Unterwerfung als Subordinationsprozess bei staatlichen Maßnahmen

Dieser Kurztext ist keine wissenschaftliche Abhandlung. Er skizziert nicht einmal eine (Leit-) Hypothese und bleibt damit im ungeschützten vorhypothetischen Bereich über mögliche Konsequenzen staatsbürgerlich befolgter Maßnahmen.

Als Autor 77-jährig, Alt-68er, weder senil noch debil, bin ich nun an der Schwelle zum Greisenalter

Seit einigen Jahren infolge ernster gesundheitlicher Einschränkungen von Herz- und Lungenfunktionen schwerbehindert. Und hab‘ mit Stock und Brille gegen Geh- und Sehschwächen (all)täglich zu kämpfen. Bin also alles andre als ’n rüstiger Oldie. Gelte als vulnerabel. Besonders gefährdet. Hab‘ mich allen Sozialdrucks zum Trotz nicht impfen lassen. Und durfte seit April 2020 massiv ausgrenzende Stigmatisierungen erfahren.

Publizistisch beschäftige ich mich in kritischer Absicht seit Mitte März 2020 mit dem angeblich oder wirklich viral hervorgerufenen, vor allem die Lunge angreifenden und selten auch tödlich endenden aktuellen Seuchenphänomen. Ein Grundbeitrag von mir versuchte es politiksoziologisch zu fassen. Er erschien zuerst Anfang April im Netz. Und ein bissel später auch gedruckt in diesem Fachjournal (1). Trotz diskursiver Anlage gab es weder irgendeine politische oder wissenschaftliche Debatte. Was mich enttäuschte. Freilich nicht entmutigte: Es folgten bisher etwa sieben weitere thematisch bezogene Veröffentlichungen.

Insofern kommentiere ich nicht voraussetzungslos: Bereits im April/Juni 2020 ging es nicht nur um das Thomas-Theorem (2) als übergreifend-allgemeinen handlungs-wissenschaftlichen Wirkungszusammenhang, sondern im Besonderen um drei noch immer epidemische Relevanzen:

  1. die Definitionsmacht der Weltgesundheitsorganisation bezüglich der am 12. März 2020 ausgerufenen „Pandemie“. Dieser folgte zeitnah die von Bill Gates (3) und der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung alarmistisch verkündete Globalstrategie des Impfen-Impfen-Impfen;
  2. das vom Techniksoziologen Ortwin Renn (2014) begründete Risikoparadox: unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen wird nicht das jeweils ausgemachte Risiko, sondern dessen massenmediale Bearbeitung nach dem much-ado-‚bout-nothing-Muster zur Bedrohung;
  3. die massenmedial propagierte Furcht vor Übersterblichkeit. Sie ergab unter Rückbezug auf entsprechende Grundgesamtheiten in Deutschland und ihre jährlichen Todesraten eine virale Übersterblichkeit von etwa 0,1 % jährlich. Was heißt: „Es sterben in Deutschland nicht mehr Menschen als in den Jahren zuvor.“

Anlass für diese Kolumne ist ein Erfahrungsbericht eines Arztes einer Klinik mit Intensivbetten aus Südwestdeutschland und einem Einzugsbereich von rund 100.000 Menschen. Dort heißt es:

Auch die „Impfungen“ scheinen nicht die Lösung zu sein, da vom initialen „sich und andere schützen“ nur noch rudimentäre Bausteine eines vermuteten Schutzes vor schweren Verläufen oder dem COVID-Tod übrig geblieben sind und auch der Fremdschutz verkümmert ist zu einer ’nicht quantifizierbaren geringeren Ansteckungsfähigkeit‘. (4)

Dass es keine Impfstoffe ohne Nebenwirkungen gibt, ist eine Banalität. Das gilt auch für das so hochgelobte wie immer noch nicht regulär, sondern nur vorläufig zugelassene und doch millionenfach in Oberarme gespritzte mRNA-Präparat von BioNTech. Dessen „Nebenwirkungen“ werden inzwischen nicht mehr öffentlich geleugnet. (Auch nicht vom rasenden Talkshowclown 2020/21, der inzwischen als Bundesminister – ausgerechnet für Gesundheit – und Oberangstschürer wirkt.)

Das weiterführende, sich hinter dem Aspekt von Nebenwirkungen verbergende Problem verweist auf die grundlegende Wirksamkeit speziell dieses toxischen Stoffs mit Blick auf nicht auszuschließende genetische Veränderungen. Das bedeutet:

Es handelt sich hier um die Hauptwirksamkeit. Insbesondere bei mehrfacher und ständiger Impfinjektion geht es nicht wie beansprucht um Volksgesundheit, sondern im Gegenteil à la longue um nachhaltige, dauerhafte und unwiderrufliche Volksverkrankung infolge falscher staatlicher Coronapolitik. Das führt zu einem bisher so unbekannten wie unerhörten Prozess gesellschaftlicher Destruktion und sozialer Vernichtung. (5)

Wer bisher in gewohnter Subordination gegenüber staatlichen Coronamaßnahmen verharrte, mag als Unterworfener im „Weiter so“-Modus verbleiben. Und die Folgen dieses gutgläubigen Verhaltens tragen.


Quellen und Anmerkungen

(1) Covid-19 – Pandemie – Coronakrise-Syndrom. Von der Definitionsmacht zum Risikoparadox [Kommentar zur Zeitgeschichte]. Auf www.trend.infopartisan.net/trd0420/t330420.html (abgerufen am 12.8.2022); Erstdruck unter dem Titel MUCH ADO ABOUT FEW in: soziologie heute, Juni 2020, 71/2020: 46.

(2) Das Thomas-Theorem formuliert eine Grundannahme der Soziologie: die Abhängigkeit des Verhaltens von der Situationsdefinition. Diese sozialpsychologische These, dargestellt am Beispiel von paranoidem Verhalten in dem Buch „The Child in America“ (1928), wird auf die US-amerikanischen Soziologen Dorothy Swaine Thomas (1899 bis 1977) und William Isaac Thomas (1863 bis 1947) zurückgeführt.

(3) In einem knapp 10-minütigen Interview mit den ARD-Tagesthemen am 12. April 2020 verkündete Bill Gates: „Wir wollen den Impfstoff letztlich sieben Milliarden Menschen verabreichen“. Mitschnitt „Bill Gates Interview | ARD Tagesthemen vom 12.04.2020“ zum Beispiel auf YouTube abrufbar unter https://youtu.be/cL3F6Cd0480 (Link abgerufen am 12.8.2022).

(4) Multipolar Magazin (16.7.2022): „Ich blieb in meiner Abteilung der einzige Ungeimpfte von 40 Ärzten“. Auf https://multipolar-magazin.de/artikel/der-einzige-ungeimpfte-von-40-aerzten (abgerufen am 12.8.2022).

(5) Neue Debatte (18.8.2021): Soziozid – Corona-Politik als destruktives Programm.


Redaktioneller Hinweis: Das Essay von Richard Albrecht wurde erstmals veröffentlicht unter dem Titel „Unterwerfung als Subordinationsprozess bei staatlichen Maßnahmen“ in soziologie heute – das soziologische Fachmagazin (Ausgabe August 2022). Es wurde Neue Debatte vom Autor zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Einzelne Absätze wurden zur besseren Lesbarkeit im Netz hervorgehoben und weitere Anmerkungen ergänzt.


Ein ruhender Mensch auf einem weißen Bett. (Foto: Ahmet Ali Agir, Unsplash.com)

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Foto: Bernd Dittrich (Unsplash.com)

Kultur- und Sozialwissenschaftler | Webseite

Richard Albrecht ist Kultur- und Sozialwissenschaftler. Er lebt als Dozent im Ruhestand und Freier Autor in Bad Münstereifel. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Geschichte der Sozialforschung, politische Soziologie und kulturanalytische Sozialpsychologie. Er absolvierte ein Studium der Soziologie und Sozialpsychologie mit den Nebenfächern Philosophie, Politikwissenschaft und Zeitgeschichte. Sein Diplom erlangte er 1971, die Promotion erhielt er 1976 und seine Habilitation 1989. Aktuelle Veröffentlichung: Gesellschaft – Einführung in soziologische Sichten (2022).

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