John Zerzan: Landwirtschaft (Teil 2)

(…) Urvölker kämpften nicht um Gebiete, in denen unterschiedliche Gruppen in ihrem Sammeln und Jagen aufeinandergetroffen sein mögen. „Territorial-„kämpfe sind nicht einmal Teil der ethnografischen Literatur, und es ist noch viel unwahrscheinlicher, dass diese in der Vorgeschichte aufgetaucht wären, als die Ressourcen größer waren und es keine Kontakte mit der Zivilisation gegeben hat.

Tatsächlich hatten diese Stämme keine Vorstellung von Privateigentum und Rousseaus metaphorisches Urteil, dass die geteilte Gesellschaft von denjenigen begründet wurde, die als erstes ein Stück Land bestellt und gesagt hätten „Dieses Land gehört mir“ und andere gefunden hätten, die ihnen glaubten, ist essenziell richtig.

„Mein und Dein, die Saat allen Unheils, sind ihnen nicht bekannt“, kann man in einer Erzählung von Pietro aus dem Jahre 1511 lesen, die von den Ureinwohnern bei Kolumbus zweiter Seereise handelt. Jahrhunderte später fragen überlebende Ureinwohner Amerikas: „Die Erde verkaufen? Warum nicht auch die Luft, die Wolken und das Meer?“

Landwirtschaft schafft und überhöht Besitztümer; betrachte die Sehnsucht nach Eigentum, als ob dieses jemals den Verlust kompensiert hätte. Arbeit als eine eigenständige Kategorie des Lebens existierte vor der Landwirtschaft vermutlich nicht. Die menschliche Rolle an Felder und Herden gebunden zu sein, übertrug sich recht schnell. Die Nahrungsmittelproduktion überwand die allgemeine Abwesenheit oder Armut an Ritualen und Hierarchien in der Gesellschaft und schuf zivilisierte Tätigkeiten wie die Zwangsarbeit des Tempelbauens. Hier liegt die wirkliche „kartesische Trennung“ zwischen innerer und äußerer Realität, der Trennung, durch die die Natur zu etwas verkam, das bloß „bearbeitet“ wurde. Auf dieser Grundlage einer sesshaften und sklavischen Existenz basiert der gesamte Überbau der Zivilisation mit ihrer wachsenden Unterdrückung.

Männliche Gewalt gegenüber Frauen entstand mit der Landwirtschaft, die Frauen in Lasttiere und Züchterinnen für Kinder verwandelte. Vor der Landwirtschaft galt die Gleichheit des nahrungssuchenden Lebens „ebenso für Frauen wie für Männer“, urteilte Eleanor Leacock, aufgrund der Unabhängigkeit von Aufgaben und der Tatsache, dass Entscheidungen von denjenigen getroffen wurden, die diese auch ausführten.

In Abwesenheit der Produktion und ohne eine Sklavenarbeit, die für Kinderarbeit geeignet war, wie etwa Unkrautjäten, wurde Frauen nicht die beschwerliche Hausarbeit oder die beständige Versorgung von Säuglingen überlassen. Gemeinsam mit dem Fluch beständiger Arbeit durch die Landwirtschaft sagte Gott bei der Verbannung aus dem Garten Eden zur Frau: „Ich werde dein Leiden und deine Empfängnis erheblich vergrößern; In Schmerzen sollst du Kinder zur Welt bringen; Und du sollst dem Verlangen deines Ehemannes dienen und er soll über dich herrschen.“

Ähnlich sehen auch die ältesten bekannten kodifizierten Gesetze, die des sumerischen Königs Ur-Nammu, den Tod für Frauen vor, die ihr Verlangen außerhalb der Ehe befriedigten. Entsprechend spricht Martin King Whyte vom Stand, den die Frauen „im Verhältnis zu Männern verloren, als die Menschen erstmals einen einfachen Jäger/Sammler-Lebensstil aufgaben“ und Simone de Beauvoir sah in der kulturellen Gleichsetzung von Pflug und Phallus ein geeignetes Symbol für die Unterdrückung der Frau.

Ebenso wie wilde Tiere in träge Fleischproduktionsmaschinen verwandelt werden, ist auch das Konzept des „Kultiviert“-Werdens eine Tugend, die den Menschen aufgezwungen wird, die das Unkrautjäten der Freiheit aus der eigenen Natur im Dienste der Domestizierung und Ausbeutung meint.

In Sumer, der ersten Zivilisation, hatten die ersten Städte Fabriken mit ihrem charakteristischen hohen Organisationsgrad und der Brechung von Fähigkeiten, wie Rice betont. Von diesem Moment an fordert die Zivilisation menschliche Arbeit und die Massenproduktion von Nahrung, Gebäuden, Krieg und Autoritäten ein.

Für die Griechen war Arbeit nichts als ein Fluch. Ihr Name dafür – Ponos – hat die gleiche Herkunft wie das lateinische poena, was so viel wie Leid bedeutet. Der berühmte alttestamentarische Fluch der Landwirtschaft als die Verbannung aus dem Paradies (Genesis 3:17-18) erinnert uns an die Ursprünge der Arbeit.

„Konformität, Wiederholung und Geduld waren die Schlüsselelemente dieser [neolithischen] Kultur […] der langmütigen Fähigkeit zur Arbeit“, schreibt Mumford. In dieser Monotonie und Passivität der Pflege und des Wartens werden gemäß Paul Shepard die „tiefsitzenden, latenten Ressentiments, die krude Mischung aus Rechtschaffenheit und Schwerfälligkeit und der Mangel an Humor“ des Bauern geboren. Man mag ebenso eine stoische Gefühllosigkeit und das Fehlen von Vorstellungskraft, unzertrennlich verbunden mit religiösem Glauben, Verdrossenheit und Misstrauen ergänzen als Teil der Charakterzüge, die vor allem dem domestizierten Leben der Landwirtschaft zugeschrieben werden.

Auch wenn die Nahrungsmittelproduktion schon von Natur aus eine latente Bereitschaft für politische Herrschaft beinhaltet und obwohl die zivilisierende Kultur von Beginn an ihre eigene Propagandamaschinerie war, brachte der Übergang einen gewaltigen Kampf mit sich. Fredy Perlmans Against His-Story! Against Leviathan! ist darüber konkurrenzlos, es erweitert Toynbees Behandlung des „inneren“ und „äußeren Proletariats“ um das Unbehagen innerhalb und außerhalb der Zivilisation. Nichtsdestotrotz findet während der Entwicklung vom Grabstock-Ackerbau über Pflug-Landwirtschaft bis hin zu ausdifferenzierten Bewässerungssystemen notwendigerweise ein beinahe absoluter Genozid an Sammlern und Jägern statt.

Die Erzielung und Lagerung von Überschüssen sind Teil des domestizierenden Willens, zu kontrollieren und etwas statisch zu machen, was ein Aspekt der Tendenz ist, zu symbolisieren.

Als Bollwerk gegen den Lauf der Natur nimmt Überschuss die Form von Tierherden und Kornspeichern an. Gelagertes Getreide war das erste Medium der Äquivalenz, die älteste Form von Kapital. Nur durch das Aufkommen von Wohlstand in Form von lagerbarem Getreide kann die Einteilung der Arbeit und in soziale Klassen fortgesetzt werden.

Obwohl es mit Sicherheit wildes Getreide vor all dem gab (wobei wilder Weizen übrigens aus 24 Prozent Proteinen besteht, statt aus 12 Prozent wie domestizierter Weizen), machte der Einfluss der Kultur den entscheidenden Unterschied. Die Zivilisation und ihre Städte beruhten ebenso sehr auf Getreidespeichern wie auf Symbolisierung.

Das Mysterium der Ursprünge der Landwirtschaft erscheint umso undurchdringlicher im Lichte der jüngsten Widerlegung lange verbreiteter Auffassungen, dass die vorangehende Ära eine der Feindschaft zur Natur und des Mangels an Muße war. „Man kann nicht mehr länger annehmen“, schreibt Arme, „dass die frühen Menschen Pflanzen und Tiere domestizierten, um Schinderei und Hunger zu entfliehen. Wenn überhaupt, dann ist das Gegenteil der Fall und der Beginn der Landwirtschaft setzte der Unschuld ein Ende“.

Lange Zeit war die Frage gewesen, „Warum wurde die Landwirtschaft nicht viel früher in der menschlichen Evolution angenommen?“ Heute wissen wir, dass die Landwirtschaft „weder einfacher ist als Jagen und Sammeln, noch eine qualitativere, schmackhaftere oder sichere Nahrungsmittelbasis bietet“, um es in Cohens Worten zu sagen. Daher lautet die allseitige Frage nun: „Warum hat sie sich überhaupt durchgesetzt?“

Dazu wurden viele Theorien aufgestellt, aber keine ist überzeugend. Childe et al. argumentieren, dass ein Anstieg der Bevölkerung die menschlichen Gemeinschaften in engeren Kontakt mit anderen Spezies brachte, was zu Domestizierung führte und zur Notwendigkeit zu produzieren, um die zusätzlichen Mäuler zu stopfen. Aber es wurde recht eindeutig bewiesen, dass das Bevölkerungswachstum der Landwirtschaft nicht voranging, sondern von ihr verursacht wurde.

„Ich sehe nirgendwo auf der Welt irgendeinen Beweis“, folgerte Flannery, „der nahelegt, dass der Bevölkerungsdruck verantwortlich für den Beginn der Landwirtschaft war.“ Eine andere Theorie besagt, dass die größeren klimatischen Veränderungen, die gegen Ende des Pleistozäns vor rund 11.000 Jahren das alte Jäger/Sammler-Leben umwarfen, direkt zu der Kultivierung bestimmter Grundnahrungsmittel für das Überleben führten. Jüngere Datierungsmethoden haben diesen Ansatz gesprengt; es hat keine solche klimatische Veränderung gegeben, die diese neue Lebensweise erforderlich gemacht hätte. Nebenbei bemerkt gibt es eine Menge an Beispielen dafür, dass Landwirtschaft in jeder Art von Klima übernommen – oder verweigert – wurde.

Eine weitere bedeutende Hypothese ist, dass Landwirtschaft durch eine Zufallsentdeckung oder -erfindung eingeführt wurde, als ob es den Spezies vor einem bestimmten Zeitpunkt niemals bekannt gewesen wäre, dass beispielsweise Nahrung aus gekeimten Samen wächst.

Es scheint gesichert zu sein, dass die paläolithische Menschheit ein geradezu unerschöpfliches Wissen über die Flora und Fauna besaß, schon viele Zehntausende Jahre, bevor die Kultivierung von Pflanzen begann, was diese Theorie ganz besonders schwach dastehen lässt.

Es genügt tatsächlich die Zustimmung zu Carl Sauers Zusammenfassung, dass „Landwirtschaft nicht aus einer wachsenden oder chronischen Nahrungsmittelknappheit entstand“, um buchstäblich alle originären Theorien, die entwickelt wurden, abzulehnen. Eine überbleibende Idee, die von Hahn, Isaac und anderen formuliert wird, behauptet, dass die Nahrungsmittelproduktion vor allem als religiöse Handlung begann. Diese Hypothese kommt der Plausibilität am nächsten.

Die ersten Tiere, die domestiziert wurden, waren Schafe und Ziegen, von denen man auch weiß, dass sie breitflächig in religiösen Zeremonien eingesetzt wurden und zu Opferzwecken auf eingezäunten Weiden aufgezogen wurden. Bevor sie domestiziert wurden, war die Wolle der Schafe zudem nicht zur Herstellung von Textilien geeignet.

Der hauptsächliche Gebrauch von Hennen im Südosten Asiens und dem östlichen Mittelmeerraum – den frühesten Zentren der Zivilisation – „schien“ Darby zufolge „vielmehr in Opfern und Prophezeiungen zu liegen, als zur Nahrung.“ Sauer ergänzt, dass das „Eierlegen und die Fleisch produzierenden Fähigkeiten“ von gezähmtem Geflügel „relativ späte Konsequenzen ihrer Domestizierung sind“. Wilde Rinder waren stürmisch und gefährlich; weder die Fügsamkeit von Ochsen noch das veränderte Fleischgewebe solcher Kastraten konnten vorhergesehen werden. Rinder wurden erst Jahrhunderte nach ihrer anfänglichen Gefangenschaft gemolken, und Darstellungen deuten darauf hin, dass sie zum ersten Mal bei religiösen Prozessionen vor einen Wagen gespannt wurden.

Pflanzen, die als Nächstes kontrolliert werden sollen, weisen, soweit bekannt, ähnliche Hintergründe auf. Man denke an das Beispiel aus der Neuen Welt vom Kürbis, der ursprünglich als zeremonielle Rassel verwendet wurde. Johannessen diskutierte die religiösen und mystischen Motive, die mit der Domestizierung von Mais verbunden sind, der wichtigsten Nutzpflanze Mexikos und dem Zentrum seiner einheimischen, neolithischen Religion.

Ebenso untersuchte Anderson die Auswahl und Entwicklung bestimmter Arten verschiedener kultivierter Pflanzen aufgrund ihrer magischen Bedeutung. Die Schamanen, das sollte ich dazu sagen, befanden sich in Machtpositionen, die es ihnen erlaubten, die Landwirtschaft mithilfe der Zähmungen und Anpflanzungen, die in Ritualen und Religionen stattfanden, wie oben skizziert wurde, einzuführen.

Auch wenn die religiöse Erklärung der Ursprünge der Landwirtschaft etwas Übersehenes ist, bringt sie uns meiner Meinung nach zur Schwelle einer wirklichen Erklärung der Geburt der Produktion: dieser irrationalen kulturellen Kraft der Entfremdung, die sich in Form von Zeit, Sprache, Zahl und Kunst ausbreitete und schließlich das materielle und psychische Leben durch die Landwirtschaft kolonisierten.

„Religion“ ist eine zu enge und zu konzeptionalisierte Vorstellung dieser Ansteckung und ihres Wachstums. Herrschaft ist zu schwerwiegend, zu allumfassend, um nur von der Pathologie der Religion übertragen zu werden.

Aber die kulturellen Werte der Kontrolle und Einheitlichkeit, die Teil der Religion sind, sind mit Sicherheit Teil der Landwirtschaft und zwar von Beginn an. Indem er bemerkt, dass sich bestimmte Stämme von Mais sehr leicht kreuzen lassen, studiert Anderson die äußerst primitiven Landwirte von Assam, dem Naga-Stamm, und ihre Maissorte, die von Pflanze zu Pflanze keinerlei Unterschiede aufweist. Er zeigt, dass die Naga ihre Sorte gemäß der Kultur „nur durch ein fanatisches Festhalten an einem idealen Typus“ seit Beginn der Produktion so unverfälscht gehalten haben. Das versinnbildlicht die Heirat von Kultur und Produktion in der Domestizierung und ihren unausweichlichen Nachwuchs, die Unterdrückung und Arbeit.

Die gewissenhafte Pflege bestimmter Pflanzenarten hat ihre Parallele in der Domestizierung von Tieren, die ebenso der natürlichen Selektion trotzt und die kontrollierbare organische Welt auf einer entwürdigten künstlichen Ebene wiederherstellt.

Wie Pflanzen sind auch Tiere bloße Dinge, die manipuliert werden; eine Milchkuh beispielsweise wird als eine Art Maschine betrachtet, die Gras in Milch verwandelt. Von einem Zustand der Freiheit in den von hilflosen Parasiten verwandelt, werden diese Tiere für ihr Überleben vollständig vom Menschen abhängig. Bei domestizierten Säugetieren beispielsweise, von denen Exemplare produziert werden, die mehr Energie auf ihr Wachstum verwenden und weniger auf ihre Aktivität, nimmt die Größe des Gehirns relativ ab. Friedlich und bevormundet, vielleicht versinnbildlicht durch das Schaf, das am meisten domestizierte Herdentier; die beachtliche Intelligenz wilder Schafe ist in ihren gezähmten Gegenstücken vollständig verloren gegangen.

Die sozialen Beziehungen unter Haustieren sind auf die absoluten Grundzüge reduziert. Nichtreproduktive Teile des Lebenszyklus werden auf ein Minimum reduziert, das Balzverhalten wird gestutzt und selbst die Fähigkeit des Tieres, seine eigene Spezies zu erkennen, wird gestört.

Landwirtschaft schuf auch das Potenzial für rapide Umweltzerstörung und die Herrschaft über die Natur begann schon bald den grünen Mantel, der die Geburtsstätten der Zivilisation umgab, in unfruchtbare und unbelebte Gebiete zu verwandeln. „Ganze Regionen haben ihr Aussehen vollständig verändert“, bewertet Zeiner, „immer zu scheinbar trockeneren Bedingungen, seit Beginns des Neolithikums.“ Wüsten bedecken nun die meisten der Gebiete, in denen die Hochzivilisationen einst aufblühten und es gibt viele historische Beweise dafür, dass diese frühen Bildungen ihre Umwelt zerstört haben.

Überall im Mittelmeerraum und im angrenzenden Nahen Osten und Asien hat die Landwirtschaft üppige und wirtliche Ländereien in erschöpfte, trockene und steinige Gebiete verwandelt.

In der Kritias beschreibt Platon Attika als „ein von der Krankheit dahingerafftes Skelett“ und bezieht sich dabei auf die Abholzung der Wälder Griechenlands und vergleicht es mit seinem früheren Reichtum.

Das Abgrasen durch Ziegen und Schafe, die ersten domestizierten Wiederkäuer, war ein wesentlicher Faktor in der Entblößung Griechenlands, des Libanons und Nordafrikas und der Versteppung der römischen und mesopotamischen Imperien. Ein anderer, direkterer Einfluss der Landwirtschaft, der in den letzten Jahren zunehmend ans Licht gebracht wurde, betraf das physische Wohlbefinden seiner Subjekte.

Die Forschung von Lee und DeVore zeigt, dass „die Ernährung von sammelnden Stämmen bei Weitem besser war als die der Landwirte, dass Hungersnöte selten waren, dass ihre Gesundheit allgemein besser war und dass es ein geringeres Vorkommen von chronischen Krankheiten gibt.“ Umgekehrt fasste Farb zusammen, dass „die Produktion eine schlechtere Ernährung basierend auf einer beschränkten Anzahl an Nahrungsmitteln bietet, aufgrund von Schädlingsbefall und den Launen des Wetters viel weniger verlässlich und bei Weitem kostenintensiver im Hinblick auf die benötigte menschliche Arbeit ist.“

Der noch junge Forschungszweig der Paläopathologie ist zu noch eindrucksvolleren Schlussfolgerungen gelangt und betont, wie auch Angel, den „starken Rückgang des Wachstums und der Ernährung, der durch den Übergang von der Nahrungsbeschaffung zur Nahrungsmittelproduktion verursacht wurde“. Auch frühere Schlussfolgerungen zur Lebensspanne wurden revidiert.

Obwohl Augenzeugenberichte von Spaniern aus dem sechzehnten Jahrhundert existierten, die davon berichteten, dass die indigenen Väter Floridas die Geburt der fünften Generation nach ihnen erlebten, bevor sie verstarben, wurde lange davon ausgegangen, dass primitive Menschen in ihren 30ern oder 40ern starben. Robson, Boyden und andere haben die Verwirrung über die Lebenserwartung vertrieben und entdeckt, dass zeitgenössische Jäger/Sammler, abgesehen von Verletzungen und schwerwiegenden Erkrankungen, oft länger leben als ihre zivilisierten Zeitgenossen.

Im Industriezeitalter verlängerte sich die Lebensspanne der Spezies erst vor relativ kurzer Zeit, und es ist nun weitläufig anerkannt, dass Menschen im Paläolithikum langlebige Tiere waren, wenn erst einmal bestimmte Risiken überwunden worden waren. DeVries liegt mit seiner Beurteilung richtig, dass sich die Lebenserwartung bei Kontakt mit der Zivilisation dramatisch verringerte.

„Tuberkulose und Durchfallerkrankungen mussten auf den Aufstieg der Landwirtschaft warten, Masern und Beulenpest auf das Aufkommen großer Städte“, schrieb Jared Diamond. Malaria, vermutlich die bei Weitem häufigste Todesursache von Menschen, und so gut wie alle anderen Infektionskrankheiten sind das Erbe der Landwirtschaft.

Ernährungs- und Degenerationskrankheiten im Allgemeinen treten mit der Herrschaft von Domestizierung und Kultur auf. Krebs, Koronarthrombose, Anämie, Zahnkaries und Geisteskrankheiten sind nur einige Gütesiegel der Landwirtschaft; zuvor gebaren Frauen ohne Schwierigkeiten unter nur wenigen oder keinen Schmerzen. Die menschlichen Sinne waren bei Weitem ausgeprägter. R. H. Post berichtete, dass die !Kung San eine Einpropellermaschine aus 70 Meilen Entfernung hören und viele von ihnen mit bloßem Auge vier Monde des Jupiters ausmachen konnten. Die zusammenfassende Beurteilung von Harris und Ross ist, dass „die allgemeine Abnahme in der Qualität und vermutlich auch in der Länge des menschlichen Lebens bei Landwirten verglichen mit früheren Jäger/Sammler-Gruppen“ nicht genug betont werden kann.

Es ist eine der beständigsten und universellsten Vorstellungen, dass es einst ein Goldenes Zeitalter der Unschuld gegeben haben muss, bevor die Geschichte begann. Hesiod beispielsweise bezog sich auf die „lebenserhaltende Erde, die ihre reichen Früchte ohne die Bestechung durch Schufterei hergegeben hat“.

Eden war ganz klar das Zuhause der Jäger und Sammler und die Sehnsucht, die durch die historischen Bilder vom Paradies ausgedrückt wird, muss jene desillusionierter Ackerbauern der Erde gewesen sein, nach einem verlorenen Leben der Freiheit und relativen Leichtigkeit.

Die Geschichte der Zivilisation zeugt von der zunehmenden Verdrängung der Natur aus der menschlichen Erfahrung, die teilweise durch die Verringerung der Nahrungsmittel veranschaulicht wird. Gemäß Rooney haben prähistorische Stämme mehr als 1500 Spezies wilder Pflanzen als Nahrung gehabt, wohingegen „alle Zivilisationen“, wie uns Wenke erinnert, „auf der Kultivierung von mehr oder weniger nur sechs Pflanzenarten basierten: Weizen, Gerste, Hirse, Reis, Mais und Kartoffeln.“

Es ist eine auffallende Wahrheit, dass über die Jahrhunderte „die Anzahl verschiedener essbarer Nahrungsmittel, die tatsächlich gegessen werden“, wie Pyke hervorhebt, „kontinuierlich abgenommen hat.“ Die Weltbevölkerung ist für den Großteil ihrer Ernährung heute von bloß rund 20 Pflanzengattungen abhängig, während deren natürlichen Stämme durch künstliche Hybride ersetzt werden und der Genpool dieser Pflanzen immer kleiner wird.

Die Vielfalt an Nahrungsmitteln neigt dazu zu verschwinden oder abzuflachen, wenn sich die Menge produzierter Lebensmittel erhöht. Heute werden dieselben Lebensmittelprodukte weltweit verteilt, sodass Inuit und Afrikaner schon bald das gleiche, in Wisconsin hergestellte Milchpulver verzehren werden oder die gleichen Fischstäbchen aus einer einzigen Fabrik in Schweden.

Einige große multinationale Konzerne wie Unilever, der größte Lebensmittelproduzent der Welt, stehen an der Spitze eines eng verflochtenen Leistungssystems, bei dem es nicht darum geht, zu ernähren oder auch nur satt zu machen, sondern der Welt einen immer höheren Verbrauch an vorgefertigten, verarbeiteten Produkten aufzuzwingen.

Als Descartes den Grundsatz aufstellte, dass es die Aufgabe des Menschen sei, sich die Materie in vollem Umfang zu Nutze zu machen, war die Trennung von der Natur so gut wie abgeschlossen und die Weichen für die Industrielle Revolution waren gestellt. Dreihundertfünfzig Jahre später wirkte dieser Geist in der Person von Jean Vorst, Kurator des französischen Naturkundemuseums, nach, der erklärte, dass unsere Spezies „aufgrund des Intellekts“ eine bestimmte Schwelle der Zivilisation nicht mehr unterschreiten kann, um wieder zu einem Teil eines natürlichen Lebensraums zu werden.

Weiter erklärte er, den ursprünglichen und beharrlichen Imperialismus der Landwirtschaft perfekt zum Ausdruck bringend: „Da die Erde in ihrem primitiven Zustand nicht für unsere Expansion geeignet ist, muss der Mensch sie fesseln, um sein Schicksal zu erfüllen.“

Die frühen Fabriken ahmten buchstäblich das landwirtschaftliche Modell nach, was wiederum darauf hinweist, dass jede Massenproduktion im Grunde genommen Landwirtschaft ist. Die natürliche Welt soll gebrochen und zur Arbeit gezwungen werden. Man denke nur an die mittelamerikanischen Prärien, wo die Siedler sechs Ochsen vor den Pflug spannen mussten, um den Boden zum ersten Mal zu durchschneiden. Oder an eine Szene aus den 1870er-Jahren in The Octopus von Frank Norris, in der Pflugkolonnen wie „eine große Kolonne Feldartillerie“ durch das San Joaquin Valley fuhren und 175 Furchen auf einmal schnitten. Heute ist das Organische, was davon übrig ist, unter der Ägide einiger weniger petrochemischer Konzerne voll mechanisiert. Deren Kunstdünger, Pestizide, Herbizide und das Beinahe-Monopol auf den weltweiten Saatgutbestand definieren eine totale Umwelt, die die Nahrungsmittelproduktion vom Anbau bis zum Verzehr integriert.

Obwohl Lévi-Strauss Recht hat, dass „die Zivilisation Monokulturen wie Zuckerrüben herstellt“, hat sich erst seit dem Zweiten Weltkrieg eine vollständig synthetische Ausrichtung durchgesetzt.

Landwirtschaft entnimmt der Erde mehr organisches Material, als sie ihr wieder zurückgibt und Erderosionen gehen grundsätzlich mit den jahrelangen Monokulturen einher. Letztere werden dem Land mit verheerenden Folgen aufgedrückt; neben Baumwolle und Sojabohnen ist auch Mais, der in der derzeitigen domestizierten Form hinsichtlich seiner Existenz absolut abhängig von der Landwirtschaft ist, besonders verheerend. J. Russell Smith nannte ihn „den Tod der Kontinente […] und einer der schlimmsten Feinde der menschlichen Zukunft.“

Die Erosionskosten eines Scheffels Mais aus Iowa sind zwei Scheffel Mutterboden, was die allgemeinere flächendeckende industrielle Zerstörung des Ackerlandes hervorhebt. Die bestände Bestellung durch große Monokulturen unter massivem Einsatz von Chemikalien und ohne den Einsatz von Gülle oder Hummus hebt die Verschlechterung und den Verlust des Erdbodens offensichtlich auf eine viel größere Ebene.

Die vorherrschende landwirtschaftliche Methode beinhaltet den Bedarf gigantischer Infusionen von Chemikalien, die von Ingenieuren überwacht werden, deren über allem stehendes Ziel die Maximierung der Produktion ist. Kunstdünger und alles andere aus dieser Perspektive eliminieren die Erforderlichkeit des komplexen Lebens der Erde und verwandeln sie tatsächlich in ein bloßes Werkzeug der Produktion. Das Versprechen der Technologie ist absolute Kontrolle, eine vollständig durchgeplante Umwelt, die schlicht die natürliche Balance der Biosphäre ablöst.

Aber es ist mehr und mehr Energie erforderlich, um die großen monokulturellen Erträge zu erkaufen, die begonnen haben, zurückzugehen, um nicht von der giftigen Kontamination der Erde, des Grundwassers und des Essens zu sprechen.

Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums erodiert der Ackerboden in diesem Land jährlich um zwei Milliarden Tonnen. Die National Academy of Sciences schätzt, dass mehr als ein Drittel des Mutterbodens bereits für immer verschwunden ist. Das durch Monokulturen und synthetische Düngemittel verursachte ökologische Ungleichgewicht führt zu einer enormen Zunahme von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten; seit dem Zweiten Weltkrieg haben sich die durch Insekten verursachten Ernteverluste sogar verdoppelt. Die Technik reagiert darauf natürlich mit dem spiralförmigen Einsatz von immer mehr synthetischen Düngemitteln, sowie „Unkraut und Schädlings“-Killern, die das Verbrechen gegen die Natur noch beschleunigen.

Ein weiteres Nachkriegsphänomen war die Grüne Revolution, die als die Rettung der verarmten Dritten Welt durch das amerikanische Kapital und die amerikanische Technologie angekündigt wurde. Aber statt die Hungernden zu ernähren, vertrieb die Grüne Revolution Millionen armer Menschen von den Anbauflächen Asiens, Lateinamerikas und Afrikas als Opfer eines Programms, das große Genossenschaftsfarmen förderte. Es trug zu einer enormen technologischen Kolonisierung bei und schuf Abhängigkeiten von der kapitalintensiven Agrarwirtschaft, zerstörte den früheren landwirtschaftlichen Kommunalismus, erforderte einen gigantischen fossilen Brennstoffverbrauch und schädigte die Natur in einem beispiellosen Ausmaß.

Die Wüstenbildung oder der Verlust von Ackerboden aufgrund der Landwirtschaft haben seitdem beständig zugenommen. Jedes Jahr wird weltweit eine Gesamtfläche, die mehr als zweimal so groß ist wie Belgien, in Wüste verwandelt.

Das Schicksal der weltweiten tropischen Regenwälder ist ein Faktor in der Beschleunigung dieser Wüstenbildung: Rund die Hälfte davon wurde in den letzten dreißig Jahren gerodet. In Botswana ist die letzte unberührte Wildnis Afrikas ebenso verschwunden wie ein Großteil des tropischen Urwaldes am Amazonas und fast die Hälfte der Regenwälder Mittelamerikas, vor allem um Rinder für den Hamburger-Markt in den USA und Europa zu züchten. Die wenigen Gebiete, die vor Kahlschlag geschützt sind, sind jene, in denen Landwirtschaft nicht ökonomisch ist.

Die Zerstörung des Bodens schreitet in den USA auf einer Fläche voran, die größer ist als die der ursprünglichen dreizehn Kolonien, genauso wie sie die Ursache für die schwere afrikanische Hungersnot Mitte der 1980er-Jahre und für das Aussterben einer Wildtier- und Pflanzenart nach der anderen war.

Hinsichtlich der Tiere wird man an die Erzählung der Genesis erinnert, in der Gott zu Noah sagte: „Und die Angst und das Grauen vor dir soll in jedem Vogel am Himmel, in allem, das auf der Erde wandelt und in den Fischen des Ozeans wohnen; sie sind deinen Händen ausgeliefert.“

Als die Vorhut der Produktion zum ersten Mal ein neu entdecktes Gebiet besuchte, zeigten die wilden Säugetiere und Vögel keinerlei Furcht vor den Entdeckern, wie aus einer umfangreichen Literatur zu diesem Thema hervorgeht. Die agrarindustrielle Mentalität, die in der Bibelstelle so treffend vorausgesagt wird, projiziert jedoch einen übertriebenen Glauben an die Wildheit der wilden Kreaturen, der sich aus der fortschreitenden Entfremdung und dem Verlust des Kontakts mit der Tierwelt ergibt, sowie aus der Notwendigkeit, die Herrschaft über sie zu behalten.

Das Schicksal der Nutztiere wird durch die Tatsache bestimmt, dass die Technologen der Agrarwirtschaft ständig auf die Fabriken als Modelle für die Verbesserung ihrer eigenen Produktionssysteme blicken. Die Natur wird aus diesen Systemen verbannt, da landwirtschaftliche Nutztiere während ihres gesamten deformierten Lebens weitgehend unbeweglich gehalten werden, und zwar in einer hochverdichteten, völlig künstlichen Umgebung. Milliarden von Hühnern, Schweinen und Kälbern erblicken beispielsweise nicht einmal mehr das Tageslicht, geschweige denn, dass sie auf den Feldern umherstreifen. Die Weiden werden immer stiller, da immer mehr Felder umgepflügt werden, um Futter für diese grausam eingesperrten Wesen anzubauen.

Die Hightech-Hühner, deren Schnabelenden abgeschnitten wurden, um den Tod durch stressbedingte Kämpfe zu vermeiden, leben oft zu viert oder sogar zu fünft in einem 12 x 18 Zoll (ca. 30 x 45 cm) großen Käfig und werden regelmäßig für bis zu zehn Tage ihres Essens und Wassers beraubt, um ihren Eierlegezyklus zu regulieren.

Die Schweine leben auf Betonböden ohne Einstreu; Fußfäule, Schwanzbeißen und Kannibalismus sind aufgrund der physischen Bedingungen und des Stresses endemisch. Sauen säugen ihre Ferkel getrennt durch Metallgitter, so dass Mutter und Nachwuchs keinen natürlichen Kontakt haben. Fleischkälber werden oft in Dunkelheit großgezogen, in Ställe gesperrt, die so eng sind, dass sie sich nicht einmal umdrehen oder irgendeine andere normale Haltungsveränderung machen können. Diese Tiere befinden sich allgemein unter dem Regiment einer konstanten Medikation aufgrund der angewandten Folter und ihrer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten; die automatisierte Tierproduktion basiert auf Hormonen und Antibiotika.

So eine systematische Grausamkeit, um nicht von der Art von Essen zu sprechen, die daraus resultiert, ruft in Erinnerung, dass für die Gefangenschaft selbst und jede Form der Versklavung die Landwirtschaft Modell stand oder diese begründete.

Nahrung war einst einer unserer direktesten Kontakte zur natürlichen Umwelt, aber wir werden zunehmend stärker von einem technologischen Produktionssystem abhängig gemacht, indem schließlich sogar unsere Sinne überflüssig werden; der Geschmackssinn, einst unabkömmlich, um die Qualität und Sicherheit von Nahrungsmitteln zu beurteilen, wird nicht länger empfunden, sondern vielmehr von einem Label zertifiziert.

Insgesamt wird das, was wir konsumieren, immer ungesünder und Land, das einst zur Herstellung von Nahrung kultiviert wurde, produziert nun Kaffee, Tabak, Korn für Alkohol, Marihuana und andere Drogen, die die Grundlage für Hungersnöte schaffen. Im Vietnamkrieg griff der totale Krieg auf die Landwirtschaft über, um Millionen Hektar in Südostasien zu entlauben, doch die Plünderung der Biosphäre schreitet in ihren täglichen globalen Formen noch tödlicher voran. Die Ernährung als Funktion der Produktion hat auch auf der offensichtlichsten Ebene kläglich versagt: Wie jeder weiß, leidet die Hälfte der Welt an Unterernährung bis hin zum Verhungern.

In der Zwischenzeit unterstreichen die „Zivilisationskrankheiten“, wie sie von Eaton und Konner im New England Journal of Medicine vom 31. Januar 1985 erörtert und mit der gesunden Ernährung vor der landwirtschaftlichen Produktion verglichen wurden, die freudlose, kränkliche Welt der chronischen Fehlanpassung, in der wir als Beute der Hersteller von Medikamenten, Kosmetika und fabrizierten Lebensmitteln leben.

Die Domestizierung erreicht in der gentechnischen Lebensmittelherstellung neue pathologische Ausmaße: neue Tierarten, künstlich erzeugte Mikroorganismen und Pflanzen sind im Entstehen begriffen. Logischerweise wird auch die Menschheit selbst zu einem Domestizierungsobjekt dieser Art werden, da die Welt der Produktion uns genauso bearbeitet, wie sie jedes andere natürliche System degradiert und verformt.

James Serpell fasste das folgendermaßen zusammen:

„In Kürze scheinen wir das Ende der Linie erreicht zu haben. Wir können nicht weiter expandieren; wir scheinen nicht in der Lage dazu zu sein, die Produktion zu intensivieren, ohne weitere Verwüstung zu betreiben und der Planet entwickelt sich schnell zu einem Ödland.“

Der Physiologe Jared Diamond bezeichnete den Beginn der Landwirtschaft als „Katastrophe, von der wir uns niemals erholt haben.“ Landwirtschaft war und bleibt eine „Katastrophe“ auf allen Ebenen, eine, die die gesamte materielle und spirituelle Kultur der Entfremdung untermauert, die uns nun zerstört. Befreiung ohne ihre Auflösung ist unmöglich.


Anmerkung

Link zum ersten Teil des Beitrags

John Zerzan: Landwirtschaft (Teil 1)


Redaktioneller Hinweis: Der Beitrag „Landwirtschaft“ von John Zerzan erschien in Zündlumpen (#080) beziehungsweise auf der Webseite www.zuendlumpen.noblogs.org/post/2021/01/29/landwirtschaft (der Link wurde abgerufen über das Webarchiv am 8.7.2022). Er wurde von der Anarchistischen Bibliothek am 28. Februar 2021 entnommen und archiviert. Bei dem Text handelt es sich um eine Übersetzung des in Englisch veröffentlichten Essays „Agriculture“ von John Zerzan. Der Originaltext wurde veröffentlicht in „John Zerzan: Elements of Refusal“, Left Bank Books/Seattle, 1988; 2. Revised Edition bei C.A.L. Press/Paleo Editions 1999. Neue Debatte hat den Beitrag übernommen und veröffentlicht ihn in zwei Teilen, um eine kritische Diskussion über die unmittelbaren Folgen und langfristigen Konsequenzen der modernen und fast vollständig technisierten und automatisierten Landwirtschaft und den Zivilisationen anzuregen. Einzelne Absätze wurden eingefügt und zur besseren Lesbarkeit im Netz hervorgehoben; Übersetzungen wurden ggf. aktualisiert. Bei genannten Forschern usw. wurde ggf. der Vorname eingefügt, um Verwechselungen mit gleichnamigen Personen zu vermeiden und dem Inhalt des Originaltextes in seiner analytischen Tiefe genau folgen zu können.


Der Schriftsteller und Anarchist John Zerzan 2010. (Foto: Cast, CC BY 3.0)
Der Schriftsteller und Anarchist John Zerzan 2010. (Foto: Cast, CC BY 3.0)

Über den Autor: John Zerzan (Jahrgang 1943) ist Schriftsteller, Medienkünstler, Anarchist und eine zentrale Figur des Primitivismus in den Vereinigten Staaten. In seinem Werk kritisiert er Zivilisation als inhärent unterdrückend und stellt ihr (als Sinnbild einer freien Gesellschaft) Lebensformen prähistorischer Populationen gegenüber. Seine Kritik geht punktuell so weit, Domestizierung, Sprache, symbolisches Denken wie zum Beispiel Mathematik und Kunst und das Konzept der Zeit abzulehnen. Seine bedeutendsten Publikationen sind die Werke Elements of Refusal (1988), Future Primitive and Other Essays (1994), Against Civilization: A Reader (1998) und Running on Emptiness (2002). In dem Dokumentarfilm Surplus oder Konsumterror (2003) von Erik Gandini skizziert Zerzan seine Kritik an der Zivilisation.

Surplus oder Konsumterror 1/5 (german/deutsch) – (Quelle: YouTube/Rotfront1)

Ein ruhender Mensch auf einem weißen Bett. (Foto: Ahmet Ali Agir, Unsplash.com)

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