Verkehrung als Waffe des Diskurses der Macht

Wie wir leben wollen? – Auf jeden Fall nicht so wie heute! (1)

Was ist an dem jetzigen Leben falsch?

Die Beschneidung der Bürgerrechte, die jeder rationalen Grundlage entbehrenden allgegenwärtigen Anweisungen, das Gefühl, der Willkür von Idioten ausgesetzt zu sein, ihrem sadistischen Machtprotz, dem Gefühl völliger Ohnmacht, Unsicherheit, wie es weitergehen wird, ein Gefühl, sich in einer Irrenanstalt zu befinden, in einer Goffmanschen ‚Totalen Institution‘ (2), Misstrauen hat die Beziehung zu anderen vergiftet.

Austausch, Diskussionen, Gespräche im größeren Kreis, Universitäten, Schulen, Bildung und Weiterbildung finden kaum mehr ohne Video statt. Das Medium beherrscht die Kommunikation, verändert sie, und das Wissen, einer unbekannten „Öffentlichkeit“ ausgeliefert zu sein, die, ohne dass wir es wissen, mithören, dabei sein kann, eine Öffentlichkeit, die wir nicht mehr kontrollieren können, in der wir immer die Möglichkeit unkontrollierter Kontrolle mitdenken müssen.

Das Entscheidende, das dabei verloren geht: die Selbstbestimmung, „in meiner individuellen Lebensäußerung unmittelbar mein wahres Wesen, mein menschliches, mein Gemeinwesen bestätigt und verwirklicht zu haben“ (Karl Marx 1844). (3)

An die Stelle der menschlichen Beziehung tritt die sachliche, die Beziehung von Sachen, der Produkte menschlicher Arbeit zueinander, sie scheinen Herrschaft über die Menschen auszuüben (während sich hinter ihnen die tatsächlich Herrschenden verstecken).

Am Beispiel der Bildung, des Unterrichts, der Schule, der Universität ebenso wie der öffentlichen Diskussion, des kulturellen Lebens überhaupt, kann man erkennen, was fehlt, was menschliches Leben erst zu menschlichem macht, wenn es nicht durch den sogenannten Lockdown ausgeschaltet wird.

Weder Bildung noch Leben ist durch die Maschinen zu ersetzen, die wir, welch ein Hohn, menschlicher Arbeit verdanken, die diese erleichtern sollten, die aber zu entmenschlichenden Funktionen und Zwecken missbraucht werden, aber vielleicht das auch schon wieder ein Euphemismus, denn sie wurden ja nicht von denen entwickelt, die sie benutzen, gegen die sie gerichtet werden, sondern von denen beziehungsweise im Interesse derer, die sie gegen uns richten.

Wir sehen hier ein zentrales Shibboleth, das wie ein Graben durch die Menschen geht: die Spaltung der Gesellschaft in Klassen, in Besitzende und solche, deren einziger Besitz in ihrer eigenen Arbeitskraft besteht, deshalb Spaltung in Mächtige und der Macht ausgesetzte, in Herrschende und ihnen Unterworfene.

Diese Spaltung durchzieht nicht nur das Leben aller und trennt die einen von den anderen, sondern verkehrt auch alles, was wir tun, denken, produzieren in sein Gegenteil.

Was Genuss des Lebens hätte sein sollen/können, meine Lebensäußerung, ist „Lebensentäußerung“ geworden. „Mein Arbeiten ist nicht Leben“, „denn ich arbeite, um mir ein Mittel des Lebens zu verschaffen“, „mir verhaßt, eine Qual und vielmehr nur der Schein einer Tätigkeit, darum auch eine nur erzwungene Tätigkeit und nur durch eine äußerliche zufällige Not, nicht durch eine innere notwendige Not mir auferlegt“. „Daher erscheint sie nur noch als der gegenständliche, sinnliche, angeschaute und darum über allen Zweifel erhabene Ausdruck meines Selbstverlustes und meiner Ohnmacht.“ (4)

Marx leitet diese Aussage mit der Feststellung ein: „Gesetzt, wir hätten als Menschen produziert.“ (so wäre meine Arbeit freie Lebensäußerung, daher Genuss des Lebens). Und konstatiert: „Unter der Voraussetzung des Privateigentums ist sie Lebensentäußerung, denn ich arbeite, um zu leben, um mir ein Mittel des Lebens zu verschaffen. Mein Arbeiten ist nicht Leben.“

Diese Voraussetzung, das Privateigentum an Produktionsmitteln – in der Hand der Klasse der Produktionsmittelbesitzer – ist es, die das Leben heute zu dem macht, wie wir es kennen. Das Privateigentum ist die Voraussetzung der Verkehrung. Letztlich die Verkehrung aller menschlichen Verhältnisse in ihr Gegenteil.

Wir sehen diese Verkehrung auch im ideologischen Überbau und können sie dort diskutieren, im Diskurs der Macht, in seinen Begriffen: Freiheit, Sicherheit, Solidarität; „Sicherheit“ nimmt den Platz von „Gleichheit“ in der Trinität der Französischen Revolution ein.

„Sicherheit“ – der Begriff, das Versprechen aus der Zeit des Adenauer-Antikommunismus, das Freiheit einzuschränken „gestattete“ (siehe Peter Brückner, 5) – so alt sind die Anfänge des Überwachungsstaats – und so elend ist die Geschichtsvergessenheit seiner Verteidiger: Inzwischen hat sich auch Jürgen Habermas ihnen angeschlossen. (6)

Vollkommen ins Gegenteil verkehrt ist der Begriff „Solidarität“. Er bedeutet in der Pandemie-Inszenierung die Anweisungen des Notstandsregimes befolgen, wiederum unter der absoluten Priorisierung von „Gesund leben“.

Diese Verkehrung ins Gegenteil trifft auch „Gesund leben“ selbst und „Freiheit“: Freiheit wird als Geschenk angeboten – für Gehorsam gegenüber den Anweisungen des Notstandsregimes; Freiheitsrechte sind ersetzt durch die Belohnungen einer Ratten-Psychologie.

Mit der Zerstörung des Gesundheitswesens – unter dem Einfluss und der Macht der Pharmakonzerne – hat „Gesund leben“ seine Bedeutung ins Gegenteil verkehrt; definiert durch die Vorgaben der Pharmakonzerne: Erfüllung von deren Profitinteressen.

Damit werden die dem Kapitalismus inhärenten Ziele und Folgen verstärkt: Die krankmachenden Bedingungen der Arbeit und der Umweltzerstörung selbst, wobei die entscheidende Zunahme in jener der psychischen Krankheiten liegt (Depression, Burn-out, psychosomatische Störungen). Diese werden wiederum durch die Zerstörung von Freiheit und Solidarität treibhausmäßig gefördert (siehe oben).

Die Verkehrung der Begriffe in ihr Gegenteil ist in der gegenwärtigen Pandemie-Inszenierung auf die Spitze getrieben:

Die gesundheitsgefährdenden Maßnahmen werden als gesundheitsschützende deklariert: Abstandsgebot und Maske, deren Wirkung in der Entsolidarisierung, dem Misstrauen, der Denunziation besteht, werden als Ausdruck von Solidarität verkündet („Solidarität“ mit den Unterdrückern). Die Kritiker des Corona-Putschregimes werden in die rechte Ecke gestellt, während die Putschisten selbst sich als links bezeichnen lassen: Verschwörungstheoretiker werden sie von den Verschwörern genannt – weil sie die Verschwörung aufdecken.

Diese Verkehrung wurde in der Pandemieinszenierung tagtäglich durch die Medien verbreitet: das Medium, mit dem diese Verkehrung „in die Köpfe gepflanzt“ wird. Seine Wirkung beruht darauf, dass die sich gleichbleibenden Begriffe mit unterschiedlicher oder sogar sich widersprechender Bedeutung unterlegt werden können:


Sender, Empfänger, Begriff, Bedeutung (Grafik: Neue Debatte)

Jedes Sprechen (vor jedem Diskurs) ist durch diese grundsätzliche Ambiguität (Jacques Lacan, 7) gekennzeichnet. Der Begriff ist mit seiner Bedeutung nicht „verlötet“, sondern Sprechende und Zuhörende können denselben Begriff mit jeweils unterschiedlichen Bedeutungen verbinden. Auf diese Weise kann der vom Sprecher geäußerte Begriff beim Zuhörer als Versprechen wahrgenommen (rekonstruiert) werden.

Der Diskurs ist auch das Medium der Kommunikation zwischen den Mächtigen, den Herrschenden und den von ihnen beherrschten: der Bevölkerung. Ich nenne ihn Diskurs der Macht, weil er von der Macht organisiert wird.

Sie hat die Ressourcen, ihn zum dominanten Diskurs in der Gesellschaft zu machen, sie hat das Personal, das in diesem Diskurs die Parolen, Aussagen, Behauptungen einspeist. Die Empfänger haben diese Macht und diese Möglichkeit nicht, sie können die Parolen des Diskurses der Macht nur weitertragen in ihre persönlichen Verhältnisse, Beziehungen, Kontakte, in ihre Familie, ihre Freunde, zu den Arbeitskollegen und so weiter.

Der Diskurs der Macht versorgt uns mit den Botschaften der Herrschenden, wir erfahren von ihm alles, was wir brauchen, um uns in der Welt zu orientieren, ebenso wie das, was wir nicht brauchen oder nicht brauchen können, allen Schrott der Ablenkung, Desorientierung.

Wir übernehmen diese Botschaften der Medien in unseren Alltag, in unsere alltäglichen Gespräche, in unsere Überlegungen, Pläne, in unsere Handlungen. Wir übernehmen sie nicht nur, wir machen sie zu unseren eigenen. Wir sagen „das ist meine Meinung“, „davon bin ich überzeugt“ und so weiter.

Die ungeheure Bedeutung, der Einfluss dieser Medien auf das Wissen, Bewusstsein, Wahrnehmung, Denken und Handeln der Bevölkerung hat sich gerade in der Inszenierung der letzten 18 Monate überdeutlich gezeigt, indem man die Inszenierung für die Realität erklärt: die Pandemie erfordere die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung und Bewältigung.

Diese Verkehrung haben wir bereits im März 2020 auf die Formel gebracht: Der Diskurs der Macht hat das Coronavirus okkupiert – nicht umgekehrt. (8)

Gerd Reuther schrieb in „Die Folgen verraten die Absicht“ (Rubikon 31.03.2020):

Am Jahresende werden aber alle Staaten mit Wohlstand unrettbar verschuldet, alle Menschen mit materiellem Wohlstand enteignet, die mittelständische Wirtschaft dezimiert, die großen Banken dank ihrer Kredite für Staaten saniert, der sogenannte Gesundheitssektor noch aufgeblasener und Big Pharma noch reicher geworden sein.

Diese Folgen waren das eigentliche Ziel. Die Virus-Inszenierung war nur das Mittel. In der Inszenierung der Corona-Pandemie wurde diese Verkehrung der Vorstellungen zusätzlich unterstützt und eingebettet in:

  • Überrumpelung der Bevölkerung (Panikmache),
  • Missbrauch der Statistik (mit aus dem Zusammenhang gerissenen Todeszahlen die Panik zu schüren),
  • Anordnung sinnloser Maßnahmen (deren Sinn sich in der Wirkung enthüllte; Erhöhung der Panik, Verstärkung des Gehorsams der Bevölkerung).

Giorgio Agamben urteilt über diese von ihm als „eine der wahrscheinlich schäbigsten Zeiten in der Geschichte“ bezeichnete Zeit: „Diejenigen, die das Land geleitet und regiert haben“, erscheinen in seinen Augen „als unverantwortliche skrupellose Gestalten, die abseits jedes ethischen Rahmens handelten“. (9)

Was wir wollen? Wie wir (gesund) leben wollen?

Meine Frage: Wann war meine schönste Zeit? Die Zeit der „Public happiness“ (10); die 1968er-Jahre. Wir haben alles diskutiert, infrage gestellt. Das Leben war „politisch“: Leben der Citoyen.

So wollen wir leben – in „rätedemokratischen Strukturen, weltweit in Selbstverwaltung ohne bürokratische Herrschaftsstrukturen, ohne die Unterdrückung von Andersdenkenden, ohne Militär, Gewalt und imperialistische Kriege. Kooperative Gesellschaften in Freiheit und humanistischer Verbundenheit auf der Grundlage von Völkerfreundschaft und kultureller Gegenseitigkeit sind nicht nur vorstellbar, sondern Wunsch und Bedürfnis vieler Menschen auf der Erde. Die Schaffung einer nicht-kapitalistischen Wirtschaft zum Wohle der gesamten Menschheit, ohne menschen- und naturverachtende Ausbeutung durch Profitgier ist – auch aus ökologischen Gründen – an der Tagesordnung.“ (11)


Quellen und Anmerkungen

(1) Vortrag in der Online-Veranstaltung „Freiheit, Sicherheit, Solidarität – Wie wollen wir gesund leben?“ der Gruppe „Linker kritischer Coronadiskurs“ am 15. Oktober 2021.

(2) Erving Goffman (1961): Asylums – Essays on the Condition of the Social Situation of Mental Patients and Other Inmates.

(3) siehe Karl Marx (1844): „Auszüge aus James Mills Buch ‚Eléments d’économie politique‘. Trad. Par J. T. Parisot, Paris 1823, in: MEW Ergänzungsband Erster Teil, Dietz Verlag Berlin, 1968, S. 462f.

(4) siehe oben und siehe auch Karl Marx: „4. Der Fetischcharakter der Ware und sein Geheimnis“, in: MEW 23, Das Kapital, Erster Band, Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals, 1. Abschnitt, Ware und Geld, 1. Kapitel, Die Ware, S. 85-94.

(5) Peter Brückner (1966): Freiheit, Gleichheit, Sicherheit. Von den Widersprüchen des Wohlstands (Frankfurt/M. S. Fischer); siehe auch Herbert Marcuse (1964): One-Dimensional man; deutsche Veröffentlichung: Der eindimensionale Mensch (Suhrkamp, Frankfurt 1967).

(6) Jürgen Habermas (2021): Corona und der Schutz des Lebens: Zur Grundrechtsdebatte in der pandemischen Ausnahmesituation. In: Blätter für deutsche und internationale Politik (Blätter Verlagsgesellschaft mbH, Berlin), September 2021, S. 65-78.

(7) Jacques Lacan (1958-59): Das Seminar, Buch VI. Das Begehren und seine Deutung. (Zusammenfassende Wiedergabe durch J.-B. Potalis. Übersetzt von Johanna Drobnig; unter Mitarbeit von Hans Naumann und Max Kleiner. Zürich 1998); siehe dazu Klaus-Jürgen Bruder (2009): Die Lüge: Das Kennwort im Diskurs der Macht. In: Klaus-Jürgen Bruder und Friedrich Voßkühler (2009): Lüge und Selbsttäuschung (Vandenhoeck, Göttingen).

(8) Neue Gesellschaft für Psychologie (2020): Der Diskurs der Macht hat das Virus okkupiert – nicht umgekehrt. Auf https://www.ngfp.de/2020/03/der-diskurs-der-macht-hat-das-corona-virus-okkupiert-dazu-einige-widerstaendige-wortmeldungen-aus-dem-kreis-der-freunde-der-neuen-gesellschaft-fuer-psychologie/ (abgerufen am 19.10.2021).

(9) Giorgio Agamben (2020): A che punto siamo?“ L’epidemia come politica (Quodlibet, Macerata); deutsche Ausgabe (2021): An welchem Punkt stehen wir? Die Epidemie als Politik, S. 10 (Verlag Turia + Kant, Wien).

(10) Klaus-Jürgen Bruder (2013): Massenloyalität – Zur Aktualität der Sozialpsychologie Peter Brückners. In: Sozialpsychologie des Kapitalismus – heute, S. 13-31 (Psychosozial-Verlag Gießen).

(11) Rudolph Bauer (2021): Krisen, Pandemie und Großer Umbruch. Als Hygienegemeinschaft unterwegs in den softtotalitären Überwachungskapitalismus. Erscheint demnächst in: Almuth Bruder-Bezzel, Jürgen Günther und Klaus-Jürgen Bruder (Hrsg.): Corona. Die Inszenierung einer Krise (Sodenkamp & Lenz, Berlin).


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Prof. Dr. Klaus-Jürgen Bruder (Jahrgang 1941) ist Psychoanalytiker, Psychologe, Hochschullehrer und Vorsitzender der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP). Er studierte unter anderem in Würzburg und Heidelberg Psychologie, Soziologie und Politikwissenschaften und habilitierte 1982 mit der Arbeit „Psychologie ohne Bewusstsein: Die Geburt der behavioristischen Sozialtechnologie“. Seit Anfang der 1990er Jahre ist er an der Freien Universität Berlin tätig. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören 'Subjektivität und Postmoderne. Der Diskurs der Psychologie' (Suhrkamp 1993); 'Jugend. Psychologie einer Kultur' (Urban & Schwarzenberg 1984), 'Psychologie ohne Bewusstsein. Die Geburt der behavioristischen Sozialtechnologie' (Suhrkamp 1982) und 'Lüge und Selbsttäuschung' (Vandenhoeck & Ruprecht 2009).

Ein Gedanke zu “Verkehrung als Waffe des Diskurses der Macht”

  1. vor obigem artikel kann ich nur den hut ziehen, denn das geäußerte ist, meine meinung, weitestgehend zutreffend, insbesondere auch das angedeutete letztlich „de-konstruierende“ kommunikations-schema (lacan et al)

    andererseits ist zu sagen, dass wir in form einer pandemie wirklich und ernsthaft bedroht waren/sind, die die herrschenden ganz natürlich unter den prämissen ihrer eigenen sprachregelungen und bewusstseinzustände versuchten unter kontrolle zu bringen, die bis nach „unten“ durchdrangen, aber deshalb, weil der „stumme“ normal-mensch wie fast immer „keine eigene sprache und bewusstsein“ dafür hat/hatte, und folglich wie eine zu treibende schafsherde reagierte, die dann auch hin und her getrieben wurde.
    abhilfe wäre gewesen und wäre immer, wenn otto-normalverbraucher statt zu re-agieren selbst aktiv in sprache und bewusstein agieren würde, und so der „sprache von oben“ eigenes entgegensetzen würde, das kann er aber just deshalb nicht, weil er eben als „otto“ längst deklassiert ist (ganz real entmündigt usw) = die obrigkeit wirds schon richten …

    conclusio: das zeitalter der aufklärung hat genau das nicht erreicht, wozu es einst angetreten war, den sich selbst determinierenden menschen, stattdessen kamen „als-ob“-selbstdeterminierende heraus, die sprachregelungen und bewusstseinzustände der herrschenden kasten derart internalisiert haben, dass sie es als „eigene meinungen usw“ erleben und ausgeben = nicht mehr „bauer gegen adel“, sondern „der adel“ sitzt heut im kopf des bauern, er hat den bauern erfolgreich parasitiert.

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