Systemkritik: Maskierter Totalitarismus

„Es werden Menschen heranwachsen im digitalen System, die ausbrechen. Julian Assange war nicht der letzte Widerständler und Aufklärer.“

Ein Gespräch zwischen Milena Rampoldi (Promosaik) und dem Sozialwissenschaftler und Publizisten Rudolph Bauer über sein Buch „Maskierter Totalitarismus – Biopolitik, Big Pharma, High Tech und Big Money“.

Milena Rampoldi: Herr Professor Bauer, Ihre jüngste Schrift mit dem Buchtitel „Maskierter Totalitarismus. Biopolitik, Big Pharma, High Tech und Big Money“ ist eine sehr harte Kritik am System. Es geht in der Schrift um die Analyse der Pandemie und die wissenschaftliche Kritik an den Corona-Maßnahmen. Meine Frage an Sie: Wofür stehen Ihrer Meinung nach die Corona-Masken, und was besagt der Titel „Maskierter Totalitarismus“?

Rudolph Bauer: Der Titel wirft ein Schlaglicht auf die aktuelle Lage. Corona ist – im übertragenen Sinn – die Maske, hinter der sich die Fratze des Totalitarismus (1) verbirgt. Zugleich sind jene Masken, die zur Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden müssen, ein symbolisches Zeichen von Unfreiheit und Unterwerfung. Es ist schon sehr merkwürdig, dass die Verschleierung muslimischer Frauen westlich arrogant als Zeichen von Unfreiheit und Unterdrückung angeprangert, verurteilt und in bestimmten Ländern sogar bestraft wird. Wegen eines Virus aber und wegen der staatlich verschuldeten Engpässe im Gesundheitswesen wird Vermummung zum staatlich verordneten Zwang. Keine Maske zu tragen, wird bestraft. Selbst Kinder müssen befehlsmäßig durch Masken atmen und zueinander auf Distanz gehen. Angeblich aus Schutzgründen. Dubios!

Ihr Buch ist kritisch, aber nicht pessimistisch. Warum?

Im Buch kritisiere ich die ausschließliche Fixierung auf das Virus. Ich argumentiere, dass sich hinter der aufgebauschten Pandemie-Kulisse etwas ganz Anderes und Dramatisches abspielt: nämlich ein gewaltiger Krisen-Hub sozialer, politischer und wirtschaftlicher Art. Erstes Anzeichen der Verwerfungen war die Bankenkrise von 2008. Schleichend, aber erkennbar für den kritischen Betrachter zeichnet sich das Ende der bisherigen, als neoliberal bezeichneten Produktionsweise ab. Diese ist immer weniger in der Lage, die gewohnten Profitraten zu garantieren.

Die Profitraten stagnieren oder fallen. Deshalb wird von den Wortführern des Kapitals darauf gedrängt, einer – wie sie es verharmlosend nennen – Vierten industriellen Revolution zum Durchbruch zu verhelfen. Die Vierte industrielle Revolution soll die kapitalistische Produktionsweise auf eine neue Stufe heben. Diese beginnt sich abzuzeichnen als digital- und biotechnokratisches Regime im Verbund mit finanzwirtschaftlichen Superstrukturen, einer transhumanistischen Ideologie der Optimierung des Einzelmenschen und der gesamten Menschheit. Der Wahn des Übermenschen und der Weltherrschaft nimmt erneut Gestalt an – sofern wir dem nichts entgegensetzen.

Hinter der Pandemie-Kulisse wird die biopolitische Umsteuerung mit aller Macht, also totalitär angestrebt und umzusetzen versucht. Der alte Kapitalismus ist am Ende. Ein neuer drängt politisch-ökonomisch an die Herrschaft, an die Weltherrschaft. Der Umbruch ist aber auch eine einmalige strukturelle Chance für die große Mehrheit der Menschen, sich ihrer eigenen Interessen bewusst zu werden, sich einzumischen und das Scheitern der neoliberalen Ökonomie zum Anlass zu nehmen, revolutionär im Sinne der echten Demokratie (2) neue gesellschaftliche und politisch-ökonomische Strukturen aufzubauen.

Wo das Weltwirtschaftsforum und sein Wortführer Professor Klaus Schwab vom Great Reset der vierten industriellen Revolution reden, fordern wir die Vierte demokratische Revolution, sprich: eine Revolution mit dem Ziel der demokratischen Kontrolle der Fabriken durch die Werktätigen, mit dem Ziel der demokratischen Kontrolle der Pharmaindustrie, der Digitalwirtschaft sowie des Finanz- und Bankenwesens. Wenn dieser demokratische Umbruch ausbleibt, droht uns ein totalitäres Regime, das jetzt schon unter dem Radarschirm der Pandemiebekämpfung installiert wird, und zwar seitens der politisch und ökonomisch Mächtigen mit den Mitteln digitaler Kontrolle und mit Notstandsmaßnahmen sicherheitspolitischer und polizeilicher Art, eben erst vom deutschen Verfassungsgericht als grundgesetzkonform abgesegnet (3).

Sie sehen Parallelen zu den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Welche Parallelen sind das hauptsächlich?

Auch in den 1920er und 1930er-Jahren erlebte die Menschheit gewaltige Umbrüche; Stichwort: Inflation und Weltwirtschaftskrise. Der deutsche Staat regierte damals per Notverordnungen, und er subventionierte die große Industrie, ohne jedoch die kapitalistische Eigentumsordnung anzutasten. Gleiches erleben wir heute, getarnt als Governance und in Form von Milliardensubventionen für sogenannte Zukunftsprogramme der Digitalisierung aller Lebens- und Gesellschaftsbereiche.

Während in Hitler-Deutschland die arische Volksgemeinschaft die gesellschaftliche Massenbasis bildete für den rassistischen Nationalismus, ist es heute die staatlich verordnete und massenhaft befolgte Hygienegemeinschaft mit den Merkmalen Maske, Abstandhalten und „Impf“-Nachweis. Während die Nazi-Regenten im Machtrausch 1933 die brutale Beseitigung aller politischen Gegner zum Programm erhoben haben und praktizierten, wird heute scheinbar etwas vorsichtiger, milder, softer vorgegangen. Die Justiz verhält sich wie damals weitgehend herrschaftskonform.

Und warum ist die Lage heute anders beziehungsweise „soft“?

Weil die Eins-zu-eins-Wiederholung der faschistischen Barbarei zu offensichtlich wäre und einen größeren politischen und gesellschaftlichen Widerstand herausfordern würde – einen größeren, als es heute der Fall ist.

Es gibt so etwas wie kollektive Lehren aus dem Scheitern der Nazidiktatur und aufgrund der selektiven Bestrafung von NS-Verbrechern nach Kriegsende (4). Deshalb werden Bücher heute nicht wie 1933 verbrannt. Und es gibt vor allem eine moralisierende Erinnerungskultur, die an der Oberfläche ein „Nie wieder!“ zelebriert und daraus eine scheinbar demokratische Legitimation bezieht. Diese wiederum rechtfertigt totalitäre Maßnahmen wie Demonstrationsverbote und Quarantäne-Einschließungen, willkürliche Zensur und brutale Polizeieinsätze, Reisebeschränkungen und Berufsverbote. Der aktuelle Totalitarismus ist also nur an der Oberfläche „soft“.

Die Entfernung des Buches „Maskierter Totalitarismus“ aus einem deutschen Verlagsprogramm zeigt das wahre Gesicht dieses Regimes. Kritische Bücher werden schlicht und ohne dass es groß auffällt aus dem Programm entfernt.

Ich sehe in dieser Epoche zwei Hauptprobleme, die sozio-politischer Natur sind: Passivität des Einzelnen und Zerstörung des sozialen Gefüges. Wie kommen wir trotz Corona dazu, gerade das zu ändern?

Das, was Sie Hauptprobleme nennen, hat tiefere Ursachen. Die Passivität des Einzelnen ist das Ergebnis einer kollektiven Schockstarre, einer Massenpsychose, die mit Hilfe des Corona-Virus und der ihm angelasteten dramatischen Krankheits-, Leidens- und Todesnarrative und -bilder ausgelöst und von den Medien befeuert wird. Da hilft nur Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung. Das andere Hauptproblem, die Zerstörung des sozialen Gefüges, ist nicht neu.

Das Problem ist charakteristisch für Gesellschaften wie die unsrige. Sie zerfällt in eine Minderheit von Produktionsmittel-Eigentümern und in eine Mehrheit, die über keine eigenen Produktionsmittel verfügt. Das zu ändern vermag nur die Mehrheit. Aber die Mehrheit braucht dazu eine demokratische Utopie – eine Vision, die den Demokratismus der herrschenden Verhältnisse kritisch infrage stellt und überwindet. Sie braucht ein freisetzendes Momentum, um eine revolutionäre Lawine auszulösen. Ob Corona oder die Notverordnungen oder die Folgen der gentechnischen Eingriffe oder einzelne Widerstandsgruppen diese Lawine auslösen werden, wissen wir nicht. Das ist auch gut so. Denn grundlegende Veränderungen brauchen ein Überraschungsmoment, auf das die Gegenseite nicht vorbereitet ist.

In seinem Aufsatz spricht Christian Fiala (5) beispielsweise davon, das Leben wieder analoger zu leben. Was sagen Sie? Oder kann man Digitalisierung positiv nutzen, um die Vierte demokratische Revolution einzuleiten, die Sie als umsetzbare Utopie ansehen?

Ich verstehe den Arzt Dr. Fiala so, dass sich sein Appell für ein analoges Leben darauf bezieht, sowohl die eigene Existenz – unseren Geist, unseren Körper und unsere spirituellen Dimensionen – als auch unsere zwischenmenschlichen Interaktionen und Kommunikationen zu befreien und zu entfesseln – zu befreien aus der virologischen Entmenschlichung, der animalisierenden Medizin, den medial gesteuerten Einschränkungen und der digitalen Totalüberwachung. Sie beherrschen uns gegenwärtig und haben viele der Mitmenschen zu scheinbefreiten Sklaven des Konsums, der Unterhaltung und der Todesangst gemacht.

Ob man die Digitalisierung positiv nutzen kann, um die Vierte demokratische Revolution einzuleiten? Sicher: als Instrument der Aufklärung, der Information, der Vernetzung, der gegenseitigen Ermutigung, als Zeichen unserer Stärke. Es werden Menschen heranwachsen im digitalen System, die ausbrechen. Julian Assange war nicht der letzte Widerständler und Aufklärer. Es werden Menschen wie er sein, die das Glück und die Widersprüche der Utopie leben. Wir sollten ihnen nicht vorgreifen.

Vielen Dank, Professor Bauer, für Ihre Antworten und die nüchterne Einschätzung des aktuellen Geschehens. Ihr Blick in die Zukunft macht Mut.


Rudolph Bauer: Maskierter Totalitarismus - Biopolitik, Big Pharma, High Tech und Big Money (Buchcover: Promosaik LAPH)
Rudolph Bauer: Maskierter Totalitarismus – Biopolitik, Big Pharma, High Tech und Big Money (Buchcover: Promosaik LAPH)

Informationen zum Buch

Maskierter Totalitarismus – Biopolitik, Big Pharma, High Tech und Big Money

Autor: Rudolph Bauer

Sprach: Deutsch und Italienisch

Seiten: 80

Verlag: Promosaik LAPH

Hinweis: Das Werk ist im Netz als PDF verfügbar auf https://drive.google.com/file/d/1y6lDt2I59pbkhuZJr4bhafEp6iHGc2Ch/view (Link abgerufen am 11.12.2021).


Frau im Irrgarten. (Foto: Andrew Loke; Unsplash.com)

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Quellen und Anmerkungen

(1) Totalitarismus ist ein Begriff aus der Politikwissenschaft. Er bezeichnet eine Form von Herrschaft, die danach strebt, in alle sozialen Verhältnisse hineinzuwirken, oft verbunden mit dem Anspruch, einen „neuen Menschen“ gemäß einer bestimmten Ideologie zu formen.

(2) Demokratie bezeichnet Herrschaftsformen, politische Ordnungen oder politische Systeme, in denen Macht und Regierung vom Volk ausgeht (Volksherrschaften).

(3) Tagesschau (30.11.2021): BVerfG weist Klagen ab. Corona-„Notbremse“ war rechtmäßig. Auf https://www.tagesschau.de/inland/bundesverfassungsgericht-bundesnotbremse-103.html (abgerufen am 11.12.2021).

(4) Als Entnazifizierung wird eine ab Juli 1945 umgesetzte Politik der vier Siegermächte bezeichnet, die darauf abzielte, die deutsche und österreichische Gesellschaft, Kultur, Presse, Ökonomie, Justiz und Politik von allen Einflüssen des Nationalsozialismus zu befreien. Millionen hatten sich an Vernichtungskrieg und Massenmord direkt oder indirekt beteiligt, zu betonen ist die besondere Beteiligung der Bürokratie und Institutionen, der Justiz und der Polizei. Nur eine kaum erwähnenswerte Minderheit der Schreibtisch- und Justizverbrecher wurde belangt oder gar verurteilt; Nazi-Polizisten, beteiligt an Mord und Verfolgung, durften in der neuen Demokratie weiter „Freund und Helfer“ spielen. In der BRD starteten zahllose Nazi-Juristen, Nazi-Bürokraten, Nazi-Helfer und sonstige Nazi-Verbrecher eine neue Karriere – von Schuld und vor allem Verantwortung befreit durch das Label der Entnazifizierung.

(5) Alla fine della ragione. Osservazioni mediche su una pandemia priva di oggettività. Herausgeber: Christian Fiala, Aygun Uzunlar. Übersetzung: Milena Rampoldi. Einsehbar auf https://www.epubli.de/shop/buch/Alla-fine-della-ragione-Christian-Fiala-Aygun-Uzunlar-Milena-Rampoldi-9783754915820/120301 (abgerufen am 11.12.2021).


Redaktioneller Hinweis: Das Interview mit Rudolph Bauer über sein Buch „Maskierter Totalitarismus“ wurde erstmals auf dem Blog von Tlaxcala Network (www.tlaxcala-int.blogspot.com) unter der Überschrift „Gegen die Schockstarre der Menschen hilft nur Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung“ veröffentlicht. Es wurde von Neue Debatte übernommen und um Quellen und Fußnoten ergänzt.


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Foto: Jet Dela Cruz (Unsplash.com) und Promosaik

Redakteurin, Schriftstellerin, Buchübersetzerin und Menschenrechtlerin bei | Webseite

Dr. phil. Milena Rampoldi (Jahrgang 1973) ist freie Schriftstellerin, Buchübersetzerin, Menschenrechtlerin und Chefredakteurin bei ProMosaik. Sie wurde im italienischen Bozen geboren und wuchs in einer bikulturellen, zweisprachigen Familie auf, in der sie schon als Kind die Bedeutung der Mehrsprachigkeit, Musik, Kunst und des Kulturaustausches verstand. Nach ihrem Abitur in Brixen studierte sie katholische Theologie an der Theologischen Hochschule Bozen-Brixen und Pädagogik an der Staatlichen Universität Verona. Sie unterrichtete nebenbei Sprachen und arbeitete als Sozialarbeiterin in der Sucht- und Migrantenberatung. Mitte der 1990er unterrichtete sie Flüchtlingskinder aus Bosnien und studierte nach verschiedenen Aufenthalten in muslimischen Ländern an der Universität Venedig Arabistik und Geschichte. 2008 promovierte sie an der Universität Wien mit einer Dissertation über die interkulturelle arabische Korandidaktik im deutschen Sprachenraum. Von 2006 bis 2014 führte Milena Rampoldi ein internationales Übersetzungsbüro mit Niederlassungen in Köln und Leverkusen sowie weiteren Filialen in Deutschland, Italien und den Niederlanden. 2014 zog sie mit ihrer Familie nach Istanbul, wo sie das Presseportal von ProMosaik leitet.

2 Gedanken zu “Systemkritik: Maskierter Totalitarismus”

  1. Zum Ende des Beitrags von Milena Rampold in der „Neuen Debatte“ mit dem Titel „Systemkritik. Maskierter Totalitarismus“ bedankt sie sich bei Professor Rudolph Bauer.
    „Vielen Dank, Professor Bauer, für ihre Antworten und die nüchterne Einschätzung des aktuellen Geschehens. Ihr blick in die Zukunft macht Mut.“ Dem möchte ich mich mit meinen Überlegungen dazu anschließen:

    Fassen wir die Missstände zusammen, die gegenwärtig die gesamte Menschheit unterdrückt

    Der globale Charakter kapitalistischer Standortkonkurrenz sowie die heute tendenziell unbegrenzte Kapital- und Standortmobilität führen zu Einschnitten in den Nationalökonomien sowie zu Veränderungen bisheriger Wirtschaftsstrukturen und Steuerungsmechanismen. Unsicherheiten der Wirtschafts- und Sozialentwicklung spitzen sich zu und die Zerstörung des Ökosystems Erde wird in Kauf genommen. Möglichkeiten der Produktivkraft-Entwicklung werden einseitig für radikale Kostensenkungen und Einsparungen von Arbeitsplätzen eingesetzt, um die Kapitalverwertung zu verbessern und die internationalen Konkurrenzpositionen des Kapitals zu stärken.
    Überall in der kapitalistischen Welt erfolgt die relative Loslösung der monetären Sphäre von der Realökonomie. Die hohen Renditen der Geldanlagen, die Labilität und die Erschütterungen der internationalen Finanzmärkte sowie anhaltende Währungsturbulenzen beeinträchtigen die realwirtschaftliche Entwicklung. Gemeinsame Lösungen von Problemen, wie der Abrüstung und Friedenssicherung, der Erhaltung der natürlichen Umwelt und der Sicherung sozialer Mindeststandards durch die internationale Gemeinschaft werden durch das Streben der Wirtschaftsblöcke zum Erhalt und der Gewinnung von geostrategischen Einflusszonen, Rohstoffen, billigen Arbeitskräften und Absatzmärkten verhindert.
    Auf die größeren Herausforderungen und Probleme reagieren die Regierungen und die Unternehmerverbände im Innern mit dem Angriff auf den Sozialstaat und nach außen mit verstärkten Bemühungen, die politische und militärische Präsenz der führenden kapitalistisch wirtschaftenden Staaten in der Weltpolitik und deren ökonomische Vormachtstellung zu erhöhen, ohne dass wirksame Beiträge zur Lösung der realen Konflikte geleistet oder auch nur Konzepte hierfür erarbeitet werden.

    Darum gilt es, für ein schönes Heute und Morgen intensiv am Bau der Humanität und besonders an dessen Fundament zu arbeiten

    1. Wissenschaft hat seit je her mehrere Funktionen erfüllt. Sie wird zur Produktivkraft, wenn sie die Effektivität menschlicher Tätigkeit erhöht. Wissenschaftsfortschritt als Kulturfortschritt bedeutet Erweiterung des Erklärungs-, Vorhersage- und Gestaltungspotentials der Wissenschaft, das durch Bildung weiter gegeben werden kann und muss.
    Zur Humankraft wird Wissenschaft dann, wenn sie die Grundlagen für die Gestaltung und Erhaltung solcher Daseinsbedingungen liefert, die der Weiterexistenz und Weiterentwicklung der Menschheit dienen. Überaus viele Inhalte im Sinne gesellschafts- und naturwirklicher Notwendigkeiten gilt es zu durchdenken, zu diskutieren und zu bearbeiten, um das produktive Potential der Gesellschaft zu erschließen.

    2. Unser menschliches Mit- und Füreinander fordert den weiteren Ausbau der Demokratie, um die schöpferischen Potenzen aller nutzen, Engagement fördern, Gefahren erkennen, Risiken minimieren sowie Entscheidungen durch das Zusammenführen der Kompetenz der Betroffenen und der Macher zu fundieren. Humane Daseinsbedingungen sind in zunehmendem Maße nur durch das aktive Wirken, durch die organisierte und koordinierte Teilhabe vieler, wenn nicht aller Menschen zu realisieren. In und mit diesem demokratischen Prozess der gemeinsamen Gegenwartsbewältigung und Zukunftsgestaltung wachsen nicht nur die Anforderungen an die Berücksichtigung unterschiedlicher individueller Gruppen nationaler und globaler Interessen, sondern auch die Kompetenz der Beteiligten.

    3. Schließlich muss unbedingt beachtet werden, dass die menschliche Gesellschaft ein Teil des Ökosystems Erde ist. Leben kann ein Mensch nur, wenn er die Vielzahl der von ihm lebensnotwendiger Weise zu erbringenden Leistungen unter Verwendung seines Bewusstseins in menschlicher Gemeinschaft erarbeitet, austauscht, verteilt und nutzt. In Ökosystemen geschieht Gleichwertiges durch Interaktionen zwischen Erzeugern, Verbrauchern und Rückgewinnern, wobei jedes in die ökologischen Kreisläufe integrierte Lebewesen sowohl den Produzenten, als auch den Konsumenten und den Reduzenten zugeordnet werden kann.
    In diesen Systemen und selbstverständlich auch im gesamten Ökosystem Erde in dem auch wir Menschen leben, werden Stoffe, Energie und Informationen produziert, verteilt, ausgetauscht und verbraucht, wodurch die momentane Existenz und die künftige Entwicklung sowohl der einzelnen als auch aller Beteiligten in ihrer Gesamtheit ermöglicht wird. Von Menschen nicht genutzte Ökosysteme passen sich spontan an die sie bestimmenden äußeren Bedingungen im Rahmen der sie bewirkenden und durch sie selbst mitverursachten Auf- und Abbauprozesse an und bewegen sich erhebend, verkomplizierend und ihre Existenz bewahrend, solange es eben die vorhandenen äußeren und inneren Bedingungen zulassen.

    Erst das zu Bewusstsein befähigte und zu Kreativität begabte Wesen Mensch kann die Spontaneität natürlicher Entwicklungslinien in der Kultur seines Willens aufheben und sich mit harmonisch verlaufenden Wirtschaftskreisläufen in das Ökosystem Erde bewusst und zielorientiert eingliedern.

  2. „Während die Nazi-Regenten im Machtrausch 1933 die brutale Beseitigung aller politischen Gegner zum Programm erhoben haben und praktizierten, wird heute scheinbar etwas vorsichtiger, milder, softer vorgegangen.“
    Manchen Historikern zufolge konnte der exzeptionelle Massenmord (Holocaust) erst beginnen, als der Weltkrieg in eine chaotische Phase überging, der vorherige Umgang mit politischen Gegnern bzw. Unerwünschten war nicht so weit entfernt von dem, was in anderen, insbesondere faschistischen oder vom Militär beherrschten, Ländern wie Spanien, Polen, Ungarn üblich war.

    „Die Justiz verhält sich wie damals weitgehend herrschaftskonform.“
    Ich weiß, dass es sich niederträchtig anhört, aber ich glaube die paar Hausdurchsuchungen in und um Weimar haben ausgereicht, die Richterschaft restlos auf Linie zu bringen. Die meisten Richter haben öfters ungerechtfertigte Hausdurchsuchungen abgesegnet, von denen sie wussten, dass es eher um Denkzettel oder Fischen im Trüben ging; Umso größer der Schreck, als sie begriffen, dass kein Gesetz, kein (internationales) Gericht, kein Richterverband und keine der Quallidädsmedien sie, die Robenträger höchstselbst, vor so einer Strafexpedition bewahren würden.

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