicht ihre Beiträge unter anderem bei Pressenza.

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