John Zerzan: Landwirtschaft (Teil 1)

Landwirtschaft, die unverzichtbare Grundlage der Zivilisation, gab es bereits, bevor Zeit, Sprache, Zahl und Kunst siegten. Als Verwirklichung der Entfremdung ist die Landwirtschaft der Siegeszug von Entfremdung und endgültiger Trennung zwischen Kultur und Natur und der Menschen voneinander.

Landwirtschaft ist die Geburt der Produktion und zwar mit all ihren wesentlichen Funktionen und ihrer Umformung des Lebens und des Bewusstseins. Das Land selbst wird zu einem Instrument der Produktion und die Spezies der Planeten zu ihren Objekten.

Wild oder zahm, Unkraut oder Nutzpflanze zeugen von dieser Dualität, die den Geist unserer gesamten Existenz verkrüppelt, und relativ schnell den Despotismus, den Krieg und die Verelendung der entwickelten Zivilisation über diese lang anhaltende frühere Einheit mit der Natur brachte.

Der Gewaltmarsch der Zivilisation, den Adorno in der „Prämisse einer irrationalen Katastrophe zu Beginn der Geschichte“ verortete, den Freud als „etwas, das der trotzenden Mehrheit aufgezwungen wurde“, empfand, in dem Stanley Diamond nur „Wehrpflichtige, keine Freiwilligen“ fand, wurde durch die Landwirtschaft diktiert. Und Mircea Eliade lag richtig darin, ihr Aufkommen als „Aufstände und spirituelle Zusammenbrüche hervorrufend“, deren Tragweite der moderne Verstand nicht begreifen kann, bewertet zu haben.

„Die menschliche Landschaft einebnen und standardisieren, ihre Unregelmäßigkeiten beseitigen und ihre Überraschungen bannen“, diese Worte von Emil M. Cioran beschreiben die Logik der Landwirtschaft ausgezeichnet, das Ende des Lebens als vorrangig sinnliche Betätigung, die Verkörperung und der Erzeuger des vereinzelten Lebens.

Künstlichkeit und Arbeit haben sich seit ihrer Begründung beständig vermehrt und sind als Kultur bekannt geworden: Durch die Domestizierung von Tieren und Pflanzen domestizierte sich der Mensch notwendigerweise selbst. Historisch ist die Zeit, ebenso wie die Landwirtschaft, keine zwangsläufige soziale Realität, sondern eine Auferlegung. Die Dimensionen der Zeit oder der Geschichte sind eine Funktion der Unterdrückung, deren Fundament die Produktion oder Landwirtschaft ist.

Das Leben der Jäger und Sammler war antizeitlich in seiner gleichzeitigen und spontanen Offenheit; das bäuerliche Leben schaffte ein Gefühl für Zeit durch seine engstirnige, schrittweise Arbeit, seine geregelte Routine.

Als die nicht abgeschlossenen und vielfältigen Formen altsteinzeitlichen Lebens der buchstäblichen Einhegung der Landwirtschaft wichen, übernahm die Zeit die Macht und fuhr fort, den Charakter eines abgeschlossenen Raumes zu verbreiten.

Formalisierte zeitliche Referenzpunkte – Zeremonien mit festen Daten, die Benamung von Tagen, usw. – sind für die Bestellung der Welt der Produktion unerlässlich; als Zeitplan der Produktion ist der Kalender wesentlich für die Zivilisation. Umgekehrt wäre nicht nur die industrielle Gesellschaft ohne Zeitpläne unmöglich, sondern das Ende der Landwirtschaft (der Basis jeder Produktion) wäre auch das Ende der historischen Zeit.

Repräsentation beginnt mit der Sprache, einem Mittel der Zügelung des Verlangens. Durch die Verschiebung von eigenständigen Bildern hin zu verbalen Symbolen wird das Leben reduziert und unter rigorose Kontrolle gebracht; jede direkte, unvermittelte Erfahrung wird von dieser höchsten Art symbolischen Ausdrucks, der Sprache, subsumiert. Sprache zerstückelt und organisiert die Realität, wie es Benjamin Whorf ausdrückt, und diese Aufspaltung der Natur, ein Aspekt von Grammatik, schafft die Grundlage für Landwirtschaft. Julian Jaynes folgert vielmehr, dass die neue linguistische Mentalität relativ direkt zur Landwirtschaft führte.

Unbestreitbar ist die Auskristallisierung der Sprache in Schrift, verursacht vor allem von dem Bedürfnis landwirtschaftliche Transaktionen festzuhalten, ein Zeichen dafür, dass die Zivilisation begonnen hat. Im nicht kommodifizierten, egalitären Jäger/Sammler-Ethos, dessen Grundlage (wie so oft gesagt) das Teilen war, war die Zahl unerwünscht. Es gab keinen Grund, Dinge zu quantifizieren, keinen Grund, etwas Ganzes zu teilen. Dieses kulturelle Konzept setzte sich erst mit der Domestizierung von Tieren und Pflanzen flächendeckend durch.

Zwei der Gründerväter der Zahl beweisen eindrücklich ihre Verknüpfung mit Trennung und Eigentum: Pythagoras, zentral für einen sehr einflussreichen religiösen Kult um die Zahl, und Euklid, Vater der Mathematik und Wissenschaft, der seine Geometrie entwickelte, um Felder zu Zwecken der Eigentümerschaft, Besteuerung und Sklavenarbeit zu vermessen.

Eine der frühen Formen der Zivilisation, die Häuptlingsschaft, beinhaltet eine lineare Rangordnung, bei der jedem Mitglied ein exakter numerischer Platz zugewiesen wird. Schon bald folgte auf die unnatürliche Linearität der Pflugkultur der unflexible 90-Grad-Gitternetzplan für selbst die ältesten Städte, die sich entwickelten. Ihre nachdrückliche Regelmäßigkeit stellt an sich eine repressive Ideologie dar. Die nun mit Zahlen versehene Kultur wird enger umgrenzt und leblos.

Auch die Kunst betont in ihrer Beziehung zur Landwirtschaft beide Institutionen. Sie beginnt als ein Mittel, die Realität zu interpretieren und zu unterwerfen, die Natur zu rationalisieren und entspricht dem großen Wendepunkt, den die Landwirtschaft in ihren Grundzügen ausmacht. Die präneolithischen Höhlenmalereien beispielsweise sind lebendig und verwegen, eine dynamische Begeisterung für die tierische Anmut und Freiheit. Die neolithische Kunst der Bauern und Hirten jedoch versteift in stilisierten Formen; Franz Borkenau beschrieb ihre Töpfereien als „beschränkte, ängstliche Stümperei von Materialien und Formen“.

Mit der Landwirtschaft verlor die Kunst ihre Vielfalt und wurde in geometrische Entwürfe standardisiert, die dazu neigten, in langweilige, sich wiederholende Muster auszuarten, eine perfekte Widerspiegelung des standardisierten, beengten und regelgeprägten Lebens. Und während es in der paläolithischen Kunst keinerlei Repräsentationen davon gab, wie Menschen andere Menschen töten, entwickelt sich in der neolithischen Periode eine Obsession für die Darstellung von Konfrontationen zwischen Menschen, und Kampfszenen werden üblich.

Zeit, Sprache, Zahl, Kunst und all der Rest der Kultur, die der Landwirtschaft vorausgehen und zu ihr führen, basieren auf Symbolisierung. Ebenso wie Autonomie der Domestizierung und Selbstdomestizierung voranging, gehen das Rationale und das Soziale dem Symbolischen voraus. Die Produktion von Nahrungsmitteln, so wird es ewig und dankenswerterweise verkündet, „erlaubte die Entwicklung des kulturellen Potenzials der menschlichen Spezies“. Aber wie verhält sich diese Tendenz gegenüber dem Symbolischen, gegenüber der Erarbeitung und Auferlegung beliebiger Formen? Es ist die wachsende Fähigkeit zur Objektifizierung, durch die das, was lebt, als Gegenstand verdinglicht wird.

Symbole sind mehr als die Grundbausteine der Kultur, sie sind Auslesefilter, um uns von unseren Erfahrungen zu entfremden. Sie klassifizieren und reduzieren, „um die andernfalls beinahe untragbare Bürde, eine Erfahrung mit einer anderen zu verbinden, zu beseitigen“, um es in Leakey und Lewins beeindruckenden Worten zu sagen. Dadurch wird die Kultur vom Gebot der Umgestaltung und Unterwerfung der Natur beherrscht.

Die künstliche Umgebung der Landwirtschaft erreichte diese ausschlaggebende Vermittlung durch den Symbolismus von Objekten, die zur Schaffung von Herrschaftsstrukturen manipuliert wurden. Denn es ist nicht nur die externe Natur, die unterworfen wird: Die Begegnung von Angesicht zu Angesicht des prä-landwirtschaftlichen Lebens selbst schränkte Herrschaft erheblich ein, während die Kultur sie ausbaut und legitimiert.

Vermutlich wurden bereits während des paläolithischen Zeitalters Objekten und Ideen bestimmte Formen und Namen auf eine symbolisierende Art und Weise zugewiesen, allerdings auf eine wechselnde, unbeständige, vielleicht spielerische Art und Weise.

Der Wille zu Gleichheit und Sicherheit, der sich in der Landwirtschaft beobachten lässt, bewirkte, dass die Symbole ebenso statisch und beständig wurden wie das bäuerliche Leben.

Regularisierung, Regel-Strukturierung und technologische Ausdifferenzierung unter dem Banner der Arbeitsteilung wirken zusammen, um die Symbolisierung zu begründen und zu etablieren. Landwirtschaft vollendet die symbolische Veränderung und der Virus der Entfremdung hat das unverfälschte freie Leben bezwungen. Es ist der Sieg der kulturellen Kontrolle oder wie es der Anthropologe Marshall Sahlins ausdrückt: „Die Pro-Kopf-Menge an Arbeit wächst mit der Evolution von Kultur und die Pro-Kopf-Menge an Muße sinkt.“

Heute bevölkern die wenigen überlebenden Jäger/Sammler die am wenigsten „ökonomisch interessanten“ Gebiete der Welt, in die die Landwirtschaft nicht vorgedrungen ist, so wie die Eislandschaften der Inuit oder die Wüste der australischen Aborigines. Und trotzdem lohnt sich die Verweigerung der landwirtschaftlichen Plackerei selbst in diesen nachteiligen Umgebungen.

Die Hazda in Tansania, die philippinischen Tasaday, die !Kung von Botswana oder die !Kung San der Kalahari-Wüste – die Richard Borshay Lee eine mehrjährige, schwere Dürre mit Leichtigkeit überleben sieht, während benachbarte Bauern verhungerten – beweisen ebenfalls Frank Holes und Kent V. Flannerys Zusammenfassung, dass „keine Gruppe auf der Erde mehr Mußezeit zur Verfügung hat als Jäger/Sammler, die diese vorrangig mit Spielen, Plaudereien und Entspannung verbringen.“ Service hat diesen Zustand richtigerweise auf „die besondere Einfachheit der Technologie und das Fehlen von Kontrolle über die Umwelt“ solcher Gruppen zurückgeführt. Und doch waren einfache paläolithische Methoden auf ihre eigene Art und Weise „fortgeschritten“.

Stell dir eine einfache Kochtechnik vor, wie das Dünsten von Essen durch heiße Steine in einer abgedeckten Grube; das ist sehr viel älter als jede Töpferware, Kessel oder Körbe und ist doch die gesündeste Art zu kochen, viel gesünder als Essen in Wasser zu kochen beispielsweise. Oder denke an die Herstellung solcher Steinwerkzeuge wie der langen und außerordentlich dünnen „Lorbeerblatt“-Messer, filigran abgeschlagen, aber stabil, die moderne industrielle Techniken nicht reproduzieren können. Der Jäger/Sammler-Lebensstil repräsentiert die erfolgreichste und beständigste Anpassung, die von der Menschheit je erreicht wurde.

In den gelegentlichen prälandwirtschaftlichen Phänomenen wie dem intensiven Sammeln von Nahrung oder der systematischen Jagd einer einzelnen Spezies können Anzeichen eines bevorstehenden Zusammenbruchs einer genussvollen Art und Weise zu leben gesehen werde, die so lange beständig geblieben war, eben weil sie genussvoll war. Die „Armut und ganztägige Schinderei“ der Landwirtschaft, um Clark zu zitieren, ist das Vehikel der Kultur, die nur in ihrem permanenten Ungleichgewicht „rational“ ist und ihrem logischen Fortschreiten in Richtung immer größerer Zerstörung, wie unten dargelegt werden wird.

Auch wenn der Begriff Jäger-Sammler eigentlich umgedreht werden müsste (und von nicht wenigen zeitgenössischen Anthropologen auch wurde), weil das Sammeln den bei weitem größeren Anteil für das Überleben ausmacht, zeigt die Natur des Jagens einen hervorstechenden Kontrast zur Domestizierung.

Die Beziehung des Jägers zu dem gejagten Tier, das souverän und frei ist und als gleichwertig betrachtet wird, unterscheidet sich offensichtlich qualitativ von der des Bauern oder Hirten zu dem versklavten Vieh, über das er absolut herrscht. Beweise für das Verlangen, Ordnung zu schaffen oder zu unterwerfen, können in den Zwangsriten und Unreinheitstabus der aufkeimenden Religion gefunden werden. Die letztendliche Unterwerfung der Welt, was Landwirtschaft ist, hat zumindest einen Teil ihrer Grundlagen dort, wo unklares Verhalten ausgeschlossen und Reinheit und Befleckung definiert und erzwungen werden.

Lévi-Strauss definierte Religion als den Anthropomorphismus (1) der Natur; frühere Spiritualität nahm Anteil an der Natur und projizierte keine kulturellen Werte oder Eigenschaften auf sie. Die heiligen Mittel, durch die die Trennung vollzogen wurde, Rituale und Formalisierung, wurden zunehmend von den Aktivitäten des täglichen Lebens getrennt und unter die Kontrolle von Spezialisten wie Schamanen und Priestern gebracht, was eng mit Hierarchien und institutionalisierter Macht verbunden ist.

Religion entsteht und legitimiert die Kultur mithilfe einer „höheren“ Ordnung der Realität; sie wird ganz besonders in ihrer Funktion, die Solidarität der Gesellschaft aufrechtzuerhalten, von den unnatürlichen Forderungen der Landwirtschaft benötigt. In dem neolithischen Dorf Catal Hüyük im türkischen Anatolien wurde einer von drei Räumen zu rituellen Zwecken genutzt.

Burkert zufolge können Pflügen und Säen als rituelle Entsagung betrachtet werden, einer Form der systematischen Unterdrückung, die von einem aufopfernden Element begleitet wird.

Wo wir schon von Opfern sprechen: Das Töten domestizierter Tiere (oder gar Menschen) zu rituellen Zwecken ist in landwirtschaftlichen Gesellschaften allgegenwärtig und kann nur dort beobachtet werden. Einige der größten neolithischen Religionen versuchten oft eine symbolische Heilung des landwirtschaftlichen Bruchs mit der Natur durch die Mythologie von Mutter Erde, die – eigentlich ist es unnötig, das zu sagen – natürlich nichts unternahm, um die verlorene Einheit wiederherzustellen.

Fruchtbarkeitsmythen sind ebenfalls zentral; der ägyptische Osiris, die griechische Persephone, Baal von den Kanaanitern und Jesus aus dem Neuen Testament sind Götter, deren Tod und Wiederauferstehung die Ausdauer der Erde bezeugen, ganz zu schweigen von der menschlichen Seele.

Die ersten Tempel symbolisierten den Aufstieg von Kosmologien basierend auf einem Modell des Universums als eine Arena der Domestizierung oder eine Scheune, die im Gegenzug dazu dienten, die Unterdrückung menschlicher Autonomie zu rechtfertigen. Während die präzivilisierte Gesellschaft, wie Redfield schreibt, von „größtenteils unerklärten, aber beständig umgesetzten ethischen Konzeptionen zusammengehalten“ wurde, entwickelte sich die Religion als ein Weg, Bürger zu kreieren und die moralische Ordnung unter öffentliche Verwaltung zu stellen.

Domestizierung beinhaltete die Einführung der Produktion, erheblich fortgeschrittene Arbeitsteilungen und die vollendeten Fundamente sozialer Schichtung. Das trug zu einer epochalen Veränderung sowohl des Charakters menschlicher Existenz als auch ihrer Entwicklung bei und trübte Letztere mit immer größerer Gewalt und Arbeit.

Entgegen dem Mythos, dass Jäger/Sammler gewalttätig und aggressiv seien, zeigen jüngere Beweise übrigens, dass existierende Nicht-Bauern wie die Mbuti („Pygmäen“), die von Turnbull studiert worden sind, offensichtlich selbst das Töten ohne jede aggressive Einstellung tun, sogar mit einer Art von Bedauern. Krieg und die Bildung jeder Zivilisation oder jedes Staates dagegen sind untrennbar miteinander verbunden.


Quellen und Hinweise

(1) Anthropomorphismus (Vermenschlichung) bezeichnet die Projektion von menschlichen Gefühlen, Empfindungen, Eigenschaften, Wesenszügen, usw. auf nicht menschliche Dinge und Lebewesen (Anm. d. Übers.).

Anmerkung

Link zum zweiten Teil des Beitrags

John Zerzan: Landwirtschaft (Teil 2)

Redaktioneller Hinweis: Der Beitrag „Landwirtschaft“ von John Zerzan erschien in Zündlumpen (#080) beziehungsweise auf der Webseite www.zuendlumpen.noblogs.org/post/2021/01/29/landwirtschaft (der Link wurde abgerufen über das Webarchiv am 8.7.2022). Er wurde von der Anarchistischen Bibliothek am 28. Februar 2021 entnommen und archiviert. Bei dem Text handelt es sich um eine Übersetzung des in Englisch veröffentlichten Essays „Agriculture“ von John Zerzan. Der Originaltext wurde veröffentlicht in „John Zerzan: Elements of Refusal“, Left Bank Books/Seattle, 1988; 2. Revised Edition bei C.A.L. Press/Paleo Editions 1999. Neue Debatte hat den Beitrag übernommen und veröffentlicht ihn in zwei Teilen, um eine kritische Diskussion über die unmittelbaren Folgen und langfristigen Konsequenzen der modernen und fast vollständig technisierten und automatisierten Landwirtschaft und den Zivilisationen anzuregen. Einzelne Absätze wurden eingefügt und zur besseren Lesbarkeit im Netz hervorgehoben; Übersetzungen wurden ggf. aktualisiert. Bei genannten Forschern usw. wurde ggf. der Vorname eingefügt, um Verwechselungen mit gleichnamigen Personen zu vermeiden und dem Inhalt des Originaltextes in seiner analytischen Tiefe genau folgen zu können.


Der Schriftsteller und Anarchist John Zerzan 2010. (Foto: Cast, CC BY 3.0)
Der Schriftsteller und Anarchist John Zerzan 2010. (Foto: Cast, CC BY 3.0)

Über den Autor: John Zerzan (Jahrgang 1943) ist Schriftsteller, Medienkünstler, Anarchist und eine zentrale Figur des Primitivismus in den Vereinigten Staaten. In seinem Werk kritisiert er Zivilisation als inhärent unterdrückend und stellt ihr (als Sinnbild einer freien Gesellschaft) Lebensformen prähistorischer Populationen gegenüber. Seine Kritik geht punktuell so weit, Domestizierung, Sprache, symbolisches Denken wie zum Beispiel Mathematik und Kunst und das Konzept der Zeit abzulehnen. Seine bedeutendsten Publikationen sind die Werke Elements of Refusal (1988), Future Primitive and Other Essays (1994), Against Civilization: A Reader (1998) und Running on Emptiness (2002). In dem Dokumentarfilm Surplus oder Konsumterror (2003) von Erik Gandini skizziert Zerzan seine Kritik an der Zivilisation.

Surplus oder Konsumterror 1/5 (german/deutsch) – (Quelle: YouTube/Rotfront1)

Ein ruhender Mensch auf einem weißen Bett. (Foto: Ahmet Ali Agir, Unsplash.com)

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