Das totalitäre Phänomen (Teil 1)

Zur politischen Soziologie des Totalitarismus der deutsch-jüdischen Autorin Hannah Arendt.

Auch ein jüdisch-deutsches Leben: Am 14. Oktober 1906 in Linden (damals bei Hannover) hineingeboren in diese unsere Moderne mit ihren Welt-, Weltanschauungs- und Weltvernichtungskriegen, aufgewachsen im ostpreußischen Königsberg in einem liberalen deutschjüdischen Milieu. Die junge Frau studiert in Heidelberg und auch bei Karl Jaspers, Martin Heidegger und Edmund Husserl.

Sie engagiert sich nach ihrem flinken Doktorat 1928 in der zionistischen Bewegung in Deutschland. Das ist den neuen deutschen Herren nicht genehm: Flucht also nach Machtübergabe, -übernahme und -ausübung durch Nationalsozialisten schon 1933; Illegalität im Nachbarland Frankreich. Dort wieder aktiv in der jüdischen Rescue-Arbeit, um zu retten, wer immer aus Deutschland zu retten ist.

Günther Anders – später bedeutender sozialphilosophischer Kritiker des Atomzeitalters –, als Günter Stern 1902 in Breslau geborener Sohn des jüdisch-deutschen Psychologenehepaares Wilhelm, Mitbegründer der Universität Hamburg, und Clara Stern, 1992 in Wien gestorben – ist ihr erster Ehemann und Lebensgefährte. Beide können nach der Besetzung des größten Teils von Frankreich durch deutsche Truppen in die Vereinigten Staaten, die USA, fliehen …

Wieder Arbeit in jüdischen Hilfskomitees, – aber auch: Aufarbeitung dessen als Intellektuelle, was geschah. Und all dessen, warum es so und nicht anders geschehen konnte: Zäh, verbissen, gegen Widerstände …

Bibel des Antitotalitarismus

Das bis heute wichtigste Ergebnis dieser Jahre, auch des Zweifels an allen Möglichkeiten der conditio humana und unserer Mit-Menschlichkeit, ist ein Buch, das bis heute als „Bibel“ des Antitotalitarismus gilt: Hannah Arendts wissenschaftliche Trilogie „The Origins of Totalitarism“ (1951). Das Buch schließt an wesentliche Vorarbeiten anderer linksintellektueller Emigranten an, namentlich an Ernst Fraenkels „The Dual State. A Contribution to the Theory of Dictatorhip“ (zuerst 1941), Franz Leopold Neumanns „Behemoth. The Structure and Practise of National Socialism“ (zuerst 1941), Paul Merkers „Deutschland. Sein oder nicht Sein?“ (zwei Bände, zuerst 1944/45) und Paul Serings [i.e. Richard („Rix“) Löwenthal] „Jenseits des Kapitalismus“ (zuerst 1947) an.

Hannah Arendt auf dem 1. Kulturkritikerkongress 1958. (Foto: Barbara Niggl Radloff, CC BY-SA 4.0)
Die Publizistin Hannah Arendt auf dem 1. Kulturkritikerkongress 1958. (Foto: Barbara Niggl Radloff, CC BY-SA 4.0)

Hannah Arendts Buchs erschien in erweiterter deutscher Fassung – inzwischen mehrfach wiederaufgelegt – 1955 als Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft und ist ein Text, dem jede „tröstliche Moral“ (Manès Sperber) fehlt. Denn auch für Hannah Arendts Studie/n zur totalitären Herrschaft gilt als Angebot an uns (als) Leser: Mit der Autorin „die Einsamkeit teilen“, also an einer paradoxen Form von Gemeinschaft teilhaben, in der, so Manès Sperber, „jene zueinanderfinden, die aus der gleichen Quelle den Mut schöpfen müssen, ohne Illusionen zu leben.“

In Kalten-Kriegs-Zeiten der 1950er-Jahre wird Hannah Arendt bekannter, schließlich prominent, wird zu Vorträgen eingeladen und Gastprofessorin in Princeton, in Harvard, in Chicago, in Berkeley, an der New School for Social Research in New York, konnte schließlich festangestellte tenure-Professorin werden: Am Brooklyn College in New York (1956), an der University of Chicago (1963) und zuletzt an der New School for Social Research (1967) … bis sie endlich, nach zwei Jahrzehnten produktiver akademischer Lehr- und politischer Publikationstätigkeit neunundsechzigjährig, Anfang Dezember 1975 stirbt.

Hannah Arendt und ihr zweiter Mann und Lebensgefährte Heinrich Blücher, erfuhren im US-amerikanischen Exil in New York 1943 vom fabrikmäßig unternommenen Völkermord an europäischen Juden, den beide zunächst nicht glauben zu können glaubten. Hannah Arendt hat zwei Jahrzehnte später immer noch betont: „Dies hätte nie geschehen dürfen.“ (1)

Auschwitz

Auschwitz – was das war, wie es dazu kommen konnte und wie es künftig verhindert werden kann: Das bestimmte Hannah Arendts Denken und Handeln. Und das Wissen um diese (und ihre eigne) Vergänglichkeit war die einzige und letzte Gewissheit der politischen Zeitgenossin, Soziologin und Philosophin Hannah Arendt.

„Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, so der deutsche Titel ihres Hauptbuchs, kann auch als ausgreifende Zeitdiagnose gelesen werden. Was die Autorin etwa zum Imperialismus ausführt, behandelt die auch ideengeschichtlich hergeleitete Zerstörung des alten Europa durch den und im Ersten Weltkrieg. Und der zweite Teil ihres 750-Seiten Werkes über Totalitarismus lässt sich auch heute immer noch lesen als kundige Variation über einen geschichtlich-allgemeinen Prozess der Ent-Bindung von Traditionsbeständen, Verweltlichung und Modernisierung, kurz:

Es geht um das, was der deutsche Soziologe Max Weber als Schlagwort geprägt hat – „Entzauberung“ der Welt –, ein Prozess, der im totalitär-bürokratischen Zeitalter von Massen und Zerfall wohl beschreibbar, aber (so Hannah Arendt) nicht erklärbar ist.

„Zu erklären ist das totalitäre Phänomen aus seinen Elementen und Ursprüngen so wenig und vielleicht noch weniger als andere geschichtliche Ereignisse von großer Tragweite.“

„Totalitäre Politik“

Und auch wenn oder vielleicht gerade weil die politische Wissenschaftlerin und Publizistin Hannah Arendt immer einem beschreibend-identifizierenden Zugriff zum Totalitären verpflichtet blieb, insofern Erscheinungen beschrieb und phänomenologisch verfuhr – so können doch, auch heute, noch einzelne Seiten, Hinweise und Facetten ihrer kritischen Einschätzung von totalitärer Politik im 20. Jahrhundert wenn nicht in jeder Einzelheit, so doch wenigstens in der allgemeinen Tendenz stimmig klingen:

„Totalitäre Politik ist nicht Machtpolitik im alten Sinn, auch nicht im Sinn einer noch nie da gewesenen Übertreibung und Radikalisierung des alten Strebens nach Macht nur um der Macht willen: hinter totalitärer Machtpolitik wie hinter totalitärer Realpolitik liegen neue, in der Geschichte bisher unbekannte Vorstellungen von Macht und Realität überhaupt. Auf diese Begriffsverschiebung kommt alles an, denn sie und nicht bloße Brutalität bestimmt die außerordentliche Schlagkraft wie die ungeheuerlichen Verbrechen der totalen Herrschaft. Es handelt sich bei totalitären Methoden nicht um Rücksichtslosigkeit, sondern um die völlige Nichtachtung aller berechenbaren äußeren Konsequenzen, nicht um chauvinistische Gräueltaten, sondern um die Nichtachtung aller nationalen Interessen und die völlige Wurzellosigkeit derer, die sich der Bewegung als solcher verschrieben haben, nicht um die vulgäre Durchsetzung irgendwelcher personaler oder Cliqueninteressen, sondern um die ruchlose Verachtung aller Zweckmäßigkeitserwägungen. […] Der unerschütterliche Glaube an eine ideologisch-fiktive Welt, die es herzustellen gilt, hat die politischen Verhältnisse der Gegenwart tiefer und entscheidender erschüttert, als Machthunger oder Angriffslust es je hätten tun können. Der Machtbegriff der totalen Herrschaft“ – so Hannah Arendt zusammenfassend über seine Wirksamkeit – „beruht ausschließlich auf der Kraft und der Stärke, welche durch Organisation und reibungsloses Funktionieren zu erreichen ist.“

„Banalität des Bösen“

In ihrem 1964 in Deutschland veröffentlichten Eichmannprozess-Bericht von der Banalität des Bösen hat Hannah Arendt in der Eichmann Figur als Inkarnation des tüchtigen SS-Bürokraten und Völkermord-Organisatoren ihren Kerngedanken zur Beschreibung von Genozid und Massenmord, seiner Planung, Organisation und Durchführung im arbeitsteiligen Verfahren durch gewisse Staats-Beamte als gewissenhafte Exekutoren von Gewissenlosigkeit verallgemeinernd popularisiert … grad so, als wollte sie, als Überlebende, am zwei Jahrzehnte vor Auschwitz und Treblinka verstorbenen Prager Juden Franz Kafka, über den Hannah Arendt schon 1948 schrieb und von dessen künstlerischen Visionen und Dystopien sie als Wissenschaftlerin und Publizistin viele Anregungen erfuhr, eine moralische Schuld abtragen – geht es doch in Kafkas Romanfragment „Der Prozess“ auch um die Festnahme eines Unschuldigen durch eine mächtige Organisation, die gegen einzelne Menschen ein sinnloses Gerichtsverfahren organisiert. Dies ist, so Franz Kafka:

„Eine Organisation, die nicht nur bestechliche Wächter, läppische Aufseher und Untersuchungsrichter beschäftigt, sondern die weiterhin jedenfalls eine Richterschaft hohen und höchsten Grades unterhält, mit dem zahllosen, unumgänglichen Gefolge von Dienern, Schreibern, Gendarmen, vielleicht sogar Henkern.“ (2)

Franz Kafka wird auch das mit Blick auf Hannah Arendts Bürokratie-Kritik nicht einmal unzutreffende Bonmot, dass viele sogenannte Wissenschaftler, wenn sie nur die Welt von Dichtern und Künstlern auf eine andere Ebene transponierten, zu Ansehen, Ruhm und Bedeutung gelangten, zugeschrieben – eine Kritik, die, so der deutsche Soziologe René König (1973), keineswegs nur Hannah Arendt betrifft (3).

Einfahrt ins Konzentrationslager  Auschwitz 1945. (Foto: Stanislaw Mucha, Bundesarchiv B 285 Bild-04413, CC-BY-SA 3.0)
Einfahrt ins Konzentrationslager Auschwitz 1945. (Foto: Stanislaw Mucha, Bundesarchiv B 285 Bild-04413, CC-BY-SA 3.0)

Und auch Hannah Arendts wissenschaftliche Wissensdefizite, gerade in ihrem Hauptfeld Totalitarismus- und Genozid-Beschreibung, -Analyse und -Kritik sind unverkennbar. Etwa immer dann, wenn sie alle Vor- und Zwischenformen des später Holocaust genannten staatlich geplanten, organisierten und exekutierten, fabrikmäßig ablaufenden Vernichtungskriegs und Massenmords gegen europäische Juden durch deutsche Staatsfunktionäre als „staatlich organisierten Verwaltungsmassenmord“ für einzigartig erklärt, damit auch so gar nichts von Vorläufern, also Deutschsüdwest vor dem Ersten Weltkrieg, während des Ersten Weltkriegs gegen Armenier „hinten in der Türkei“ und während des Zweiten Weltkriegs gegen Serben im kroatischen Separatstaat, wissen will …

„Understatement des Jahrhunderts“

Im Epilog ihres Eichmannprozess-„Bericht(s) von der Banalität des Bösen“ setzte sich die Publizistin Hannah Arendt auch mit (inter)nationalen Gerichtshöfen und ihren (völker)rechtlichen Grundlagen auseinander.

Zum „Londoner Statut“ als Rechtsgrundlage des Internationalen Gerichtshofs in Nürnberg 1945/46, der die NS-Hauptkriegsverbrecher aburteilte, bemerkte sie sarkastisch, dass im Deutschen und in Deutschland, bis heute wirksam, aus dort genannten „crimes against humanity“ (4) so verniedlichend wie grundfalsch nicht „Verbrechen gegen die Menschheit“, sondern „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ wurden – grad so, „als hätten es die Nazis lediglich an ‚Menschlichkeit‘ fehlen lassen, als sie Millionen in die Gaskammern schickten, wahrhaftig das Unterstatement des Jahrhunderts“.

Was die Autorin als historisch arbeitende Politikwissenschaftlerin hätte wissen können: Die Formel „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ war, wie inzwischen dokumentarisch belegt, kein bloß stümperhafter und schon gar nicht erst nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffener Übersetzungsfehler, sondern als „reichsdeutsches Dokumentenfalsifikat“ (Richard Albrecht) bereits während des Ersten Weltkriegs, nämlich am 7.6.1915 im halbamtlichen Wolff’schen Telegraphenbüro, in Berlin produziert und in Deutschland amtlich übernommen worden (und ist bis heute noch gebräuchlich): 1915 ging es um jungtürkische „nouveaux crimes contre l’humanité et civilisation“ (5), 1945 um nationalsozialistische „crimes against humanity“ – also jeweils um Schwerstverbrechen, Verbrechen gegen die Menschheit, Menschheitsverbrechen – und nicht bloß um Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Nicht nur nicht wissen, sondern nicht einmal erahnen konnte Hannah Arendt, dass knapp zwei Jahrzehnte nach ihrem Tod Deutschlands oberstes Kriminalgericht, der Bundesgerichtshof (BGH), am 17. Juni 2004 (im „Fall Engels“) mit der Menschlichkeits-Begründung eine Verurteilung durchs Hamburger Landgerichtsurteil aufhob: Bei einer 1944 während der NS-Besetzung Italiens durchgeführten Massenerschießung italienischer Gefangener als Vergeltungsmaßnahme nach einem gegen deutsche Soldaten gerichteten Partisanenangriff wären wohl die „objektiven“ Voraussetzungen des Mordmerkmals Grausamkeit erfüllt, als der damalige SS-Offizier 1944 den Befehl zur Ermordung der Geisel gab.

Es wäre aber, so die BGH-Begründung weiter, nicht dargelegt worden, welche subjektiven Möglichkeiten der (erst 2001) angeklagte Täter gehabt hätte, die Geiselerschießungen unter „weniger qualvollen Begleitumständen“ durchzuführen:

„Damit fehlt es im angefochtenen Urteil am Beleg der subjektiven Voraussetzungen des Mordmerkmals der Grausamkeit. Ein anderes Mordmerkmal ist nach den bislang getroffenen Feststellungen nicht erfüllt. Als Totschlag – auch wenn er wegen der Zahl der Opfer und der Begleitumstände der Tat als besonders schwerwiegend zu werten wäre – ist die Tat des Angeklagten bereits bei Anklageerhebung längst verjährt gewesen.“ (6)

„The Human Condition“

Für intellektuell bedeutungsvoll, damit über bloß publizistisch-aktuelle Zeitdiagnose/n hinausgehend, halte ich nicht nur Hannah Arendts Antitotalitarimus-Buch wie ihren Eichmann-Prozessbericht, sondern auch ihr zuerst 1958 veröffentlichtes ‚modernes‘ Lese-Buch: The Human Condition, deutsch erschienen als ‚Vita activa oder Vom tätigen Leben‘.

In diesem Hannah-Arendt-Buch geht es um Bedingungen unseres im Kleinen vergemeinschafteten, im Großen vergesellschafteten Lebens, damit unserer conditio humana (und nichts anderes bedeutet der englische Originaltitel); etwa, wenn die Autorin als politische Philosophin im geschichtlichen Teil über die soziale Ordnung mittelalterlicher Ständegesellschaften ausführt:

„Kein Eigentum haben hieß, keinen angestammten Platz in der Welt sein eigen zu nennen, also jemand zu sein, den die Welt nicht vorgesehen hatte.“

Und wer „Eigentum“ durch bezahlte Erwerbsarbeit ersetzt, befindet sich nolens volens plötzlich in unserer neuen Moderne, deren erwerbswirtschaftliche Maxime lautet: Wer hier und heute erwerbsarbeiten kann und will und keine bezahlte Arbeit hat, der hat keinen angestammten Platz in dieser spätkapitalistischen Industriegesellschaft, ist also jemand, den diese soziale Welt nicht vorgesehen hat und damit überzählig, wenn nicht gar überflüssig.

Ähnlich „modern“ ist Hannah Arendts Hinweis zur zentralen Rolle des Konformismus als Merkmal aller Gesellschaft/en, damit jeder Vergesellschaftung von Menschen. Es geht immer um jene „zahllosen Regeln, die alle darauf hinauslaufen, die Einzelnen gesellschaftlich zu normieren, sie gesellschaftsfähig zu machen und spontanes Handeln wie hervorragende Leistungen zu verhindern.“

Freilich ging Hannah Arendt davon aus, dass Gesellschaft real-existiert und keine Fiktion ist, genauer – Zitat Karl Marx:

„Die Gesellschaft besteht nicht aus Individuen, sondern drückt die Summe der Beziehungen, Verhältnisse, aus, worin diese Individuen zueinanderstehen.“ (7)

Würde Hannah Arendt zehn Jahre länger gelebt und jene intellektuell abenteuerliche These der Begründerin des britischen Thatcherismus erfahren haben (demzufolge Gesellschaft „ein Unding“ ist, weil es „nur einzelne Männer und Frauen und deren Familien“ geben kann: „There is no such thing as society, only individual men and women and their families“), dann hätte sie wohl, wenn überhaupt, möglicherweise nur noch knapp-sarkastisch oder langanhaltend-ablachend auf diesen staatsfräuisch-kretinischen Schwachsinn reagiert …

Ausblick

„Das totalitäre Phänomen (Teil 2)“ enthält Prominenz – „Wiedergutmachung“ – Undenkbares Denken.

Redaktioneller Hinweis: Das Essay „Das totalitäre Phänomen: Zur politischen Soziologie des Totalitarismus der deutsch-jüdischen Autorin Hannah Arendt“ von Richard Albrecht erschien erstmals in soziologie heute, 3 (2010) 12: 32-35; ebda, H. 13: 36-38.

Quellen und Anmerkungen

(1) Zitiert nach http://www.rbb-online.de/zurperson/interview_archiv/arendt_hannah.html [wie alle links: 25.1.2010 resp. 17.9.2022]. Siehe auch: Hannah Arendt im Gespräch mit Günter Gaus („Zur Person“, 1964). Verfügbar auf https://www.bing.com/videos/search?q=hannah+arendt+1964+interview+gau%c3%9f&view=detail&mid=CB87C9F7FE96E629930ACB87C9F7FE96E629930A&FORM=VIRE [die Sendefassung des ZDF-Interviews „zur person“ Hannah Arendts dauert etwa 72 Minuten].

(2) Zitiert nach Richard Albrecht: „Lebendige Menschen“ als „tote Registraturnummern …“ – Eine Bürokratie-Kritik nach Franz Kafka. Siehe: http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/38287.html

(3) Richard Albrecht und René König: Einmal Emigrant – immer Emigrant; in: soziologie heute, 3 (2010) 2, April 2010: 30-33.

(4) Crimes Against Humanity: https://web.archive.org/web/20160820104400/http://avalon.law.yale.edu/imt/imtconst.asp (hier 6 c)

(5) Richard Albrecht: Völkermord(en). Genozidpolitik im 20. Jahrhundert (Aachen: Shaker, 2006 [= Beiträge zur Rechtswissenschaft]): 15-19.

(6) BGH 6 StR 115/03: https://lexetius.com/2004,1262

(7) Karl Marx: Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie (Rohentwurf) [1857-58]. Berlin: Dietz, 1974: 174.


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Richard Albrecht ist Kultur- und Sozialwissenschaftler. Er lebt als Dozent im Ruhestand und Freier Autor in Bad Münstereifel. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Geschichte der Sozialforschung, politische Soziologie und kulturanalytische Sozialpsychologie. Er absolvierte ein Studium der Soziologie und Sozialpsychologie mit den Nebenfächern Philosophie, Politikwissenschaft und Zeitgeschichte. Sein Diplom erlangte er 1971, die Promotion erhielt er 1976 und seine Habilitation 1989. Aktuelle Veröffentlichung: Gesellschaft – Einführung in soziologische Sichten (2022).

Ein Gedanke zu “Das totalitäre Phänomen (Teil 1)”

  1. Wie Sie richtig schreiben, Richard Albrecht, geht es auch heute wieder im aufkommenden und sich zu manifestieren trachtenden Totalitarismus um Gesellschaft. Eine Gesellschaft ohne Bindung ist eher ein Geselle, ein einsamer. Nach meiner Überzeugung gehört zum Sozialstaat die „Gesundheitsvermutung“, so wie der Rechtsstaat nicht ohne Unschuldsvermutung denkbar ist. Ein Staat mit Krankheitsvermutung ist ein Asozialstaat.

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