Idee

Der Hintergrund für die Neue Debatte ist banal: Wir interessieren uns für das Zeitgeschehen, für Menschen und für ihre Meinungen, ihre Kultur, ihr Wissen, ihre Argumente und Positionen – und wir haben selber auch Meinungen, Kultur, Wissen, Argumente und vertreten Positionen. Und über die wollen wir uns weltweit austauschen. Dafür brauchen wir neue Formen des Journalismus, die keine Deutungshoheit für sich beanspruchen oder kommerziellen Zwängen unterworfen sind.

Grassroots Journalism oder partizipativer Journalismus oder schlicht Bürgerjournalismus ist die Option.

Internationaler Bürgerjournalismus: Damit ist die Idee hinter Neue Debatte ganz gut umschrieben.

Jetzt müssen wir noch klären, was wir unter „Wir“ verstehen und was die Neue Debatte macht:

Die Neue Debatte ist das Magazin für Menschen, Kultur und Gesellschaft. Es steht für 100% Graswurzeljournalismus – unabhängig und nicht werbefinanziert. Journalisten, Blogger, Arbeiter, Akademiker, Soziologen, Handwerker, Philosophen, Rentner, Micro-Blogger, Erwerbslose, Wortkünstler, Experten und kritische Menschen aus allen Milieus skizzieren das Zeitgeschehen aus ihrem Blickwinkel: offen, ehrlich und ohne doppelten Boden!

Einen Auszug unser Autorinnen und Autoren findest du hier …

Du kannst dich auch in die Neue Debatte einbringen. Wie? Das erfährst du hier …

Wo setzt die Neue Debatte an?

Meinungen bilden sich aus der inhaltlichen Bewertung und der systematischen Einordnung von Informationen und dem Wissen über Geschehnisse in Vergangenheit und Gegenwart sowie dem Meinungsaustausch zwischen den Menschen auf der ganzen Welt.

Für den gesellschaftlichen Bestand ist dieser Austausch fundamental.

Aber die Voraussetzungen zur Meinungsbildung sind bei jedem unterschiedlich. Dazu gehören nicht nur Bildung, Faktenwissen oder grundsätzliche Interessen. Eine Ressource ist substanziell: Zeit.

Der eine hat Zeit ohne Ende und kann sich intensiv über alle verfügbaren Kanäle mit einem Thema befassen, während ein anderer durch Beruf, Familie und sonstige Verpflichtungen nur am Wochenende für ein paar Minuten in einer Zeitung blättern kann.

Außerdem müssen sich Möglichkeiten finden, um miteinander zu reden und Standpunkte auszutauschen. Das gelingt oft genug nicht, ist nicht besonders toll und zeigt ein Problem auf:

Nur wer Zeit investiert, kann Zusammenhänge erkennen und Entwicklungen verstehen.

In der Kürze liegt übrigens nicht unbedingt die Würze, auch nicht, wenn die Verträglichkeit für Suchmaschinen doch so gerne die Textlänge bestimmten sollen. Uns interessieren die Befindlichkeiten von Suchmaschinen nicht.

Wir versuchen uns deshalb auch nicht mit Gewalt kurz zu halten und setzen zudem noch Textlinks, die zu Hintergrundinformationen, Begriffserklärungen oder sehr ausführlichen Artikeln und wissenschaftlichen Abhandlungen führen. Ja, wir schicken den User bewusst zu anderen Quellen.

„Oh, wie schrecklich. Das kostet doch Traffic!“, wird vielleicht der eine oder andere Verkäufer, Online-Guru oder sonstiger Marketer denken.

Darauf gibt es natürlich eine Antwort: „Das ist uns völlig gleichgültig. Die Neue Debatte steht nicht für den Aufbau von Traffic, sondern für die Bereitstellung wertvoller Informationen, die Förderung des Nachdankens und für einen konstruktiven Dialog über alle Grenzen hinweg.“

Wer also Zeit hat, kann sich in jede Materie vertiefen. Hin und wieder sind wir natürlich auch sehr, sehr ausführlich.

Es gibt noch mehr Hürden bei der Meinungsbildung, die sich aus dem Leben ableiten. Ein Wissenschaftler, der sich zum Beispiel von berufswegen mit Fragen zur Robotik beschäftigt, ist in seinem Forschungsfeld ein Experte. Dagegen wird ein Grundschullehrer kaum tiefgreifende technologische Kenntnisse besitzen, aber durch seine Tätigkeit sehr viel über das Miteinander junger Menschen sagen können. Geht es allerdings um geopolitische Themen, sind beide höchstens interessierte Laien.

Ein Musiker aus Russland hat sicherlich eine andere Denkweise über wirtschaftliche Zusammenhänge, als ein Arzt aus München, ein Tischler aus Belgien oder ein Honorarprofessor für Mikrobiologie aus Portugal.

Und dennoch haben auch sie ein Weltbild und eine Meinung zum Thema – so wie Du, ich und alle anderen auch.

Diese Meinungen gilt es zu verstehen, vorzustellen und durch neue Aspekte, Informationen und Positionen auf eine neue Diskussionseben zu heben, auf der sich alle auf Wissens- und Augenhöhe begegnen können.

Die Flut aus Informationen

Magst du Statistiken? Wir selbst können sie nicht leiden. Der ganze Zahlensalat verwirrt oft genug und lenkt den Blick vom Wesentlichen ab. Aber es gibt einige Daten, die sollte man zumindest gehört haben, auch um zu verstehen, warum die Neue Debatte sinnvoll ist.

Hast Du gewusst, dass auf der Videoplattform YouTube pro Minute durchschnittlich 400 Stunden Videomaterial hochgeladen werden? Kannst Du dir vorstellen, dass über Facebook täglich 60 Millionen Bilder, auf Twitter 500 Millionen Tweets und über Snapchat 6 Milliarden Snaps verbreitet werden?

Wenn du Dir diese Menge an Informationen vorstellen kannst, dann kannst du Dir auch vorstellen, dass kein Mensch diese Masse an sinnigen und vor allem unsinnigen Informationsschnipseln, die uns Stunde um Stunde über das Internet um die Ohren gehauen und in den Kopf gehämmert werden, erfassen kann.

Unser Gehirn ist damit schlicht überfordert.

Wir müssten uns schon aus Selbstschutz abwenden, können uns diesen Luxus allerdings in der vernetzten Gesellschaft nur selten erlauben.

Somit ist (fast) jeder, der sich der modernen Kommunikation via Mobilfunk und Social Networks bedient, einem Bombardement aus Fakten, Meinungen, Wissen, Halbwissen, Lügen und Irrtümern ausgesetzt.

Jetzt könnte man annehmen, dass die Informationsdichte im Real Life nicht ganz so hoch ist. Das stimmt zwar, aber selbst wenn das Internet abgedreht würde, schwappt eine Flut an wichtigen und unwichtigen Informationen via Radio, Fernsehen und gedruckten Zeitungen in jeden Winkel.

Täglich erscheinen in Deutschland 351 Tageszeitungen mit 1528 lokalen Ausgaben in einer Gesamtauflage von 16,8 Millionen Exemplaren. Dazu kommen noch 21 Wochenzeitungen (1,7 Millionen) und sieben Sonntagszeitungen (2,9 Millionen).

Im Durchschnitt verbringt jeder Deutsche übrigens 208 Minuten vor dem Fernseher – und zwar täglich.

Glotze macht ebenfalls Meinung.

Aber mit einem TV-Gerät kann niemand sprechen. Deshalb muss sich Meinung andere Kanäle suchen, über die jeder Raum und Zeit bekommt, um seine Sicht auf die Dinge vorzutragen und im Idealfall Resonanz zu erhalten. Das wollen wir auf Neue Debatte versuchen.

Wichtig ist uns, dass jede inhaltliche Position durch Quellen begründet wird oder ganz klar als emotionale Festlegung zu verstehen ist. Wenn ein Mensch durch das Schicksal von Schlachtvieh betroffen ist und deshalb vegetarisch lebt, braucht er keine wissenschaftliche Legitimation für seine Haltung.

Wenn er aber darauf hinweist, dass in Deutschland jährlich 750 Millionen Tiere geschlachtet werden, sollte er schon verraten, woher er die Zahl hat. Dadurch fällt es anderen leichter, seine Haltung nachzuvollziehen und den Argumenten zu folgen – wenn man es will.

Wir wollen es. Deshalb geben wir auch anderen Autoren, Bloggern sowie neugierigen und kritischen Menschen aus der ganzen Welt die Möglichkeit, auf www.neue-debatte.com zu veröffentlichen.

Freiwillige Übersetzer helfen uns dabei, dass die unterschiedlichen Sprachen keine Hindernisse darstellen.

Eine wesentliche Sache ist einzuhalten:

Niemals wird ein Mensch in unseren Beiträgen als Privatperson angegriffen. Sachliche und dennoch scharfe Kritik, auch Schmähung oder Polemik sind eine Seite der Medaille, auf der anderen steht immer der Humanismus und das Recht auf Unversehrtheit als höchster Wert.