Einführung in die Apokalypse


„Die Parole ‚Revolution oder Tod!‘ ist nicht länger der lyrische Ausdruck des revoltierenden Bewusstseins, in unserem Jahrhundert ist sie das letzte Wort des wissenschaftlichen Denkens. Sie trifft zu auf die Gefährdung der Art wie auf die Unmöglichkeit der Individuen, sich zu verbünden. In dieser Gesellschaft, in der die Selbstmordrate bekanntlich steigt, mussten die Experten unter Zögern zugeben, dass sie 1968 in Frankreich auf nahezu Null gefallen war. Dieser Frühling bescherte uns zudem, ohne genau dafür auf die Barrikaden zu gehen, einen schönen Himmel, da einige Autos abgefackelt wurden und es allen anderen am Benzin fehlte, die Luft zu verpesten. Wenn es regnet, wenn über Paris falsche Wolken hängen, lasst uns niemals vergessen, dass die Regierung Schuld daran ist. Die entfremdete industrielle Produktion macht den Regen. Die Revolution macht den Sonnenschein.“ — Guy Debord, Ein kranker Planet (1971)


Die Apokalypse ist da

Insgeheim verlangt es uns alle danach, dass diese Welt zu einem Ende kommt. Der Mythos des Fortschritts war immer schon die große Illusion der westlichen Zivilisation gewesen, die Idee, dass der Fluss der Geschichte sich anschwellend und endlos in die Zukunft erstrecken würde.

Unseren Eltern machte die Zivilisation das Angebot von Häusern am Stadtrand, Computern und Autos. Und die Zivilisation lieferte sie. Den Kindern dieser ArbeiterInnen versprach die Zivilisation Leben auf dem Mond, künstliche Intelligenz und endlosen Frieden. All dies ist fehlgeschlagen. Während unsere Eltern noch immer verzweifelt glauben, dass sie die Hypotheken eines Tages zurückzahlen werden und glücklich in Rente gehen können, ist ihren verlorenen Kindern klar, dass dies eine Lüge ist. Die Welt bietet uns nichts an: Keine Jobs, keine Rast, keine Zukunft – nur Angst.

Immer und immer wieder werden wir nicht nur mit den Bildern unseres eigenen Todes, sondern mit Bildern der totalen Zerstörung konditioniert wie die Ratten. Vom Einsturz des World Trade Centers zur Invasion von Außerirdischen, vom Gespenst des Atomkriegs zu Löchern in der Ozonschicht – und nun von schmelzenden Gletschern – schlagen diese Bilder ihre Wurzeln in unser Sein selbst. Sie sind nicht mehr als moderne Projektionen einer tief sitzenden Fantasie aller Religionen: der Apokalypse.

Die Apokalypse ist vor allem die Beziehung, die wir zu unserer Zeit haben. Die Apokalypse ist immer ein singuläres Ereignis in der Zukunft, sodass wir trotz einer Stimmung des bevorstehenden Untergangs eine seltsame Erleichterung darüber empfinden, dass die Dinge exakt so weiter laufen können wie bisher, vielleicht auf unbestimmte Zeit. Es gibt davon zwei geringfügig abweichende Varianten:

Entweder wird diese Welt durch eine neue, eine glänzende und perfekte Welt ersetzt werden, oder sie wird ganz einfach enden, und überhaupt nichts wird darauf folgen. Immer aber geht das apokalyptische Denken davon aus, dass die gegenwärtige Welt an irgendeinem Punkt vollkommen zerstört werden wird. Somit gibt es keinen Grund für diese Welt Sorge zu tragen, sie zu bewahren, sie zu erhalten.

Tatsächlich kann man diesen Planeten vergewaltigen, ohne auch nur ein Schuldgefühl zu hegen. Die Vision der Apokalypse rechtfertigt das Handeln der Ölbarone und Kohlefürsten immer weiter Kohlendioxid (CO²) auszustoßen, um die gegenwärtige Lebensweise aufrecht zu erhalten und damit schnelles Geld zu machen. In eben diesem Wahnsinn paaren sich die christlichen apokalyptischen Kulte mit Interessen der Magnaten der fossilen Brennstoffindustrie.

Eine zweite Option sieht im Staat den einzig möglichen Heilsbringer, der die Apokalypse verhindern kann, wenn nicht auf immer so doch für ein paar Jahre mehr. Auf diese Art verlegt die apokalyptische Zeit jede Chance auf Veränderung weit in die ferne Zukunft, entnimmt unserem Leben jegliche Tatkraft, vergibt sie an irgendein übernatürliches oder wissenschaftliches Ereignis und negiert so die Möglichkeit einer allzu menschlichen Revolution in der Gegenwart.

Es gibt eine fatale Schwachstelle der apokalyptischen Zeit: Was, wenn die Apokalypse nicht das Ende der Zeit, sondern die Zeit des Endes ist? Was, wenn die Zeit des Endes das Hier und Jetzt ist? Die Apokalypse liegt nicht in der Zukunft, sie findet statt im gegenwärtigen Moment.

Die jähe Wirklichkeit der Apokalypse kann von niemandem angezweifelt werden, der oder die über einen längeren Zeitraum irgendeine Verbindung zu diesem Planeten unterhält, wie jene, die einen Garten haben. Nur in der verpuppten und betonierten Metropole, wo jede Verbindung zum weiten Feld nicht-menschlichen Lebens vor langer Zeit gekappt wurde, ist es möglich, nicht zu bemerken, dass sich die nicht-menschliche Welt in einem Stadium fortgeschrittener Zerstörung befindet.

Seit Beginn der Aufzeichnungen stellte sich die Frage des Überlebens des Planeten niemals auf derart krasse Weise, und nie zuvor wurde solchen Nachrichten mit derartiger Gleichgültigkeit begegnet. Solange die Apokalypse nicht genau jetzt stattfindet, lächeln wir, zucken mit den Achseln und setzen unseren Alltag fort.

Unsere Gesellschaft behauptete, von wunderbaren Kräften besessen zu sein. Diese Wunder nahmen perverse Formen an. Die Fische haben das Meer verlassen: Bald wird es in der Nordsee keinen Kabeljau mehr geben, denn die sich erwärmenden Ozeane vernichten das Plankton, das der Kabeljau frisst. Fruchtbares Land wird zur Wüste: Das Trockenfallen des riesigen Ogallala Grundwasserreservoirs, gewaltige Hitzewellen in Frankreich, Feuer in Griechenland. In diesem Zeitalter von Milch und Honig zu träumen ist absurd: Die Honigbienen verschwinden, hinterlassen leere Stöcke und bedrohen sogar die Zukunft der Blumen. Unsere Milch ist mit Wachstumshormonen belastet, unsere Kinder kommen immer früher in die Pubertät. Es gibt nichts Reines in dieser Welt, nicht einmal das Wasser aus den Flüssen können wir trinken. Unsere Vorfahren wären über alle Maßen schockiert, dass es eine so kurze Zeit brauchte, die Welt für die Menschheit unbewohnbar zu machen. Und das ist nur das Offensichtliche.


Einführung in die Apocalypse Cover

Die Apokalypse könnte allzu wirklich sein. Wenn Wissenschaft die neue Religion ist, so stellen die Wissenschaftler die gegenwärtige Entsprechung der Propheten dar, und der Klimawandel ist ihre sekuläre Apokalypse. Es ist daher verlockend, den Klimawandel als reine Rhetorik abzutun, als eine Art kollektiver Wahnvorstellung, die möglicherweise mit schändlichen Absichten propagiert wird. Aber die Wissenschaft hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Religion: Wissenschaft besteht aus zu prüfenden Hypothesen, die sich in Folge als richtig oder falsch herausstellen, womit Wissenschaft in einer stets eingeschränkten und doch stetig zunehmenden Annäherung an die Realität besteht.

Selbst heute, da Mystizismus weit mehr als Wissenschaft die Welt beherrscht – man muss nur die Verkaufszahlen der Bücher über Physik mit denen über Astrologie vergleichen –, gibt es einen heimlichen Verdacht, dass Wissenschaft tatsächlich eine Rolle spielt. Ihre Hypothesen führten zu allem Möglichen, von Heilstoffen gegen Malaria bis hin zu unbemannten Drohnen in Afghanistan. Von daher ist es ein Grund zur Besorgnis, wenn die Wissenschaftler selbst anfangen, wie verrückte Propheten über die Apokalypse zu sprechen. Das neue Hobby der Wissenschaft besteht darin, uns wie Erbsenzähler vorauszusagen, wie viele Jahre uns noch bleiben: Fünfzig, zwanzig, zehn, fünf.

Für jene, die sich erinnern können, dass unser Planet nicht nur in der politischen Geschichte, sondern auch in der geologischen Zeit lebt, hat eine Welle massiven Aussterbens begonnen, ein Ereignis, das treffenderweise als „anthropogenes“ Artensterben bezeichnet wird. Im kommenden Jahrzehnt werden nahezu die Hälfte aller Arten verschwunden sein. Liegt darin vielleicht die Quelle des vagen Schuldgefühls und der Unfähigkeit, andere Arten auch nur zu würdigen, solange sie nicht in Comics oder Käfigen sitzen?

Das einzige vergleichbare Artensterben der Erdgeschichte fand zu Ende des Paläozoikums vor fast zweihundertfünfzig Millionen Jahren statt. Damals starb nahezu alles Leben im Meer und dreiviertel aller Landtiere. Ursache dieses früheren „Großen Sterbens“ war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Erwärmung der Erde um 5 bis 6 Grad. Große Vulkanausbrüche in Sibirien entließen enorme Mengen CO² und andere Treibhausgase in die Luft, was zu einer Erwärmung des Erdklimas führte, die bewirkte, dass das weit gefährlichere, im Eis gebundene Methan freigesetzt wurde – ein Gas, das die zwanzigfache Wirksamkeit von CO² aufweist.

Es besteht fortwährende Furcht, dass wir bald in Kreisläufe positiver Rückkopplungseffekte eintreten, dass Ereignisse wie die Zerstörung der Regenwälder zu einem unaufhaltsamen, explosionsartigen Hochschnellen der CO²-Emissionen führen, was den Klimawandel unausweichlich katastrophisch werden lässt. Schon heute haben wir Beweise, dass in Folge des Klimawandels der Permafrostboden in Sibirien abschmilzt, und das auf einer Fläche von Deutschland und Frankreich zusammen, und vielleicht bald schon Milliarden Tonnen Methan freigeben wird: Ein „Tipping Point“, ein qualitativer Umschlagpunkt, geradewegs hinein in die Biokrise.

Zum jetzigen historischen Zeitpunkt besteht die Apokalypse in einem sehr realen Artensterben, das verbunden ist mit etwas, das man nur als ein religiöses Zeitverständnis bezeichnen kann.

Um diese beiden verschiedenen Phänomene auseinanderzuhalten, können wir die tatsächliche, durch die extreme ökologische Zerstörung hervorgerufene Welle des Artensterbens „Biokrise“ nennen, während wir den Begriff der „Apokalypse“ für die vorgestellte Möglichkeit vom Ende der Welt reservieren sollten. Die Biokrise ist das Wahre im apokalyptischen Falschen.

Es gibt zweifellos etwas Religiöses in jenen Überzeugungen mit den Berichten von schmelzenden Gletschern als Entsprechung zur flammenden Predigt und einem Emissionshandel, der an den Handel mit Ablassbriefen erinnert. Und es liegt eine Gefahr in der sekulären Hysterie über den Klimawandel: Die „Führer der Welt“ wissen nur allzu gut, dass die Apokalypse der mächtigste aller Diskurse ist, geeignet, jede Gräueltat zu rechtfertigen. Im gleichen historischen Moment, in dem sich der Klimawandel zu einem realen Artensterben auswächst, ist er an etwas gekoppelt, das man nur als neuen religiösen Diskurs bezeichnen kann, eine apokalyptische Vision, die lange Zeit von der Aufklärung in Schach gehalten wurde. Da sich jedoch die Wissenschaft selbst vom sekulären Erlöser zum Schöpfer der Atombombe drehte, ist die Hoffnung auf eine strahlende Zukunft objektiv Irrsinn. Alles, worauf wir hoffen können, ist auf irgendein definitives „Ende“ dieser Situation.

Die Apokalypse findet nicht in der Zukunft statt, sie findet hier und jetzt statt. Sie ist nicht das Ergebnis unserer persönlichen Sünden und sie ist nicht die „kollektive Verantwortung der Menschheit“. Der Klimawandel (oder Gott oder was auch immer) bewirkt die Apokalypse. Die Apokalypse, das anthropogene Artensterben, die reale Biokrise allen Lebens, begann mit dem Anbruch unserer gegenwärtigen Lebensform: dem Kapitalismus.

Alle wissen, dass es die Aufgabe unserer Generation ist, die existierende Ordnung zu stürzen, aber so, wie die frühen Christen das Ende des Feudalismus in religiösen statt in politischen Begriffen beschrieben, ist unsere Generation unfähig, die offenkundige Notwendigkeit der Revolution anders als in der wissenschaftlichen Sprache des katastrophischen Klimawandels auszudrücken. Die engste Parallele zu unserer Ära sind daher die Bauernkriege des späten Mittelalters, als bäuerliche Aufständische das, was im Grunde das Verlangen nach einer sozialen Revolution war, in religiösen Begriffen fassten.

Es dauerte Generationen, bis sich die Sprache der Menschenrechte herausbildete aus den Äußerungen der Bettler-Könige und ketzerischen Priester, dass Gott noch im niedrigsten Bauern gegenwärtig ist. Vielleicht liegt daher eine gewisse Ironie darin, wenn ein „Klimacamp“ zur Reduzierung des CO²-Ausstoßes Blackheath besetzt, wo Jahrhunderte zuvor Wat Tyler und seine aufständische Bauernarmee beinahe die englische Monarchie stürzten: Die erste der gescheiterten Revolutionen der Moderne.

Wie Engels feststellte, sollte es Jahrhunderte dauern, um eine ökonomische Sprache zu schaffen, die den Kampf Thomas Müntzers für „omnia sunt communia“ – Alles ist Gemeinsames – in einer Weise auszudrücken vermochte, die ohne Gott verstanden werden konnte. Der erste Schritt, die gegenwärtige Ordnung zu stürzen, ist kein anderer: Aus der Sprache des katastrophischen Klimawandels eine neue Sprache des Aufstands zu formulieren.

Es gibt eine geheime Bedeutung der Apokalypse. Sie ist nicht das Ende der Zeit, sondern das Ende dieser Zeit. Nicht das Ende der Welt, sondern das Ende dieser Welt.

Der Kapitalismus ist nicht mehr als das historisch kontingente Verhältnis von uns selbst zu unserer Zeit. Die Apokalypse ist ein Mythos, der es der gegenwärtigen Katastrophe Kapitalismus erlaubt, ungebremst weiterzumachen. Indem das Ende der Zeit in die Zukunft projiziert wird, geht alle menschliche Tatkraft im Hier und Jetzt verloren. Wenn die Apokalypse auf ewig in der Zukunft liegt, wird unsere Gegenwart auf ewig eingefroren. Jegliche Tatkraft kann nur an irgendeinen deus ex machina vergeben werden, sei es Gott oder der Staat, der die Apokalypse hervorrufen und sie zugleich für immer verhindern wird. Die kleine Verschiebung besteht darin, den Blick von der Apokalypse zu lösen, sich der Unermesslichkeit der Biokrise in der Gegenwart gewahr zu werden und zu handeln, um die Zerstörung des Lebens durch den Kapitalismus zu verhindern.

Die Tatkraft kehrt zurück, unser Verhältnis zu unserer Zeit wendet sich und selbst die Geschichte wird erlöst. Die Vergangenheit wandelt sich von der Geschichte gescheiterter Revolutionen in die Geschichte der Revolutionen – der Bauernrevolten, der Pariser Commune, des Spanischen Bürgerkriegs, der Kämpfe der Seminolen und der Ludditen, – die jederzeit in einen tatsächlichen Bruch gipfeln kann.

Die Zukunft wandelt sich von einem trostlosen Nichts in eine fortwährende Serie von Chancen des Lebens, sich durchzusetzen. Die Gegenwart wandelt sich von einem gefrorenen Moment der Verzweiflung ins Hier und Jetzt, durchzogen von Intensität. Mit dieser kleinen Verschiebung kehrt eine bestimmter Beschleunigung des Blutes zurück, die seit Langem von der Welt verschwunden geglaubt wurde, denen gegeben, deren Leben für das Überleben der kommenden Generationen gegeben wird. Daher gibt es nicht nur die Möglichkeit der Revolution, vielmehr tauchen wirkliche Revolutionäre auf und mit ihnen eine Art der Erlösung, die nicht in der Zukunft liegt, sondern im Hier und Jetzt.


Personenverzeichnis

(A) Guy-Ernest Debord (1931 bis 1994) war Autor, Filmemacher, Künstler und Revolutionär sowie einflussreiches Gründungsmitglied der Situationistischen Internationale. Debord war ein radikaler Kritiker des Kapitalismus und der kapitalistischen Ideologie des Konsumismus, den er als Inszenierung „falscher Bedürfnisse“ anprangerte. In seinem Hauptwerk „Die Gesellschaft des Spektakels“ (1967) entwickelte er eine Theorie des Spektakels: „Das Spektakel ist das Kapital in einem solchen Grad der Akkumulation, dass es zum Bild wird.“

(B) Wat Tyler war ein englischer Bauernführer, der den Bauernaufstand von 1381 in England anführte.

(C) Thomas Müntzer (1489 bis 1525) war ein Theologe, Reformator, Drucker und Sozialrevolutionär in der Zeit des Bauernkrieges.


Redaktioneller Hinweis: Der Text „Einführung in die Apokalypse“, der sich in die Teile „Die Apokalypse ist da“, „Das Spektakel des Grünen Kapitalismus“ und „Ökologischer Faschismus“ gliedert, wurde von einem anonymen Autor verfasst. Er erschien 2009 in der Broschüre „Dealing with distractions“ der COP15zinecrew. Die Broschüre wurde vom Translationcollective übersetzt und ist als PDF im Netz verfügbar auf https://translationcollective.files.wordpress.com/2010/11/apokalypse-neu.pdf (abgerufen am 2.1.2022). Der Beitrag „Ökologischer Faschismus“ wurde am 8. September 2016 von der Anarchistischen Bibliothek übernommen von der Webseite https://translationcollective.wordpress.com/2010/11/03/einfuhrung-in-die-apokalypse und archiviert. Neue Debatte hat den Text „Die Apokalypse ist da“ übernommen, um eine kritische Diskussion aus anarchistischer Sicht über die Zukunft der technisierten und vernetzten Gesellschaft anzuregen. Einzelne Absätze wurden zur besseren Lesbarkeit im Netz hervorgehoben. Hinweise zu genannten Personen wurden ergänzt, um eine historische und ideologische Orientierung zu ermöglichen.


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3 Gedanken zu “Einführung in die Apokalypse”

  1. Die durch die kapitalistische Wirtschaftsweise entstehenden gesellschaftlichen Widersprüche müssen zum Wohl aller Menschen und um zur Erhaltung des Gesamt-Ökosystem Erde gelöst werden.

    Der Beginn einer neuen Phase der wissenschaftlich-technischen Revolution, geprägt durch die rasche Entwicklung der Hochtechnologien und ihren massenhaften Einsatz mit der Folge eines tiefgreifenden Wandels in den Wirtschaftsstrukturen, konstituiert eine weitere Umbruch-Situation in der Geschichte der Menschheit. In den Kernprozessen der materiellen Produktion bildet sich ein neuer Typ der Produktivkräfte heraus, der vor allem durch die komplexe industrielle Nutzung von Naturgesetzen in Gestalt der Mikroelektronik, der Informations- und Kommunikationstechnologien und der Biotechnologien, durch Lasertechnologien wie auch den Einsatz neuer Werkstoffe gekennzeichnet ist.
    Schrittweise findet eine zeitliche und räumliche Entkopplung von Mensch und Maschine statt. Der Mensch löst sich aus der Einbindung in den Rhythmus der Maschinerie heraus. Diese wesentliche Veränderung im Produktionsprozess und die Steigerung der Arbeitsproduktivität im Verlauf des wirtschaftlichen Strukturwandels eröffnen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten für die Persönlichkeitsentfaltung, für die Überwindung von Unterentwicklung, Hunger und Mangelkrankheiten, für wahrhaft humanistisches Verhalten entsprechende zwischenmenschliche Verhältnisse und für die Ausweitung sinnvoller Freizeit.
    Jedoch Veränderungen in den gesellschaftlichen Verhältnissen lassen sich nicht willkürlich herbeiführen. Der Wille aufzubegehren entsteht per se, wenn die vermeintlichen Machthaber nicht mehr so weitermachen können wie bisher, da sie dem Chaos, das sie angerichtet haben nicht mehr Herr werden und wenn die Unterdrückten nicht mehr weiter so mitmachen wollen, da sie erkannt haben, dass es gute Alternativen gibt.
    Damit die notwendigen Veränderungen erfolgreich durchgesetzt werden können, ist es notwendig, dass es Vorstellungen gibt, wie denn was verbessert werden müsste und mit welchen Zielstellungen die Veränderungen auf demokratischen Weg erreicht werden können. Um diejenigen die von gesellschaftlichen Missständen betroffen sind zu motivieren, sich am Widerstand gegen Missstände und an der Neugestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse zu beteiligen, sollte man sie zuerst fragen, was brauchst du um gut leben zu können, warum willst du es so und wie kannst du es erreichen?
    Durch das gemeinsame Suchen nach Antworten auf diese Fragen wird gemeinsames Handeln ermöglicht. So lange die gesellschaftlichen Strukturen, entsprechend der von profitgierigen Finanzoligarchen und deren scheinheiligen Machtmarionetten initiierten Scheindemokratien funktionieren, haben Wahlen, Volksentscheide und so weiter eine Gemeinsamkeit: Sie werden kaum etwas oder gar nichts zum Besseren hin verändern. Aber sie bieten die Möglichkeit Alternativen und Aktivisten ins Gespräch zu bringen, die diese gemeinsam mit der Mehrheit der Bevölkerung aufgreifen und jene unter den notwendigen gesellschaftlichen Bedingungen zielorientiert etablieren könnten.

  2. „Blackheath besetzt, wo Jahrhunderte zuvor Wat Tyler und seine aufständische Bauernarmee beinahe die englische Monarchie stürzten“
    In diesem Zusammenhang habe ich (mit der gebotenen Vorsicht) die englische und deutsche Wikipedia aufgerufen und an einer Stelle wird es erstaunlich divergent:
    „Subsequently, Richard II revoked all the concessions he had made to the rebels and many were hunted down and executed. That effectively ended the revolt.“
    „Richard II. konnte anschließend durch sein mutiges Auftreten die empörten Bauern besänftigen“
    Ergänzend die italienische Wikipedia:
    „Il re dichiarò subito che da quel momento sarebbe stato lui il capo dei ribelli e promise la libertà per tutti loro. Egli però non mantenne la promessa ed i capi dei ribelli vennero arrestati ed uccisi.“

    In jedem Fall sollte man nicht auf Fair-Play der Bonzen hoffen.

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